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02.01.2008

11:35 Uhr

Seeschifffahrt

Reeder verdoppeln Handelsflotte

Schiffsbetreiber sind optimistisch: Dank des starken Welthandels hat die deutsche Seeschifffahrt im Jahr 2007 alle Rekorde gebrochen. Erstmals verzeichnete die Handelsflotte nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) mehr als 3 000 Schiffe und ein Ladevolumen von über 60 Millionen Bruttoraumzahl (BRZ). Auch 2008 bleibe der Trend positiv.

ap HAMBURG. Die deutsche Handelsflotte habe sich seit 2002 verdoppelt, erklärte VDR-Hauptgeschäftsführer, Hans-Heinrich Nöll. Allein die Zahl der Containerschiffe, die den Schwerpunkt der deutschen Aktivitäten auf See bilden, stieg um 15 Prozent auf 1 473 Schiffe. Sie transportieren rund 3,5 Millionen Container (TEU). Mit einem Anteil von 38,3 Prozent an der Containerschifffahrt haben die deutschen Eigner ihren ersten Platz ausgebaut. Insgesamt belegt die deutsche Handelsflotte hinter Griechenland und Japan den dritten Platz in der Welt.

Ein stark wachsendes Segment ist in Deutschland der Kreuzfahrtmarkt. Das auf dem deutschen Markt führende Unternehmen Aida Cruises, das zum amerikanischen Marktführer Carnival gehört, bestellte kürzlich zwei neue Schiffe. "Das Interesse der Europäer an Kreuzfahrturlaub wächst weiter sehr stark. Daher setzen wir eindeutig auf Investition und den Ausbau unserer europäischen Marken", sagte Carnival -Chef Micky Arison anlässlich der Verkündung des neuen Auftrags. Der Reisekonzern Tui will mit dem amerikanischen Kreuzfahrtriesen Royal Caribbean Cruises in den deutschen Massenmarkt für gehobene Kreuzfahrten einsteigen. Das erste Schiff unter der Flagge des Gemeinschaftsunternehmens Tui Cruises soll im Frühjahr 2009 in See stechen.

Weiteres Wachstum ist auch in der Handelsschifffahrt programmiert: Deutsche Reeder haben zur Zeit bei Werften weltweit rund 1 200 Schiffe in den Auftragsbüchern stehen, ein Investitionsvolumen von rund 35,5 Milliarden Euro.

Eine große Belastung für die Reeder stellen laut VDR die hohen Kosten für Treibstoff, Dock-Aufenthalte, Reparaturen und Personal dar. Der Preis von Schweröl sei in nur drei Jahren auf zeitweilig das Dreifache gestiegen, eine Entlastung sei nicht in Sicht. Im Personalbereich, der den größten Teil der Schiffsbetriebskosten ausmacht, habe es eine Kostenexplosion gegeben, weil Kapitäne, Nautiker und Ingenieure Mangelware sind.

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