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07.07.2015

17:36 Uhr

Sekthersteller kauft Schnapsmarken

Rotkäppchen braucht was Härteres

Schon seit Jahren ist der ostdeutsche Sekthersteller Rotkäppchen Mumm auf Erfolgskurs. Nun will der Konzern Spirituosenmarken der ehemaligen Likörfabrik Zahna übernehmen. Die dortige Produktion soll eingestellt werden.

Die ehemalige DDR-Firma Rotkäppchen übernahm 2002 den westdeutschen Konkurrenten Mumm – und ist seitdem beständig auf Wachstumskurs. dpa

Rotkäppchen Mumm

Die ehemalige DDR-Firma Rotkäppchen übernahm 2002 den westdeutschen Konkurrenten Mumm – und ist seitdem beständig auf Wachstumskurs.

Nordhausen/ZahnaDeutschlands Sektmarktführer Rotkäppchen Mumm ist auf Einkaufstour. Über seine Spirituosentochter Nordbrand (Nordhausen) will sich Rotkäppchen Marken der früheren Likörfabrik Zahna einverleiben. Die „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag) hatte darüber berichtet. Das Unternehmen in Zahna firmiert heute unter dem Namen Drinks & Food GmbH.

Nordbrand bestätigte in einer knappen Mitteilung Übernahme-Verhandlungen, machte aber keine näheren Angaben. Bei Drinks & Food soll die gesamte Produktion in Zahna eingestellt werden. Dort gibt es dann nur noch Logistik und Vertrieb. Sorten wie „Fläminger Jagd“, „Romanza Amaretto“, „Feiner alter Asmussen Rum“ oder der „Zinnaer Klosterbruder“ werden bisher dort hergestellt. Die Firma gehört zur niederländischen Dirkzwanger-Gruppe.

Das Geschäft von Rotkäppchen Mumm läuft auch ohne Zukäufe auf Hochtouren: Der Getränkehersteller hatte im Jahr 2014 bei Absatz und Umsatz zugelegt und seine führende Position auf dem deutschen Sektmarkt weiter ausgebaut. Nach einem Rückgang im Jahr 2013 stieg der Absatz um 5 Prozent auf 246,5 Millionen Flaschen Sekt, Wein und Spirituosen. Mit 897,2 Millionen Euro wuchs der Umsatz auch dank Preiserhöhungen beim Sekt um 9 Prozent. Rotkäppchen Mumm mit Hauptsitz im sachsen-anhaltischen Freyburg hat Produktionsstandorte in Hessen, Baden-Württemberg und Thüringen.

Wie andere in der Branche setzt auch Rotkäppchen-Mumm zunehmend auf Weinmischgetränke und brachte mehrere Frucht-Varianten auf den Markt. Der Marktanteil am deutschen Sektmarkt erreichte 2014 knapp 53 Prozent. Hauptwettbewerber sind Henkell und Schloss Wackerbarth. Der Pro-Kopf-Verbrauch bei Sekt liegt laut Rotkäppchen Mumm bei 4 Litern im Jahr; bei Wein sind es 20,2, bei Spirituosen 5,4 Liter.

Von

dpa

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