Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.11.2015

07:41 Uhr

„Shishas“ in Deutschland

Viel Qualm um wenig

VonLeonidas Exuzidis

Mit klangvollen Sorten wie „Blue Banana“ und „Lemon Chill“ sind Wasserpfeifen aktuell der Renner auf dem deutschen Tabakmarkt. Doch Konsumenten unterschätzen die Risiken. Die Politik steuert dagegen.

Orientalische Wasserpfeifen sind unter Jugendlichen beliebt. Von klassischen Tabakpfeifen spricht kaum noch jemand. Imago

Wasserpfeifen in einer Shisha-Bar

Orientalische Wasserpfeifen sind unter Jugendlichen beliebt. Von klassischen Tabakpfeifen spricht kaum noch jemand.

DüsseldorfEinladend ist dieser Ort eher nicht: Von der Straße aus blickt man durch getönte Fensterscheiben in einen spärlich beleuchteten Raum. Die Tür ist viel zu klein für dieses recht große Gebäude. Doch bereits an der Türschwelle kriecht ein aromatischer und belebender Duft in die Nase. Die triste Außenfassade der Shisha-Bar ist vergessen.

Wasserpfeifen, im täglichen Sprachgebrauch auch oft als „Shishas“ bezeichnet, sind derzeit Trend. Mit orientalischen Geschmacksrichtungen wie „Grape and Raspberry“ oder „Lemon Chill“ mischen Shishas den Tabakmarkt ordentlich auf. Besonders bei Jugendlichen sind Wasserpfeifen enorm beliebt – sei es in den eigenen vier Wänden oder in einer der zahlreichen Shisha-Bars. Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge hat knapp ein Drittel der 12- bis 17-Jährigen bereits Wasserpfeife geraucht.

Seit acht Jahren arbeitet Pavlos als Barkeeper in solch einem Café. Es hat 2004 eröffnet und gehört somit zu den „Bars der ersten Stunde“. Die wachsende Popularität kann er daher beurteilen. „Die Pfeife wird mehr und mehr zur Kultur. Ähnlich wie der Ouzo in Griechenland.“

Doch diese Entwicklung, und das betont Pavlos mit erhobenem Zeigefinger, bereitet auch ihm Probleme. „Ich verliere Kunden, weil so viele Bars neu eröffnen. Und Masse ist nicht gleich Klasse. Die Qualität der Shishas ist sehr unterschiedlich“, sagt Pavlos.

Cannabis legalisieren?: „Kiffen macht nicht glücklich. Nicht-Kiffen auch nicht“

Cannabis legalisieren?

„Kiffen macht nicht glücklich. Nicht-Kiffen auch nicht“

15 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 34 Jahren rauchen Joints. Europaweit. Doch der Konsum von Cannabis ist fast überall illegal. Würde die Freigabe weicher Drogen den Süchtigen helfen? Ein Ex-Kiffer nimmt Stellung.

Allerdings lässt sich kaum belegen, wie viele Shisha-Cafés es derzeit tatsächlich gibt. Für eine bundesweite Übersicht fehlt schlicht die einheitliche Regelung. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bedarf es grundsätzlich keiner gewerberechtlichen Genehmigung, sondern lediglich einer Gewerbeanzeige.

In manchen Bundesländern sei zudem eine Gewerbeerlaubnis – ähnlich einer Gaststättenerlaubnis – nötig. In vielen Ländern zählen Shisha-Cafés zur Gastronomiebranche und werden ohne gesonderten Fokus auf den Verkauf von Wasserpfeifentabak als „normale“ Bar gelistet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×