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15.12.2016

08:01 Uhr

Shopping-App

Shopkick tritt den Rückzug an

VonChristoph Kapalschinski

Die gefeierte Einkaufs-App Shopkick sollte Kunden in die Läden treiben. In Deutschland gelang das jedoch offenbar zu selten: Das US-Unternehmen zieht sich zurück. Konkurrent Payback weinte Krokodilstränen.

Die Einkaufs-App ließ Nutzer schon beim Betreten des Geschäfts Bonuspunkte sammeln. Shopkick

Shopkick

Die Einkaufs-App ließ Nutzer schon beim Betreten des Geschäfts Bonuspunkte sammeln.

HamburgCyriac Roeding hat ein einnehmendes Wesen. Als kurzweiliger Redner präsentierte der Unternehmer und Investor auf Handels-, Marketing- und Technologiekongressen seine Gründung Shopkick. Nicht ohne Erfolg: In Amerika gewann er namhafte Partner wie die Kaufhauskette Macy’s für seine Shopping-App, in Deutschland unter anderem Mediamarkt und Douglas.

Nach der Übernahme durch den südkoreanischen Handelsmarketing-Konzern SK Planet Ende 2014 verließ der heute 43-jährige Roeding Shopkick. Auf Konferenzen ist er seitdem weniger zu Gast. Und auch von Shopkick wird bald zumindest hierzulande wenig zu sehen sein: Die App zieht sich aus Deutschland zurück. Das meldete der Branchendienst „Location Insider“.

Neue Ideen für die Online-Lieferung

Drohnen

Als Amazon-Chef Jeff Bezos Ende 2013 in einem TV-Interview den Prototypen seiner kleinen Fluggeräte zur Warenlieferung vorstellte, hielten das viele zunächst für einen Werbegag. Doch Amazon meint es ernst und hat mit „Prime Air“ sogar schon einen Namen für den Service. Ob und wann Amazon-Bestellungen tatsächlich im Alltag per Drohne geliefert werden könnten, ist offen - der Konzern testet noch. Eine Hürde bleibt auch die rechtliche Grundlage. Dies schreckt Konkurrenten jedoch nicht von eigenen Versuchen ab. So hat die Deutsche Post den automatischen „Paketcopter“, der 2014 testweise die Nordseeinsel Juist unter anderem mit Medikamenten versorgte. Und Google arbeitet bei „Project Wing“ an Mini-Fliegern mit Seilwinde.

Lieferroboter

Die Fahrzeuge, die äußerlich an einen großen Mars-Rover erinnern, sollen neben Fußgängern auf Gehwegen unterwegs sein. Die Firma Starship zum Beispiel, mit der unter anderem der Paketdienst Hermes und der Handelskonzern Metro zusammenarbeiten, will damit Waren mit einem Gewicht von bis zu 15 Kilogramm auf eine Entfernung von fünf Kilometern befördern. Die Vision ist, dass ein Mitarbeiter über das Internet 50 bis 100 automatische Lieferroboter überwacht. Starship peilt Kosten von rund einem Dollar pro Zustellung an. Die Pizza-Kette Domino's testete einen eigenen Lieferroboter in Australien. In Deutschland gibt es das Problem, dass der Betrieb solcher Fahrzeuge im Alltag nicht geregelt ist.

Kofferraum

Warum die Pakete immer nach Hause liefern, wenn der Adressat vielleicht gerade woanders unterwegs ist? Die Idee, die Pakete vom Zusteller einfach im Kofferraum zu platzieren, nimmt dabei konkrete Formen an. Der Zusteller bekommt dafür einen ein Mal gültigen Code, mit dem er die Klappe öffnen kann. Die Position des Fahrzeugs wird per GPS bestimmt. Der Paketdienst DHL testet die Kofferraum-Zustellung in einigen deutschen Städten mit jeweils mehreren hundert Smart-Fahrern. Unter anderem auch Audi, BMW und Volvo arbeiten an einem solchen Verfahren.

Crowdshipping

Warum nicht den Nachbarn zum Paketboten machen? Zahlreiche Start-ups versuchen gerade, daraus eine Geschäftsidee zu machen. Kern ist eine App, die Händler, Lieferanten und Kunden verknüpft. Wer ohnehin unterwegs ist, kann dann Pakete für andere mitnehmen und sich so etwas Geld verdienen. So gut die Idee ist, so schwierig scheint sie umzusetzen zu sein: DHL hat damit schon erfolglos experimentiert, Walmart einen Feldversuch abgebrochen. Auch Amazon testet den Service.

Kühlboxen

Die britische Supermarktkette Waitrose hat als erster mit dieser Idee Furore gemacht: Gekühlte Abholstationen für online bestellte Lebensmittel. Auch die britische Walmart-Tochter Asda experimentiert mit Kühlfächern an Tankstellen. Geöffnet werden sie per QR-Code oder PIN, die Kunde per Mail bekommt. Auch Rewe probiert bereits die Idee aus.

Dabei hatte Deutschland-Chefin Stefanie Lüdecke gerade erst mit dem Buchhändler Thalia einen Partner des Konkurrenten Payback gewonnen. Im Oktober feierte das Berliner Team zudem eine Gold-Auszeichnung bei den POS Marketing Awards. Lüdecke war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme erreichbar. „Wir haben die Partnerschaft mit Shopkick geschätzt und bedauern den Rückzug aus dem deutschen Markt“, sagte ein Nestlé-Sprecher.

Anders als Payback belohnt Shopkick seine Nutzer schon beim Betreten eines Ladens mit Bonuspunkten – nicht erst beim Kauf. Solche „Location Based Services“, also ortsabhängige Dienste, sind ein Modethema im Handelsmarketing, aber in der Realität bislang wenig relevant.

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Zusätzlich können Marken Partner von Shopkick werden. Dabei können Teilnehmer per App die Etiketten von Produkten abfotografieren und so ebenfalls Punkte sammeln, die sich in Prämien umwandeln lassen. Das Ziel: Kunden in den Laden locken und sie dazu verführen, Produkte in die Hand zu nehmen.

Zwischenzeitlich sorgte Shopkick für Verwirrung, indem die App bewusst auch Punkte für Besuche in Geschäften gutschrieb, die gar keine Partner waren. Das sollte die Nutzerbasis verbreitern, verärgerte aber potenzielle Partner.

Die Konkurrenz weinte am Mittwoch Krokodilstränen. „Wir bedauern, dass Shopkick sich aus dem deutschen Markt verabschiedet. Denn wir sind vom Nutzen von Location Based Services überzeugt“, erklärte Payback-Manager Michael Eichhorn – nicht ohne hinzuzufügen, dass man an einer noch großartigeren Lösung arbeite.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.12.2016, 08:09 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

15.12.2016, 11:23 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

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