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30.01.2012

15:32 Uhr

Sibirische Kältewelle

Bahn und Flughäfen sehen sich für den Winter gerüstet

Eingefrorene Weichen und überfüllte Flughäfen: Das war im vergangenen Winter. Die Betreiber haben nach eigenen Angaben daraus gelernt - diese Woche dürften ihre Aussagen auf den Prüfstand kommen.

Eis und Schnee haben in den vergangenen beiden Wintern den Verkehrs stark beeinträchtigt. dapd

Eis und Schnee haben in den vergangenen beiden Wintern den Verkehrs stark beeinträchtigt.

Düsseldorf/Berlin/FrankfurtDer vergangene Winter hat in Deutschland mehr als einmal für ein Verkehrschaos gesorgt. Bei der Bahn legten eingefrorene Weichen viele Züge lahm, die Flughäfen kamen mit dem Enteisen der Maschinen nicht hinterher und den Straßenmeistereien ging das Streusalz aus. Um Pendlern und Reisenden dieses Jahr ähnlich lange Wartezeiten zu ersparen, haben sich die Verantwortlichen nach eigenen Angaben besser vorbereitet. Eine echte Bewährungsprobe gab es in diesem Winter noch nicht - aber sie könnte diese Woche kommen.

„Von Donnerstag bis Samstag sollten kälteempfindliche Menschen eher keine Außentermine planen, denn der bockige Ostwind wird auch tagsüber die gefühlten Temperaturen immer im zweistelligen Minusbereich halten,“ teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Ab Wochenmitte sind Temperaturen von bis zu minus 20 Grad an vielen Stellen in Deutschland möglich.

Was für Energieunternehmen und Bekleidungshersteller nach einem bisher sehr milden Winter wie gerufen kommt, stellt die angekündigten Vorbereitungen der Verkehrsbetriebe auf die Probe.

Er könne zwar keinen Winter ohne Komplikationen versprechen, sagte Volker Kefer, Technikvorstand der Deutschen Bahn, zum Nachrichtenmagazin Spiegel. „Wir haben die Zahl der Räumkräfte mehr als verdoppelt. So können wir selbst bei tagelangem starkem Schneefall im Zweischichtbetrieb das Schienennetz und die Bahnhöfe schneefrei halten“, so Kefer. Zudem habe die Bahn weitere 700 Weichen mit Heizungen ausgestattet, vornehmlich an den Problemstellen des vergangenen Winters.

Zwei Probleme bleiben dennoch: Wegen Lieferverzögerungen stehen der Bahn nicht so viele Züge zur Verfügung wie gewünscht. Das schränkt die Reserve - und damit die Reaktionsmöglichkeiten - bei Zugausfällen ein. Der andere Punkt sind die Kraftwerke.

In einem Brief an das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium warnte die Konzerntochter DB Energie Anfang Januar davor, das 40 Jahre alte Eon-Kraftwerk in Datteln wie geplant im Januar 2013 abzuschalten.

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Derzeit liefert es rund drei Viertel des Stroms, den die Bahn im Ruhrgebiet braucht. Da sich der Bau eines Steinkohlekraftwerks in Datteln verzögere, könne „in den verbrauchsstarken Wintermonaten November bis einschließlich März der Zugverkehr je nach Witterung und Wochentag nur mit Einschränkungen von bis zu minus 30 Prozent aufrechterhalten werden“, warnt DB-Energie-Geschäftsführer Hans-Jürgen Witschke. „Mehrere Hundert Züge müssten gegebenenfalls stundenweise im Ruhrgebiet gestoppt werden.“

Die Deutsche Bahn benötigt im Ruhrgebiet jährlich rund 400 Megawatt Strom für ihre Züge, den neben dem Eon-Kraftwerk in Datteln das Steag-Kraftwerk in Lünen liefert. Sollte Datteln abgeschaltet werden, könne das ebenfalls in die Jahre gekommene Lünener Kraftwerk den Bedarf nicht allein decken, schreibt Witschke. Falle auch dieses aus, führe das „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem kompletten Netzzusammenbruch der Bahnstromversorgung im gesamten Westen Deutschlands.“

Kommentare (1)

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30.01.2012, 16:56 Uhr

Ja klar! Ist ja auch kein Winter da....wenn jetzt die Kälte kommt aber kein Schnee, dann haben die Personal zum Weichen freiräumen, aber die Heizungen funktionieren nicht. Die Meldung kam an Weihnachten schonmal....wo war der Winter. Auf eine Probe würde ich es nicht ankommen lassen ;-)

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