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12.01.2007

14:40 Uhr

Sicherheitsbranche

Staatsanwalt klagt Arnolds-Geschäftsführer an

Die Staatsanwaltschaft Essen hat Anklage gegen drei Geschäftsführer der bankrotten Sicherheitsfirma Arnolds erhoben. Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftliche gewerbsmäßige Untreue. Mit einem Schneeballsystem von verschobenen Kundengeldern hat Arnolds jahrelang seine Liquiditätsprobleme vertuscht.

HB ESSEN. Die Manager des Geldtransportunternehmens hätten einen Schaden von knapp 25 Mill. Euro angerichtet, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Beschuldigten sollen Liquiditätsprobleme der Firma Jahre lang mit Kundengeldern behoben haben. Um Löhne und Sozialversicherungen zahlen zu können, hätten die Manager von Firmen anvertraute Gelder zu spät gutgeschrieben. Die verspäteten Gutschriften seien nach einer Art Schneeballsystem mit Hilfe neuer Kundengelder erfolgt, bis das System im vergangenen Jahr aufflog.

Der Fall Arnolds wurde ein halbes Jahr nach dem Betrugsskandal beim Branchenführer Heros aus Hannover aufgedeckt. Dort bezifferte die Staatsanwaltschaft den Schaden auf fast 270 Mill. Euro.

Die Arnolds-Geschäftsführer, darunter Vater und Sohn, wurden in Untersuchungshaft genommen. Die Firma Arnolds musste Insolvenz anmelden. Ein kleiner Teil des Geschäfts wurde von der Frankfurter WISAG Sicherheitsdienste übernommen. Die Gläubiger gingen weitgehend leer aus. Zuletzt hatte Arnolds 2100 Menschen beschäftigt. Viele Betroffene fanden Arbeit bei Konkurrenten. Aus Sicht der Branche und der Gewerkschaften hatte sich Arnolds durch eine Dumping-Strategie selbst in Gefahr gebracht. Viele Aufträge hätten sich nicht gerechnet.

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