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19.06.2012

07:15 Uhr

Sicherheitspersonal

Warnstreiks an fünf deutschen Flughäfen

Erneut leiden Flugreisende unter Streiks: Gleich an fünf deutschen Airports legt das private Sicherheitspersonal die Arbeit nieder. Zwar dauert der Ausstand nur wenige Stunden - Verspätungen gibt es dennoch.

Erneut müssen Flugreisende wegen eines Streiks warten. dapd

Erneut müssen Flugreisende wegen eines Streiks warten.

FrankfurtWarnstreiks des privaten Sicherheitspersonals an fünf deutschen Flughäfen haben am Dienstagmorgen zu Verspätungen im Flugverkehr geführt. Der Aufruf für den Arbeitskampf werde an den Airports in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Bremen und Hannover "gut befolgt", sagte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Sander der Nachrichtenagentur AFP. "Es kommt überall zu Verspätungen."

Insgesamt waren in der Frühschicht rund 500 Beschäftigte der privaten Sicherheitsdienstleister, die unter anderem für Personen- und Gepäckkontrollen vor den Fluggates zuständig sind, zum Warnstreik aufgerufen. Sie sollten für etwa zwei Stunden die Arbeit ruhen lassen.

Mit der Aktion will Verdi Druck in den laufenden Tarifverhandlungen machen. Dabei wolle die Gewerkschaft die Auswirkungen für die Passagiere möglichst gering halten, versprach Sander. So fänden die Streiks zeitlich begrenzt in den frühen Morgenstunden statt und sollten gegen 8.00 Uhr beendet sein. Allerdings würden die Verspätungen voraussichtlich länger anhalten.

Die größten Flughäfen der Welt

Platz 10

Dubai

Dubai International fertigte 2012 57,7 Millionen Passagiere ab, ein Plus von 13,2 Prozent. Die Staatsfluglinie Emirates will Dubai zum Weltdrehkreuz machen – und wirbt überall auf der Welt Passagiere von der Konkurrenz ab. Derzeit noch im Bau befindet sich der neue Flughafen Dubai. Der Dubai Al Maktoum International Airport soll der größte der Welt werden und wird bereits von Frachtflugmaschinen angeflogen.

Platz 9

Jakarta

Die indonesische Hauptstadt schafft ebenfalls den Sprung in die Top Ten. Der Flughafen Jakarta rückt in der aktuellen Rangliste um drei Plätze vor. Im Jahr 2012 verzeichnete Jakarta (CGK) einen Zuwachs an Passagieren von 12,1 Prozent. Insgesamt starteten und landeten 57,8 Millionen Fluggäste auf dem Flughafen der Millionenstadt.

Platz 8

Dallas/Fort Worth

Mit 58,6 Millionen Passagieren (plus 1,4 Prozent) noch größer ist wiederum ein US-Flughafen: Rang acht nimmt Dallas/Fort Worth ein, der internationale Flughafen zwischen den beiden texanischen Großstädten. DFW, der mit knapp 7.300 Hektar flächenmäßig zweitgrößte US-Airport nach Denver, ist mit seinen sieben Start- und Landebahnen das Hauptdrehkreuz der US-Fluglinie American Airlines.

Platz 7

Paris

Zurück nach Europa: Rang zwei auf dem Kontinent und Rang sieben weltweit nimmt Paris-Charles-de-Gaulle ein. Der nahe der Ortschaft Roissy-en-France gelegene Airport beförderte im Jahr 2012 61,6 Millionen Passagiere (plus 1,1 Prozent). Der Flughafen CDG ging erst 1974 in Betrieb, nachdem der andere Pariser Flughafen Orly zu klein geworden war.

Platz 6

Los Angeles

Die zweitgrößte Metropole der USA braucht auch einen angemessen großen Flughafen: Der Los Angeles International Airport (LAX) ist mit 63,7 Millionen Passagieren (plus 3,0 Prozent) der sechstgrößte Flughafen der Welt. Der Flughafen hat es sogar in die Pop-Welt geschafft: Der Song „L.A. International Airport“ machte die Countrysängerin Susan Raye in den 70er Jahren bekannt. Das Bild zeigt den neuen Tom Bradley International Terminal, der für 1,6 Milliarden Dollar gebaut wird.

Platz 5

Chicago

Hier steigt auch US-Präsident Barack Obama gerne mal ins Flugzeug. Chicago O'Hare (ORD) belegt in der Rangliste Rang fünf. Der Airport westlich der Metropole am Lake Michigan, wichtigster Hub für United und zweitwichtigster für American Airlines, fertigte im Jahr 2012 66,6 Millionen Passagiere ab (minus 0,1 Prozent). Benannt ist ORD nach dem Weltkrieg-II-Piloten Edward O'Hare.

Platz 4

Tokio

Blick aus dem Fenster im Anflug auf Tokio-Haneda (HND): Der Airport in Japans Hauptstadt wickelt eigentlich hauptsächlich Inlands- und Asienflüge ab, der interkontinentale Verkehr läuft über den Nachbarflughafen Narita. Dennoch bringt es Haneda mit 66,8 Millionen Passagieren auf den vierten Platz im internationalen Ranking. Das waren beachtliche 6,7 Prozent mehr als 2011. Im Vorjahr waren die Passagierzahlen durch das Reaktorunglück von Fukushima allerdings auch merklich zurückgegangen.

Platz 3

London

London kann seinen Treppchenplatz verteidigen: Mit 70 Millionen Passagieren (plus 0,9 Prozent) ist London-Heathrow (LHR) der größte Flughafen Europas. Der Airport im Westen Londons ist nur einer von mehreren in der Metropole: Weitere Passagiere verteilen sich auf Gatwick, Stansted, Luton und den City Airport. Für Aufsehen sorgte Heathrow im März 2008, als die ganze Welt über das Gepäck-Chaos im neuen Prestige-Terminal 5 lachte.

Platz 2

Peking

Der weltweit zweitgrößte Flughafen 2012 und angesichts der Wachstumsraten auf dem Weg zur Nummer eins ist Beijing Capital International Airport (PEK) in Chinas Hauptstadt: 81,9 Millionen Passagiere schleuste PEK durch - ein Plus von 4,1 Prozent. Dennoch hat der Airport noch einen großen Rückstand auf Rang eins.

Platz 1

Atlanta

Der Flughafen Hartsfield-Jackson Atlanta International (ATL) stellt größenmäßig alle anderen in den Schatten: 95,5 Millionen Passagiere stiegen im Jahr 2012 hier ein und aus (plus 3,3 Prozent). Die Größe erklärt sich vor allem dadurch, dass Atlanta als Hauptdrehkreuz einen klassischen Zwischenstopp für Inlandsflüge darstellt. Daneben bietet Atlanta aber auch die meisten Nonstop-Flüge weltweit an. Benannt wurde der Flughafen nach dem ehemaligen Bürgermeister William B. Hartsfield.

Es gehe um die Arbeitsbedingungen von rund 12 000 Beschäftigten bundesweit, die teils von ihren Arbeitgebern in unsichere Beschäftigungsverhältnisse gezwungen würden. „Der Ausdehnung befristeter Arbeitsverhältnisse muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden“, verlangte Sander. Verdi befindet sich in langwierigen Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDWS). Aktuell stecke man in der zehnten Runde.

Ein weiteres Problem sei Teilzeitarbeit gegen den Willen der Beschäftigten, erklärte der Verdi-Vertreter. So seien in Düsseldorf bereits um die 70 Prozent der Fluggastkontrolleure nur zeitweise an den Gates aktiv. In einem anderen Sicherheitsbereich seien Zwölf-Stunden-Schichten vorgesehen, die auf acht Stunden reduziert werden müssten. Kurzfristige Anforderungen durch die Bundespolizei verhinderten zudem eine vernünftige Schichtplanung und erschwerten es, Familie und Beruf zu vereinen, klagte die Gewerkschaft.

Nicht alle Kontrolleure fallen unter den umstrittenen Tarifvertrag. So besteht für große Teile des Frankfurter Flughafens (Terminal 1) noch ein Haustarifvertrag bei einer Tochter der Fraport. In München sind die Personenkontrolleure im Öffentlichen Dienst.

Kommentare (3)

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Security

19.06.2012, 09:49 Uhr

Es wird nun endlich mal Zeit das in der Sicherheitsbranche aum mal gestreikt wird. Schlechter Lohn 12- 15 Stunden Arbeitszeit bis zu 300 Std.im Monat, manchmal nur 6 Std, zwischen zwei Schichten, 10-12 Arbeitstage am Stück. Manchmal nicht einmal eine Pause. Selbst auf die Toilette gehen nur nach langer Wartezeit auf die Ablösung. Chronischer Mangel an Mitarbeitern, da auf Grund dieser Bedingungen immer wieder die Menschen krank werden und..... Die Gewerbeaufsicht und Kunden sehen zu. Bravo.

Account gelöscht!

19.06.2012, 10:03 Uhr

Als Arbeitgeber würde ich einfach mal das Lohnbüro auch für die Zeit aussperren, mal sehen wie die Streikenden dann reagieren wenn die Lohnzahlung zu spät kommt.

B.Giertz

24.06.2012, 17:08 Uhr

Es wir mal Zeit, dass es in diesem Bereich richtig kracht !

Anfangs waren die Passagier-Kontrolleure fast immer bei der jeweiligen Flughafengesellschaft angestellt und somit quasi im öffentlichen Dienst. Auf jeden Fall wurden sie anständig bezahlt.

Dann kam das Outsourcing und die Bundespolizei als Auftraggeber nahm natürlich immer den billigsten Anbieter.
Nach Jahren der Kritik wurde dann die Tarifelöhne endlich erhöht aber schon bald fanden die Dienstleistungsfirmen einen neuen Weg Geld zu sparen. Nun wurden einfach die Bereitschaftszeiten nicht mehr bezahlt (wenn kein Flug abgeht).
Daher rühren auch diese ominösen Teilzeitverträge !!

Und das Personal was nicht bei der Passagierkontrolle eingesetzt ist (Zugangskontrollen, Flugzeugbewachung usw.) wird immer noch mit weniger als 10€ die Stunde abgespeist !!!

So viel, oder besser so wenig ist in diesem Land also die Sicherheit im Flugverkehr wert .....

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