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30.12.2015

14:53 Uhr

Sidecar

Uber-Konkurrent gibt auf

Sidecar ging 2012 mit Unterstützung von Google Ventures und dem britischen Milliardär Richard Branson an den Start – und machte anderen Fahrdienstanbietern wie Uber und Lyft Konkurrenz. Jetzt ist jedoch Schluss.

Wegen mangelnder Kapitalausstattung kann Sidecar nicht mit Uber Schritt halten. dpa

Fahrdienst Uber

Wegen mangelnder Kapitalausstattung kann Sidecar nicht mit Uber Schritt halten.

San FranciscoDer US-Fahrdienstanbieter Sidecar, als Konkurrenz von Uber und Lyft gestartet, gibt auf. Am 31. Dezember sei Schluss, teilte die Firma am Dienstag in San Francisco mit. Der Gründer und Unternehmenschef Sunil Paul machte die mangelnde Kapitalausstattung für das Aus verantwortlich. Sidecar sei bis zuletzt „Innovationsführer“ gewesen und habe „kontinuierlich“ neue Produkte herausgebracht, die Messlatte für die Konkurrenz gewesen seien, erklärte Paul.

Sidecar war 2012 mit der Unterstützung von Google Ventures und dem britischen Milliardär Richard Branson gegründet worden. Das Unternehmen sammelte laut CB Insights 35 Millionen Dollar (32 Millionen Euro) ein – doch erhielten Uber und Lyft Milliarden. Anfang dieses Jahres versuchte es das Unternehmen noch mit einer Ausweitung seiner Dienstleistungen: Die Fahrer lieferten auch Lebensmittel und Blumen sowie sogar Marihuana aus, wo dies erlaubt war.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Der Unternehmensgründer Paul erklärte am Mittwoch, Sidecar habe vor fast vier Jahren das Mitfahren mit einer App neu erfunden, die Leute auf der Suche nach einem Transportmittel und Fahrer von Privatautos zusammenbrachte. „Es war sicher, bequem und bezahlbar“ – und es habe sich schnell durchgesetzt, erklärte Paul. Er sei stolz auf das Erreichte. Zwar werde der Liefer- und Mitfahrdienst eingestellt, doch werde Sidecar als Unternehmen weiter bestehen.

Von

afp

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