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21.08.2013

11:55 Uhr

Siemens, IBM, Microsoft

Chinas Preiswächter drangsalieren offenbar ausländische Firmen

China nimmt die Geschäftspraktiken ausländischer Firmen intensiv unter Lupe. Insider berichten nun von massivem Druck von Seiten der Wettbewerbshüter. Die mächtigen Behörden sollen ihre Macht missbraucht haben.

Der Technologiekonzern Siemens soll laut Reuters-Insidern zu den unterdrückten Unternehmen gehören. dpa

Der Technologiekonzern Siemens soll laut Reuters-Insidern zu den unterdrückten Unternehmen gehören.

PekingSiemens und andere internationale Konzerne werden von Chinas Wettbewerbshütern massiv unter Druck gesetzt. Insiderinformationen zufolge hat ein hochrangiger Vertreter der Regierungsbehörde NDRC den Anwälten von etwa 30 ausländischen Firmen nahegelegt, alle Vorwürfe von Wettbewerbsverstößen zu akzeptieren. Zudem habe er im Juli bei Beratungen in einem Hotel in Peking davor gewarnt, externen Rechtsbeistand einzuschalten, sagten zwei Personen, die an dem Treffen teilnahmen, der Nachrichtenagentur Reuters.

„Die Botschaft war folgende: Wenn ihr euch zur Wehr setzt, könnte ich die Strafen verdoppeln oder verdreifachen“, sagte ein Insider. Der NDRC-Bereichsleiter Xu Xinyu habe den Anwälten gezeigt, wie sie „Selbstkritik“ üben können und Kopien von Briefen von Firmen herumgereicht, die in der Vergangenheit mit der Behörde kooperiert hätten.

China nimmt die Geschäftspraktiken internationaler Firmen im Land intensiv unter die Lupe. An vorderster Front steht dabei die NDRC, die für die Überwachung der Preisgestaltung zuständig ist. Eine vollständige Liste der bei dem Treffen vertretenen Firmen lag Reuters nicht vor.

Genannt wurden neben Siemens auch IBM, Intel, General Electric, Microsoft, Michelin, die Danone -Tochter Dumex sowie der Tetra Pak. Einzig der schwedische Verpackungskonzern bestätigte eine Teilnahme an der Veranstaltung, wollte sich aber nicht näher dazu äußern. Von allen anderen Unternehmen sowie von der NDRC waren keine Stellungnahmen zu erhalten.

Offiziell wurde das Treffen als Seminar über das Kartellgesetz des Landes angesetzt, das seit fünf Jahren in Kraft ist. Es wurde auf chinesisch abgehalten. Anwesend waren auch Vertreter des Handelsministeriums und der Behörde für Industrie und Handel (SAIC), die die Marktaufsicht innehat. Sie wurden jedoch von dem Bereichsleiter der NDRC in den Schatten gestellt, dessen Aussagen von Teilnehmern als Drohung empfunden wurden. Parallel fand ein entsprechendes Training für chinesische Firmen statt. Über den genauen Inhalt wurde jedoch nichts bekannt.

Kommentare (5)

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21.08.2013, 12:43 Uhr

Tja, wer international Geld scheffeln will, muss sich an die Gegebenheiten des jeweiligen Landes halten. Das sollte man in Europa auch mal lauter sagen. Marktwirtschaft in und mit China funktioniert nicht.
Auch nicht wenn man den Dreck eben woanders produzieren will weil dort Menschenleben nicht soviel "wert" sind.
Die Probleme werden noch größer je weniger man sich um seinen eigenen Markt vor der Haustür kümmert.
Und es dann nicht mehr heisst "Made in Germany", sondern sponsered by China.

Manfred

21.08.2013, 12:57 Uhr

Verstoß gegen das Gesetz mit entsprechenden Folgen wird als drangsalieren bezeichnet!
Wo leben wr denn? Nur weil Unternehmen in Europa Gesetze umgehen muss doch im Rest der Welt nicht ebenfalls derartige Vorgehensweise als gut akzeptiert werden.
Kein Wunder das aus DE eine Bananenrepublik geworden ist.

Joachim67

21.08.2013, 13:33 Uhr

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