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21.03.2013

19:52 Uhr

Simba Dickie übernimmt

Märklin soll „zurück ins Kinderzimmer“

Es geht um die Kunden von morgen. Der neue Märklin-Eigentümer, Michael Sieber, will künftig gezielt die junge Käufer ansprechen. Zudem sollen die Modelleisenbahnen der Marke viel bekannter im Ausland werden.

Michael Sieber, Chef der Simba Dickie Group, will Märklin zu altem Glanz verhelfen. dpa

Michael Sieber, Chef der Simba Dickie Group, will Märklin zu altem Glanz verhelfen.

Fürth/GöppingenDer neue Eigentümer von Märklin will die Modelleisenbahn wieder verstärkt in die Kinderzimmer bringen. Nur so schaffe man sich den kaufkräftigen Sammler von morgen, sagte der Chef des Bobby-Car-Produzenten, Michael Sieber, am Donnerstag in Fürth. Zugleich will Sieber den Exportanteil der Märklin-Gruppe deutlich erhöhen. „Hier kann die Simba Dickie Group mit ihrer Auslandserfahrung Märklin sicher tatkräftig unterstützen“, so Sieber.

Der bisherige Insolvenzverwalter Michael Pluta nannte die am Donnerstag offiziell bekanntgegebene Übernahme von Märklin durch den Simba-Dickie-Chef und dessen Sohn Florian ein „doppeltes Happy End“. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Sieber hatte das Unternehmen am Donnerstag zusammen mit seinem 28 Jahre alten Sohn übernommen. Florian Sieber soll das Unternehmen künftig zusammen mit den bisherigen gleichberechtigten Geschäftsführern Wolfrad Bächle und Stefan Löbich führen. Die am Donnerstag notariell besiegelte Übernahme tritt in Kraft, sobald das Kartellamt sein grünes Lichte gegeben hat.

Firmensitz soll auch weiterhin Göppingen bleiben. Ein Personalabbau sei nicht geplant. Die Märklin-Gruppe mit den Marken Trix und LGL beschäftigt 1100 Mitarbeiter, 480 davon in Ungarn. Eine von Sieber ausgesprochene Arbeitsplatzgarantie sichert ihre Jobs mindestens bis 2019. Im Gegenzug müssen die Beschäftigten weiter auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Dafür erhalten sie im Fall von Gewinnen Bonuszahlungen, erläuterte der bisherige Insolvenzverwalter. Das sei in doppelter Hinsicht ein Glücksfall: Zum einem übernehme sein Wunschkandidat Märklin, zum anderen könnten die Forderungen der 1400 Gläubiger zu 100 Prozent bedient werden.

Was die Markenstrategie angehe, so Sieber, solle Märklin zunächst als eigene Marke auftreten. „Märklin ist eine Spielwaren-Ikone, wie Schuco und Steiff - daran wollen wir nichts ändern“, betonte Sieber. Allein 2013 seien Investitionen in neue Produkte und einen Ausbau des Werks um ungarischen Györ in Höhe von rund neun Millionen Euro geplant.

Märklin hatte 2012 nach Plutas Angaben 109 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet - und damit etwa so viel wie im Jahr 2011. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern liege mit rund 10 Millionen Euro ebenfalls auf dem Niveau der Vorjahre, deutete Pluta an. Genaue Zahlen will das Unternehmen aber erst in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Der Umsatz der Simba Dickie Group lag im abgelaufenen Jahr bei 615 Millionen. Unter dem Dach der Gruppe sind mehr als ein Dutzend Marken versammelt, darunter die Marken Schuco, Smoby und Big. Der Konzern gehört zu den Top 10 der weltgrößten Spielwarenhersteller. Gesellschafter der Gruppe sind Familienmitglieder.

Von

dpa

Kommentare (2)

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mon_yburns@central.banktunnel.eu

21.03.2013, 23:45 Uhr

Die Eisenbahnsimulation ist eindeutig billiger und verbraucht weniger Platz!

Beobachter

23.03.2013, 09:44 Uhr

Märklin sollte auch wieder mehr auf Qualität seiner Produkte setzen. Was ich allein in letzter Zeit an Reklamationen einschicken musste, ist mehr als ärgerlich für Kunde und Unternehmen. Allein was die aktuellen Antriebe betrifft sowie Ansteuerung und Sounds, vieles ist da einfach nicht mehr hinnehmbar. Warum hat man nicht weiter auf den inzwischen ausgereiften Softdrive Sinus gesetzt? Da werden dann Loks wieder mit kreischendem Hochleistungsantrieb verkauft oder ein ,,billiger" Chinamotor verbaut. Auch ist es unmöglich dass Epoche III Lokomotiven erscheinen, aber die dazu passenden Schnellzugwagen aus dem Sortiment genommen werden. Oder es kommt eine Epoche IV Diesellok der Baureihe 212, die im Programm befindlichen Silberlinge sind Epoche III. Das ganze wirkt dann alles was abenteuerlich und nicht nach echter Verkaufsstrategie. Und spricht man dann auf Ausstellungen verantwortliche Märklin-Mitarbeiter auf diese Mißstände an, erhält man nur fragwürdige Antworten. Da fühlt sich mancher Kunde nicht ernst genommen. Ich hoffe aber dass unter neuer Führung sich einige Mißstände abstellen lassen und dass auch nicht nur der Sammler im Vordergrund steht wo eine Einmalserie die andere jagt. Wer mehr auf Kinder als Kunden abziehlt, der muss auch berücksichtigen dass Kinder nicht in kurzer Zeit mal eben nach und nach 200-300 Euro ausgeben können um sich einen Zug zusammen zu stellen.

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