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13.01.2014

12:41 Uhr

Sinkende Preise

Südzucker-Gewinn bricht ein

Südzucker, Europas größter Zuckerproduzent, hat derzeit gleich zwei Probleme: Zum einen steigen die Rohstoffpreise immer weiter an, zum anderen sinkt die Nachfrage. Der Aktienkurs steigt aber dennoch.

Im größten Südzucker-Segment Zucker schmilzt der Gewinn, da der MDax-Konzern den Bauern für den Rohstoff Zuckerrüben bei schlechterer Ernte mehr zahlen muss. dapd

Im größten Südzucker-Segment Zucker schmilzt der Gewinn, da der MDax-Konzern den Bauern für den Rohstoff Zuckerrüben bei schlechterer Ernte mehr zahlen muss.

Frankfurt/WienSüdzucker kämpft weiter mit steigenden Rohstoffpreisen und einer schwächelnden Nachfrage. Bei Europas größtem Zuckerproduzenten schrumpften im dritten Quartal sowohl Umsatz als auch Gewinn, wie die Mannheimer am Montag mitteilten. Weil das Minus aber geringer ausfiel als erwartet, legten die Aktien des Konzerns um bis zu 9,4 Prozent auf 21,22 Euro zu. "Die Reaktion ist eine Erholungsrally", sagte ein Händler. Nach einer Prognosesenkung im November hätten viele mit deutlich schlechteren Zahlen gerechnet.

Doch auch wenn Südzucker in der Gunst der Anleger zunächst wieder stieg, sind die Probleme des Konzerns nicht gelöst: Das Betriebsergebnis brach auch wegen sinkender Absatzpreise von September bis November um 29 Prozent auf 181 Millionen Euro ein. Analysten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang auf 150 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz des Konzerns sank um knapp sieben Prozent auf 2,08 Milliarden Euro.

Vor allem im größten Segment Zucker schmilzt der Gewinn, da der Konzern den Bauern für den Rohstoff Zuckerrüben bei schlechterer Ernte mehr zahlen muss. Zugleich sind die Weltmarktpreise für Zucker gesunken, was die Erlöse aus dem Export schmälert. Das bekommt auch die österreichische Tochter Agrana zu spüren, die ihre Umsatzprognose kippte: Statt eines leichten Anstiegs erwartet das Unternehmen nun lediglich Erlöse auf dem Vorjahresniveau von rund 3,1 Milliarden Euro. Dem Tochterunternehmen CropEnergies macht der sinkende Bioethanol-Preis zu schaffen, für den der größte deutsche Biosprit-Hersteller Billigimporte aus den USA verantwortlich macht.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt

Platz 10

Tyson Foods

Umsatz 2012: 33,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus vier Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Quelle: OC&C

Platz 9

Archer Daniels Midland

Umsatz 2012: 34,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus sechs Prozent

Operative Marge (2012): zwei Prozent

Platz 8

Mondelez (ehemaliges Auslandsgeschäft von Kraft Foods)

Umsatz 2012: 35 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 15 Prozent

Platz 7

JBS

Umsatz 2012: 37,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus 24 Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Platz 6

AnheuserBusch Inbev

Umsatz 2012: 39,8 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 34 Prozent

Platz 5

Coca-Cola

Umsatz 2012: 47,9 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 24 Prozent

Platz 4

PepsiCo

Umsatz 2012: 65,5 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 3

Unilever

Umsatz 2012: 66 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 2

Procter & Gamble

Umsatz 2012: 83,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 18 Prozent

Platz 1

Nestlé

Umsatz 2012: 98,4 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 16 Prozent

Rasche Besserung ist nach Einschätzung der Analysten von Hauck & Aufhäuser nicht in Sicht: Die sinkenden Zuckerpreise in Europa dürften den MDax-Konzern auch im kommenden Geschäftsjahr 2014/15 stark belasten, erklärten sie.

Für das Geschäftsjahr 2013/14 bekräftigte Südzucker die im November drastisch gesenkte Prognose: Das operative Konzernergebnis soll um mehr als dreißig Prozent auf rund 650 Millionen Euro zurückgehen. Die Erlöse würden mit 7,6 Milliarden Euro unter dem Vorjahresniveau von 7,9 Milliarden Euro liegen.

Von

rtr

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