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13.09.2016

14:22 Uhr

Sinn-Leffers-Insolvenz

Die Mittelständler kämpfen ums Überleben

VonFlorian Kolf

Der Modefilialist Wöhrl hat sich mit Sinn-Leffers übernommen. Die Tochterfirma muss Insolvenz anmelden. Das Unternehmen ist kein Einzelfall: Weshalb mittelständische Modehändler immer mehr in die Defensive geraten.

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DüsseldorfFür die Rudolf Wöhrl AG sollte es der große Sprung werden. Als der Modefilialist vor vier Jahren die Sinn-Leffers-Gruppe übernahm, schwärmte Seniorchef Gerhard Wöhrl: „Sinn-Leffers passt perfekt zu Wöhrl.“ Er erwarte, dass sich beide Unternehmen „gegenseitig effektiv in ihrem Wachstumskurs stärken“.

Doch schon bald wurde klar: Wöhrl hat sich mit Sinn-Leffers übernommen. Die erhofften Synergien sind größtenteils ausgeblieben, die Neuerwerbung war offenbar eher Belastung als Bereicherung. Deutliches Zeichen dafür: Die Familie Wöhrl, die Sinn-Leffers von der deutschen Industrie Holding übernommen hatte, reichte das Unternehmen nie wie geplant an die Wöhrl AG weiter.

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Nun scheint Wöhrl die Gunst der Stunde zu nutzen und das Problem zu lösen: Nur wenige Tage, nachdem sich Wöhrl selbst durch ein sogenanntes Schutzschirmverfahren vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt hatte, stellte die Schwester Insolvenzantrag. Nun kann Sinn-Leffers in einem Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung saniert werden – ohne dass die Sanierung der ebenfalls angeschlagenen Rudolf Wöhrl AG dadurch weiter belastet wird.

Die Eskalation bei Wöhrl und Sinn-Leffers ist nur ein besonders spektakuläres Beispiel für eine Branche, die insgesamt ums Überleben kämpft. Gerade die mittelständischen Textilhändler, die viele verschiedene Marken anbieten, wie Peek & Cloppenburg, Breuninger oder C&A, tun sich schwer. Zum einen kaufen immer mehr Kunden ihre Mode im Netz, zum anderen umgehen zahlreiche Markenhersteller den traditionellen Handel und verkaufen in ihren eigenen Markenshops direkt an die Kunden.

Die Zahl der selbstständigen Textilhändler hat sich seit der Jahrtausendwende fast halbiert, schätzt der Bundesverband des deutschen Textilhandels (BTE). Waren es ursprünglich mehr als 35.000 Unternehmen, ist ihre Zahl nun auf etwa 18.000 gesunken. Nach Berechnungen des BTE sanken die Umsätze im mittelständischen Modefachhandel im ersten Halbjahr 2016 weiter – um durchschnittlich zwei bis drei Prozent. Nach Berechnungen der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“, die wöchentlich die Umsätze zahlreicher Bekleidungshändler erhebt, machten im vergangenen Jahr 60 Prozent der Modehändler Verluste.

Kommentare (3)

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Frau Annette Bollmohr

13.09.2016, 14:55 Uhr

"Der Onlinehandel hat bei der Mode schon einen Umsatzanteil von rund 15 Prozent – mehr als in jeder anderen Branche. Nach Schätzungen von Experten dürfte dieser Anteil in wenigen Jahren auf rund 20 Prozent steigen – ..."

Auch wenn es sicher für viele schmerzlich ist, das ist einfach der Lauf der Dinge ("Eins, zwei drei, im Sauseschritt - läuft die Zeit, wir laufen mit", W. Busch).

Aber: Es wird sicher auch in Zukunft Menschen geben, die auf das sinnliche Erlebnis, Kleidung sehen, anfassen (und vor allem anprobieren) zu können nicht verzichten wollen.

Account gelöscht!

13.09.2016, 15:17 Uhr

Herr carlos santos13.09.2016, 13:57 Uhr
SINN-LEFFERS, FLEISCHMANN, KETTLER
Diese Traditionsfirmen gingen insolvent
Der Modehändler Sinn-Leffers hat Insolvenz angemeldet. Das Hagener Unternehmen ist aber nicht die erste deutsche Kultmarke, der das Geld ausgeht. Diese Traditionsfirmen rutschten ebenfalls in die Pleite.

........................................

Doch die Europäische Union sieht den Aufschwung in Europa kommen ! :-))))))))))

Doch die Europäische Zentralbank sieht die Inflation steigen ! :-)))))))))))))))))))))

UND DIE ARBEITSÄMTER EUROPAS MELDEN BALD :

" Wir haben das Rekord der größte europäische gemeldete Arbeitslosigkeitszahlen geknackt ! "

Und ist Deutschlands neuester Motto für den einst VW als ersatz :

" Und es steigt...und steigt...und steigt ! "

Account gelöscht!

13.09.2016, 15:18 Uhr

Die EU mit ihren einseitigen Wettbewerbsregeln (Verbots- und Vorschreibungsgesetzen) zu gunsten der Konzerne und zum Nachteil der Einzelunternehmer und des Mittelstand machen es möglich, dass es bald keinen Einzelunternehmer und Mittelständller mehr in Deutschland und Europa gibt.
Nicht nur über die EU greift somit die mittelstandsfeindliche und konzernfreundliche US-Obama und Clinton Regierung in den europäischen und deutschen Markt = Volkswirtschaften ein, sondern auch über TTIP und CETA wird mehr und mehr der Mittelstand und der Einzelunternehmer mit Gesetzen und Auflagen zu grunde gerichtet. Bis es dann nur noch einen Einheitsbrei aus Großkonzernen gibt, der von den Eliten aus den USA und einigen EU Politik Bonzen gesteuert wird. Freier Wettbewerb mit solchen politischen einseitigen Gesetzgebungen, die jeder Grundlage eines freien Markt-Wettbewerbs missachten und Gesetze zu Gunsten der Großen Eliten Konzerne gegossen werden gehören schon längst an verboten. Es gibt zuviele Verbotsgesetze und Verordnungen die eine freie Marktwirtschaft nicht mehr garantieren.

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