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26.06.2013

07:17 Uhr

Smith & Wesson

Geld verdienen, bis es knallt

VonNils Rüdel

Aus Angst vor schärferen Gesetzen rennen die Amerikaner in die Waffenläden. Hersteller können sich vor Bestellungen kaum retten, wie die Rekord-Zahlen von Smith & Wesson zeigen. Doch im Boom lauern auch Gefahren.

„Dirty Harry“ alias Clint Eastwood mit einer Waffe des amerikanischen Herstellers Smith & Wesson: Die Filmreihe hat den Revolver „Model 29“ in den 70er Jahren berühmt gemacht. dpa

„Dirty Harry“ alias Clint Eastwood mit einer Waffe des amerikanischen Herstellers Smith & Wesson: Die Filmreihe hat den Revolver „Model 29“ in den 70er Jahren berühmt gemacht.

New YorkFilmfreunde wissen schon lange, wie man sich am besten gegen Schurken durchsetzt. Von „Dirty Harry“ alias Clint Eastwood persönlich. „Werft die Kanonen hin, wir werden euch sonst hier nicht rausspazieren lassen“, ruft der Film-Cop, als er ganz alleine einer Bande von Räubern gegenübertritt. „Wer ist wir?“, fragt der Gangster siegesgewiss. „Smith, Wesson und ich“, antwortet Harry, zieht eine 44er Magnum aus dem Gürtel und drückt ab.

Die Filmreihe hat den Revolver „Model 29“ von Smith & Wesson in den 70er Jahren berühmt gemacht. In der Folge kam der US-Waffenhersteller mit den Bestellungen gar nicht mehr hinterher. Die „stärkste Handfeuerwaffe der Welt“ (Eastwood in „Dirty Harry I“) war zur Ikone geworden. Inzwischen liegt sie im Museum der US-Waffenlobby National Rifle Organisation (NRA).

Heutzutage braucht Smith & Wesson solche Werbung nicht mehr – die Amerikaner laufen der Firma auch so die Bude ein. Waffenhersteller wie jener aus Springfield, Massachusetts, oder die US-Konkurrenten Freedom Group und Sturm, Ruger & Company erleben geradezu fantastische Zeiten, nachdem die Politik versucht, im Angesicht der jüngsten Amokläufe die Waffengesetze zu verschärfen.

Und so legte Smith & Wesson, Hersteller vor allem von Dienstwaffen für Polizei und Militär, aber auch von Pistolen und Gewehren für den Privatgebrauch, am Dienstag erneut starke Ergebnisse vor. Man habe den Ansturm der Kunden kaum bewältigen können, hieß es in einer Mitteilung nach Börsenschluss. „Eine deutliche Erhöhung der Kapazität in der Herstellung, verbunden mit einer robusten Nachfrage nach Feuerwaffen, hat zu höheren Umsätzen geführt“, sagte Firmenchef James Debney.   

In Zahlen sieht das so aus: Im vergangenen Jahr verfünffachte sich der Nettogewinn laut Mitteilung auf rund 78 Millionen Dollar, der Umsatz legte um fast die Hälfte auf 588 Millionen zu. Beides seien Rekordwerte. Im vergangenen Quartal, das am 30. April endete, ging es dann so weiter:  Der Nettogewinn verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 25 Millionen Dollar, der Umsatz stieg um mehr als ein Drittel auf 178 Millionen. Die Prognosen für das laufende Quartal und das Gesamtjahr liegen über den Schätzungen von Analysten.

Kommentare (11)

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vandale

26.06.2013, 08:00 Uhr

Waffen gehen bei sachgemässer Lagerung nicht kaputt. Der US Markt wird deshalb irgendwann gesättigt sein und die Umsätze stagnieren, oder sinken.

Vandale

Diktator

26.06.2013, 08:01 Uhr

Die Amerikaner z.B. werden ihre Waffen jetzt sehr bald brauchen um ihre Freiheit zu verteidigen.
Martial Law ist geplant. Was wird wohl als Auslöser dafür benutzt ?
Die Waffen werden ihnen aber nichts nutzen. Zu stark wird die Macht der Unterdrücker sein...
In Deutschland werden die Waffen wohl nur zur Verteidigung gegen räuberische Banden benutzt werden - nach dem geplanten Chaos. Was wird der Auslöser ? Die Bamksterkrise, "Hackerterrorismus", Syrien, Derivateblase .....

Account gelöscht!

26.06.2013, 08:10 Uhr

Den Quatsch höre ich seit 30 Jahren. Und immer heißt es "sehr bald" oder "demnächst".

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