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08.12.2015

18:22 Uhr

Sodastream und der Keurig-Verkauf

Der heimliche Gewinner des Reimann-Coups

Ein Kaffee-Deal sorgt für Bewegung auf dem Markt für Kaltgetränke: Nach dem Kauf des Kapsel-Konzerns Keurig durch die deutsche Milliardärsfamilie Reimann schöpft Sodastream Hoffnung. Klopft bald Coca-Cola an?

Profitiert der Wassersprudler-Konzern vom Keurig-Verkauf? Screenshot Youtube

Sodastream-Werbestar Scarlett Johansson

Profitiert der Wassersprudler-Konzern vom Keurig-Verkauf?

New York/Tel AvivDie Aktionäre von Keurig Green Mountain waren nicht die einzigen, die sich über die Übernahme ihres Unternehmens für 13,9 Milliarden Dollar gefreut haben. Auch bei Sodastream kletterte der Kurs. Die Aktie des Wassersprudler-Konzerns verteuerte sich am Montag in New Yorker um elf Prozent auf 15,51 Dollar – der größte Kurssprung seit Mai. Zuvor hatte ein Konsortium um die JAB Holding der deutschen Milliardärsfamilie Reimann die Übernahme des US-Kaffeekonzerns Keurig bekanntgeben.

Es ist noch gar nicht so lange her, da zitterten die Sodastream-Aktionäre vor Keurig: Zusammen mit Partner Coca-Cola, der sich zuvor eingekauft hatte, trat der Konzern in den Markt für Kaltgetränke ein. Die Anteilseigner von Sodastream bangten um das Umsatzwachstum.

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Doch das Konkurrenzprodukt des Kaffeekonzerns für gekühlte Getränke kommt auf dem Markt langsamer voran als erwartet. Nach der Übernahme durch die Reimanns könnte das Unternehmen ganz aus dem Geschäft aussteigen, meinen Analysten wie Jim Duffy von Stifel Financial in Denver. Der Keurig-Ausstieg, so Duffy, könnte sich als Segen für Sodastream erweisen.

„Keurig Cold war teuer und ist eher ein Flop“, sagt Duffy. Für Sodastream „würde es bedeuten, dass die Konkurrenz schwindet – sie wären der einzige Anbieter in dieser Kategorie, und wenn einer der großen Getränkekonzerne einen Partner sucht, dann wären sie dafür geeignet“.

Die Keurig-Übernahme hat aber auch Spekulationen wieder aufleben lassen, dass Sodastream selbst zum Akquisitionsziel werden könnte. Firmenchef Dan Birnbaum versucht, den Umsatz zu stärken, indem er Sodastream als gesundheitsbewussten Anbieter von Trinkwassersprudlern positioniert. Die frühere Marketingstrategie, gegen die Brause-Giganten Coca-Cola und Pepsico anzutreten, ist längst Geschichte.

Doch die Erlöse von Sodastream sinken seit vier Quartalen und dürften dieses Jahr um 19 Prozent auf 414 Millionen Dollar zurückgehen. Es wäre das zweite Jahr mit einem Umsatzrückgang, ergaben Analystenschätzungen von Bloomberg.

„Ich bin nicht sicher, dass durch den Keurig-Deal eine Übernahme von Sodastream wahrscheinlicher wird“, erklärt Yousef Abbasi, Marktstratege bei Jones Trading in New York. „Aber der Gedanke setzt sich in den Köpfen der Investoren fest – und diejenigen, die die Aktie leer verkauft haben, machen sich Sorgen.“

Der Sodastream-Aktienkurs profitierte nach Angaben von Aktienhändler Joshua Schachter von Snow Capital aber auch von der Mitteilung, dass das israelische Unternehmen eine Börsennotierung in Tel Aviv anstrebt, was die Nachfrage nach der Aktie antreiben würde. Schachter ist auch nicht der Ansicht, dass Keurig das Geschäft mit Kaltgetränken aufgeben wird. Sorgen macht ihm das nicht: „Der Markt ist groß genug, dass sich beide entwickeln können.“ Der Aktienkurs von Sodastream ist dieses Jahr um 23 Prozent gefallen, nach einem Einbruch um 59 Prozent im Vorjahr.

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