Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.06.2012

13:58 Uhr

Sommersaison

Gastgewerbe feiert Umsatzplus

Deutschlands Gastronomen und Hoteliers rechnen mit einer glänzenden Sommersaison. Der Branchenverband erhöht die Prognose. Doch die Konjunkturschwäche und steigende Kosten könnten den Gastwirten die Vorfreude verderben.

Urlaub in Deutschland ist beliebt. Das freut die heimischen Hoteliers. dpa

Urlaub in Deutschland ist beliebt. Das freut die heimischen Hoteliers.

BerlinDeutschlands Hoteliers und Gastronomen strotzen trotz der Euro-Schuldenkrise vor Zuversicht. Die Branche blickt optimistisch auf die Sommersaison und erhöht ihre Prognose für das Umsatzwachstum 2012 auf drei von bislang zwei Prozent. "Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können", betonte der Präsident des Verbandes Dehoga, Ernst Fischer, am Montag. Das Gastgewerbe profitiere vom robusten Arbeitsmarkt und der stärkeren Inlandsnachfrage. Die Branche sei aber sehr konjunktursensibel, mahnte Fischer: "Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und weltweit eintrüben, dann werden wir dies sicher auch zu spüren bekommen."

Rund 85 Prozent der Hoteliers und etwa 82 Prozent der Restaurant- und Kneipenbesitzer peilen zwischen April und September stabile oder bessere Geschäfte an als vor einem Jahr. Dies geht aus einer Mitgliedsumfrage hervor, die der Dehoga Anfang Mai abgeschlossen hat. Seitdem jedoch zeigten Konjunkturdaten, dass in Deutschland die Skepsis bei Firmen und Verbrauchern wächst. Forscher des Essener RWI-Instituts etwa gehen für dieses Frühjahr nur von mauer Kauflaune aus. Auch in der Euro-Zone, den USA und in China trübte sich die Stimmung ein, was an den Finanzmärkten die Unsicherheit erhöht.

Für Zuversicht in der Branche sorgt, dass Deutschlandurlaub weiter im Trend liege. Nach einem Rekordwert 2011 sei die Zahl der Übernachtungen in der Hotellerie von Januar bis März um sechs Prozent auf 96 Millionen gestiegen, sagte Fischer.

Im Winterhalbjahr habe sich die Geschäftslage bei Hoteliers und zunehmend auch in der Gastronomie verbessert. Dennoch bleibe die Ertragssituation angespannt. Steigende Betriebskosten führten bei rund 43 Prozent der Hoteliers zu sinkenden Gewinnen, sagte Fischer. Bei Restaurants, Kneipen und Bars seien die Erträge in fast jedem zweiten Betrieb geschmolzen - obwohl die Umsätze so gut liefen wie seit rund fünf Jahren nicht. Grund dafür seien steigende Kosten für Lebensmittel und Energie.

Sorgen bereiten der Branche auch die Debatte um Mindestlöhne und eine Tarifreform der Musikverwertungsgesellschaft Gema. Wegen der für 2013 geplanten neuen Tarife kämen auf Clubs, Discos und Musikkneipen Erhöhungen von bis zu 2000 Prozent zu, kritisierte Fischer. Viele Musikveranstaltungen - auch bei Stadt- und Vereinsfesten - seien dann nicht mehr finanzierbar.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×