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04.04.2011

15:30 Uhr

Southwest-Zwischenfall

„Wir waren geschockt“

VonNils Rüdel

123 Menschen kamen mit dem Schrecken davon, als bei einer Southwest-Maschine ein Loch in der Decke aufriss. Der Billigflieger lässt seine Maschinen untersuchen - doch es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art.

Boeing 737-300 der Southwest: Bei einer baugleichen Maschine riss während des Fluges die Kabinendecke auf. Quelle: dapd

Boeing 737-300 der Southwest: Bei einer baugleichen Maschine riss während des Fluges die Kabinendecke auf.

DüsseldorfWenn ein Flugzeug erst einmal in diese Höhen aufgestiegen ist, haben die Passagiere den gefährlichen Start längst hinter sich. In 35.000 Fuß, etwa 11.000 Metern, wird serviert, geschlafen, auf die Toilette gegangen. Statistisch gesehen geschieht im Reiseflug fast nie etwas Besorgnis erregendes.

Doch was sich am Freitag an Bord von Flug 812 der US-Billigairline Southwest abgespielt hat, hat damit wenig zu tun.

Ein lauter Knall schreckt die Passagiere aus ihrer Nachmittagsruhe. Kurz darauf reißt ein Loch in der Decke der Boeing 737 auf, die Sauerstoffmasken fallen herunter. Panik bricht aus, Menschen halten sich an den Händen, viele weinen, wie Augenzeugen später berichten.

Doch die Piloten reagieren besonnen und leiten das Standardverfahren ein, einen Notsinkflug auf 3.000 Meter. Schließlich landen sie die lädierte Maschine, die auf dem Weg von Phoenix/Arizona ins kalifornische Sacramento war, sicher auf einem Militärflugplatz in der Wüste. "Wir waren geschockt", sagt Passagierin Debbie Downey aus Reihe 16 später dem Sender CNN. "Mein Mann und ich konnten den blauen Himmel durch das Loch sehen, Drähte und Kabel. Es war furchtbar".

Das Drama von Flug 812, das für 118 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder glimpflich abgelaufen ist, hat nun ein ernstes Nachspiel. Southwest hatte bereits am Wochenende eine "entschlossene Untersuchung" angekündigt und damit begonnen, sämtliche 79 Maschinen des Typs Boeing 737-300 zu überprüfen.

Ergebnis bis Montagfrüh: Bei drei Flugzeugen wurden feine Risse in der Außenhülle entdeckt, wie Robert Sumwalt, Ermittler der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, sagte. Die Risse sollten nun begutachtet und repariert werden, bevor die Flugzeuge wieder in Betrieb gehen, teilte Southwest mit. Zwei Drittel der Maschinen stehen noch zur Inspektion an, bis Dienstagabend will die Airline damit fertig sein. Am Wochenende mussten deshalb etwa 600 Flüge abgesagt, werden, am Montag waren es weitere 100.

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