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04.07.2013

12:44 Uhr

Späte Ernte

Kartoffeln so teuer wie seit Jahrzehnten nicht

Kartoffeln sind deutlich teurer geworden. Der Erzeugerpreis für 100 Kilo liegt bei 65 Euro - statt wie im Vorjahr bei 25 Euro. Im Supermarkt kostet ein Kilo Kartoffeln bis zu 50 Prozent mehr. Schuld ist das Wetter.

Kartoffelernte in Niedersachsen. Wegen des kalten und nassen Frühlings mussten die Knollen später verpflanzt werden. Entsprechend schlecht fällt die Ernte aus. dpa

Kartoffelernte in Niedersachsen. Wegen des kalten und nassen Frühlings mussten die Knollen später verpflanzt werden. Entsprechend schlecht fällt die Ernte aus.

Bonn/HalleDer lange Winter und der verregnete Frühling machen Kartoffeln in diesem Sommer ungewöhnlich teuer. Die Kunden müssten im Laden zur Zeit für ein Kilo Frühkartoffeln im Schnitt 1,45 Euro zahlen, sagte der Marktanalyst Christoph Hambloch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Vor einem Jahr seien es 90 Cent pro Kilo gewesen.

Kartoffeln wurden in diesem Jahr wegen des kalten und nassen Wetters später als sonst gepflanzt, erst jetzt ist die Ernte angelaufen. Zudem habe es weniger Importe aus Anbau-Ländern wie Spanien und Ägypten gegeben, weshalb das Angebot an Frühkartoffeln nun knapp sei, sagte Hambloch.

Spaniens Landwirte würden wegen der geringen Verdienstmöglichkeiten immer weniger Kartoffeln anbauen. Die Lieferanten in Ägypten hätten sich in diesem Jahr nicht auf den hohen Bedarf in Deutschland eingestellt, sondern sich stärker auf den russischen Markt konzentriert, wo andere Kartoffelarten bevorzugt würden als hierzulande.

Die Produzentenpreise in Deutschland haben sich laut Hambloch im Vergleich zum vergangenen Jahr verdoppelt. Aktuell würden die Landwirte in Rheinland-Pfalz für 100 Kilogramm Frühkartoffeln 65 Euro nehmen, vor einem Jahr seien es 32 bis 33 Euro gewesen. Die Preise beziehen sich auf lose Ware, die an Abpackstationen geht.

Die Überschwemmungen im Süden und Osten Deutschlands spielen laut Hambloch keine Rolle für die Kartoffelernte. An den Flussufern gebe es so gut wie keine Kartoffeläcker.

Die Deutschen werden wohl den ganzen Sommer lang beim Kartoffeleinkauf tiefer in die Tasche greifen müssen, bis die Ernte abgeschlossen und die Lager - auch mit Exportware - gefüllt sind: "Aus heutiger Sicht werden die Kartoffelpreise bis Mitte September wieder ein normales Niveau erreicht haben", sagte Hambloch der AFP. "Bis dahin bleiben sie aber auch teurer als sonst."

Von

afp

Kommentare (10)

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pendler

04.07.2013, 10:20 Uhr

ist doch mein reden:

- Reis
- Nudeln

Oder eben Salat essen. Kartoffeln haben eh nur fragwürdige Kalorien und sind irrelevant, wenn man sich gesund ernähren möchte.

kraehendienst

04.07.2013, 10:31 Uhr

"...haben eh nur fragwürdige Kalorien.." SEHR RICHTIG. Aber Reis, Nudeln sind genauso unnötig kalorien-aufgeladene Zuckerlieferanten und verdicken die Bevölkerung. LINSEN sind gesündester Kohlenhydratelieferant samt Eiweiß - Reis verschleimt den Darm, führt zu überhäufter Bakterienbildung, letztlich Polypen (gutartige Wucherungen) und zu aller letzt wenn keine Vorsorge betrieben wird zu Darmkrebs! Ebenso Nudeln mit ihrem hohen Zuckergehalt. Genauso Brot, das zwar biblisch besungen wird aber heute längst nicht mehr das ist was es ist. Ich lebe ohne diese Zuckerlieferanten und ihren "Beipässen" also bei Brot die Butter, Marmelade, Schinken, Wurst, Käse und ohne Nudeln, Reis, Kartoffeln - LINSEN! Es geht wunderbar!!

Account gelöscht!

04.07.2013, 10:45 Uhr

Kartoffeln so teuer wie seit Jahrzehnten nicht mehr? Wann waren Kartoffeln jemals so teuer? Ich erinnere mal kurz: Das sind um die 3 DM für ein Kilo.

Und es ist völlig egal wie das Frühjahrswetter in einem Jahr ist, es findet sich immer ein Grund, warum irgend Etwas teurer werden muss. Und einer freut sich immer: Der Finanzminister, er bekommt ja immer 7% davon ab.

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