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08.04.2014

13:46 Uhr

Später und teurer

Berliner Flughafen könnte noch mehr kosten

Der Bau des neuen Berliner Flughafens BER droht noch teurer zu werden. Der Aufsichtsrat will in seiner Sitzung Ende der Woche über eine zusätzlich benötigte Finanzspritze beraten. Die Summe liegt im Milliardenbereich.

Der Berliner Flughafen: Noch können hier keine Flugzeuge starten. dpa

Der Berliner Flughafen: Noch können hier keine Flugzeuge starten.

Berlin Der Berliner Flughafen könnte den deutschen Steuerzahler möglicherweise noch mehr kosten als bisher geplant. Wie ein Mitglied des Aufsichtsrats gegenüber dem Handelsblatt bestätigte, werde der Aufsichtsrat des geplanten Berliner Großflughafens BER auf seiner Sitzung am Freitag über einen zusätzlichen Finanzbedarf in Höhe von 1,1 Milliarden Euro beraten.

Nach dem inzwischen eineinhalb Jahre alten Kostenplan der Betreiber werden für den Flughafen Baukosten von 4,3 Milliarden Euro fällig. Die Summe könnte jedoch auf mehr als 5 Milliarden Euro steigen. Nicht eingerechnet sind der Bahnhof unter dem Terminal, die Schienen- und Straßenanbindung sowie Kreditzinsen.

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Spekulationen, nach denen der Bau bis zu acht Milliarden Euro kosten könnte, hatte der Vize-Aufsichtsratschef des neuen Hauptstadtflughafens, Rainer Bretschneider, zuletzt zurückgewiesen.
Die Liquidität des Flughafens soll bis Ende des Jahres reichen, spätestens dann müssen die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund, weitere Steuergelder nachschießen. Zuletzt hatten die Eigentümer Ende 2012 weitere Gelder bewilligt. Im Dezember waren die Gelder von der EU-Kommission genehmigt worden. Auch dieses Mal muss die EU den Plänen zustimmen.

Von

sk

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

08.04.2014, 14:08 Uhr

Für die Presse doch praktisch.
Für die nächsten Jahre immer die gleiche Überschrift.....


Berliner Flughafen könnte noch mehr kosten

08.04.2014, 13:46 Uhr

Der Bau des neuen Berliner Flughafens BER droht noch teurer zu werden.

Man ändert nur das Datum

:-)

Account gelöscht!

08.04.2014, 14:09 Uhr

Dafür ist Geld da - egal wie viel.
Aber das der Norden der Republik und Skandinavien demnächst von Europa abgekoppelt werden - das interessiert die in Berlin so gar nicht.
Schleusen am NO-Kanal - viel zu teuer. Ersatz für die Rader Hochbrücke schaffen - wieso? Nach dem letzten Gutachten hält die doch noch 12 Jahre. Muss man sich doch jetzt noch nicht drum kümmern. Da kann man nur hoffen, das die Initiative aus Flensburg Wirkung zeigt (www.tunnel2025.de)

Account gelöscht!

08.04.2014, 14:43 Uhr

Das ist doch irre, wie am BER Steuergelder verschwendet werden und dies offensichtlich vom Aufsichtsrat und dessen Vorsitzenden, Klaus Wowereit, hingenommen wird. Dagegen sind die paar Millionen von Hoeness doch Peanuts, nur muss der jetzt ins Gefängnis und Wowereit kann einfach so weiterwurschteln, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden.

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