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06.11.2015

06:00 Uhr

Spardiktat

Finanzinvestoren quetschen Kraft Heinz aus

VonThomas Jahn

Keine Gratis-Snacks, 5000 Mitarbeiter entlassen: Der Private-Equity-Fonds 3G spart bei dem erst vor wenigen Monaten entstandenen Lebensmittelriesen radikal Kosten. Die Quartalszahlen zeigen die Kehrseite.

Unter dem Sparkurs der 3G-Investroren leidet auch due Karft-Heinz-Aktie. IMAGO

Ausgequetscht

Unter dem Sparkurs der 3G-Investroren leidet auch due Karft-Heinz-Aktie.

New YorkDie Anweisungen bei der Führungsspitze von Kraft Heinz könnten nicht genauer sein: Das Kopierpapier ist künftig doppelseitig zu verwenden. Das Licht im Büro soll bei Nichtanwesenheit ausgeschaltet sein. Reisen sollen vermieden werden, und falls man doch los muss, darf man maximal 50 Dollar pro Tag für Essen ausgeben. Und alle Gratis-Snacks aus der Eigenproduktion des Lebensmittelriesen werden abgeschafft.

Das Memo versetzte die Belegschaft von Kraft im vergangenen Juli in Schock. Die neuen Herren von der Private-Equity-Firma 3G sind zwar für ihre gnadenlose Sparkultur berühmt, aber so viel Detailliebe erschreckte dann doch. Vor wenigen Wochen ging es dann ans Eingemachte, mit mehr als 5000 Mitarbeitern werden rund 10 Prozent der Belegschaft entlassen.

Kraft Heinz: Lebensmittelkonzern streit 2500 Stellen in Nordamerika

Kraft Heinz

Lebensmittelkonzern streit 2500 Stellen in Nordamerika

Bis 2017 will Kraft Heinz 1,5 Milliarden Dollar einsparen. Dafür streicht der Lebensmittelkonzern 2500 Arbeitsplätze in den USA und Kanada. Heinz hatte in den letzten eineinhalb Jahren bereits massiv Stellen abgebaut.

Immer wenn 3G die Führung übernimmt, geht es rund. Mit großem Erfolg holen sie die Kosten aus übernommenen Unternehmen. 2013 kam Ketchup-Hersteller Heinz dran, zuvor Bierriese Inbev, zu dem Anheuser-Busch oder Beck's gehören, die brasilianische Logistikgruppe America Latina Logistica oder Einzelhändler Lojas Americanas.

Jüngstes Beispiel ist Kraft Heinz, der Lebensmittelriese, den 3G vor wenigen Monaten mit der Fusion von Heinz und Kraft gegründet hatte. Der Konzern veröffentlichte am Donnerstag seine Quartalszahlen, die schlecht ausfielen. Sowohl Umsatz als auch Gewinn fielen, die Aktie knickte nachbörslich um mehr als ein Prozent ein. Den Hauptgrund für den Rückgang nannte Vorstandschef Bernardo Hees: „Wir führen Methoden wie das Zero-Based Budget ein“.

Kommentare (13)

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Herr stefan kinlel

06.11.2015, 08:08 Uhr

Dahinter steckt W. Buffett. Wenn der an anderer Stelle hier als weitsichtiger Investor gerühmt wird, sollte man das im Zusammenhang analysieren. Zu kurz geschossen.

chris sänger

06.11.2015, 08:25 Uhr

kann man als Verbraucher auch einfach: MEIDEN. Ist gar nicht so schwer...allein wenn man an den Zuckergehalt in dieser Ketchupscheixxe denkt...wird einem spyübel...

Account gelöscht!

06.11.2015, 08:27 Uhr

Solche Einsparanweisungen gibt es in der deutschen Wirtschaft schon seit Jahren. Siehe Siemens, EON; RWE, ENBW und andere Große Deutsche Industrie- und Mittelstandsfirmen.
Auch ist die Abschreibungsquote in der deutschen Volkswirtschaft seit Jahren schon höher als die Neuinvestitions Quote. Und wenn investiert wird, dann nur auf Basis von Staatlichen Subventionen bzw. Verbraucher Zwangsabagen. Energiewende mit ihren marktfeindlichen Subventionsgesetzt EEG lässt grüßen.
Die Wirtschaftliche Wertschöpfungskette und das Schaffen von MEHRWERTEN ist somit in Deutschland schon seit Jahren in einen desulaten Zustand. Der Staat hällt mit seinen Subventionen den Schein einer guten Inlandswirtschaft hoch. In Wahrheit lebt die Deutsche Volkswirtschaft schon seit Jahren von ihrer Substanz und wird sich somit von Jahr zu Jahr mehr Verschulden bzw. die Bürger werden über Steuern und Abgaben von Jahr zu Jahr mehr zur Kasse, per Gesetz und Verordnung, gezwungen.
Und die Mangelverwaltung in der Grundversorgung mit Strom lässt auch schon mit den sog. Smart Metern oder Smart Grids grüßen. Dies zeigt schon sehr deutlich, dass wir die Basis für unseren Wohlstand (Strom im Überfluss und billigen Strom) in Zukunft unter dieser asozialen Energiewende nicht mehr haben werden. Die Verteilung des Mangel an Strom wird unsere Gesellschaft als etwas "Gutes" über diese Smart Meter bzw. Smart Grids verkauft. Das ist pure Sozialistische und Grüne Ideologie. Der Größte Ausquetscher in der Deutschen Gesellschaft ist nicht der Private Investor, sondern der Staat, die Politik im Zusammenspiel mit den Medien. Danke!

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