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25.03.2013

13:41 Uhr

Sparmaßnahmen

Post-Rivale TNT streicht tausende Jobs

Nach der geplatzten Fusion mit dem Branchenriesen UPS muss der niederländische Konzern TNT sparen. Leidtragende sind die Mitarbeiter, 4.000 Jobs fallen weg. Für den neuen Chef dürfte es ein schwieriger Start werden.

Sparkurs bei TNT: Tausende Mitarbeiter müssen gehen. dapd

Sparkurs bei TNT: Tausende Mitarbeiter müssen gehen.

HoofddorpDer angeschlagene Logistikkonzern TNT Express geht nach der geplatzten Übernahme durch den US-Wettbewerber UPS ans Eingemachte. In den kommenden drei Jahren will das Management 4000 Arbeitsplätze streichen, um den Konkurrenten der Deutschen Post wieder in die Gewinnzone zu bringen.

TNT will sich künftig auf das Europa-Geschäft konzentrieren. Hier soll allerdings auch der Großteil der Kürzungen stattfinden. Dabei will die TNT-Spitze die Konzernstrukturen straffen und die Ableger in China und Brasilien abstoßen, wie der niederländische Konzern am Montag in Hoofddorp mitteilte.

TNT hatte bereits im Februar erhebliche Einsparungen angekündigt und Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen. Deren Umfang war bis jetzt allerdings offen. Zwei Drittel der betroffenen 4000 Jobs befinden sich den Angabe zufolge in Europa. Weltweit beschäftigte TNT Express Ende 2012 knapp 69 000 Menschen. Das Management erwartet, dass der Konzernumbau samt Stellenstreichungen bis 2015 mit 150 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Mit den Kürzungen, der Trennung von Verlustbringern und den Umbaumaßnahmen wie der Zusammenlegung von Frachtdepots will die Konzernspitze bis zum Jahr 2015 nachhaltige Einsparungen von 220 Millionen Euro erreichen. Dazu will TNT möglicherweise auch Teile der europäischen Flugzeugflotte zum Verkauf stellen.

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Als Grund für die Einschnitte führte die TNT-Führung um Übergangschef Bernard Bot „schwierige Geschäftsbedingungen und einen anhaltenden Preisdruck“ an. Künftig soll sich das Unternehmen auf Europa und die Verbindung des Kontinents zum Rest der Welt konzentrieren. Das Inlandsgeschäft in China und Brasilien steht zum Verkauf. Die Trennung von der China-Sparte stehe kurz bevor, hieß es. Für das Brasilien-Geschäft will TNT noch vor Jahresende eine Lösung finden.

Eigentlich hatte sich die angeschlagene TNT Express unter das Dach des US-Konkurrenten UPS retten wollen. Gemeinsam hätten beide Unternehmen im umkämpften europäischen Expressmarkt zum Platzhirsch Deutsche Post DHL aufschließen können. Ende Januar durchkreuzte jedoch die EU-Kommission die 5,2 Milliarden Euro schweren Übernahmepläne, weil sie um den Wettbewerb in Europa fürchtete.

TNT Express leidet unter dem harten Preiskampf auf dem Logistikmarkt. Im abgelaufenen Jahr verlor das Unternehmen unter dem Strich 83 Millionen Euro, immerhin gut zwei Drittel weniger als im Jahr 2011. Der operative Gewinn vor Sonderposten fiel um 16,4 Prozent auf 188 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 1,7 Prozent auf rund 7,1 Milliarden Euro.

Erst vergangene Woche hatte US-Konkurrent FedEx seine Gewinnprognose zusammengestrichen. Die Deutsche Post DHL hingegen peilt in diesem Jahr eine weitere Gewinnsteigerung an.

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