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19.01.2005

14:10 Uhr

Sparpläne ohne Kündigungen geplant

Fraport will Kosten senken

Der Frankfurter Flughafenkonzern Fraport will zur Sicherung der Ertragskraft die Kosten weiter senken. Dies solle auch helfen, die Zahl der Arbeitsplätze im Unternehmen zu erhalten, erklärte Vorstandschef Wilhelm Bender.

HB FRANKFURT. Das Sparprogramm, das nach Angaben aus Konzernkreisen rund 90 Mill. € jährlich bringen soll, ziele auf Veränderungen bei den Arbeitszeiten, den Tarifstrukturen und den betrieblichen Sozialleistungen ab, sagte Bender am Mittwoch vor Journalisten. Auch die monatlichen Gehälter sollten nicht angetastet werden. Der Fraport-Konzern werde 2005 mindestens 700 neue Arbeitsplätze schaffen und damit rund 200 mehr als bisher geplant.

Trotz eines guten Jahresergebnisses, das Fraport für 2004 erwartet, seien die Sparmaßnahmen auf Grund des Kostendrucks bei den Fluggesellschaften notwendig. „Kostensenkungen sind unerlässlich, um die Wettbewerbs- und Investitionsfähigkeit nachhaltig zu verbessern“, sagte Bender. Höhere Entgelte seien bei den Fluglinien kaum noch durchzusetzen. „Teilweise müssen wir sogar kräftige Preissenkungen akzeptieren“, fügte er hinzu. So hat die Lufthansa Preisnachlässe im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich von Fraport gefordert. In diesem Jahr laufe der Vertrag mit Lufthansa über die Bodenverkehrsdienste aus. Es sei sicher, dass bei der Neuverhandlung der Verträge eine Kürzung herauskommen werde, sagte Bender.

Das neue Sparkonzept soll in Kürze in Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi und dem Betriebsrat erarbeitet und nach und nach umgesetzt werden. Verdi hatte am Dienstag bereits Widerstand gegen die Pläne angekündigt und gefordert, für weitere Einsparungen müssten zunächst sämtliche Investitionsvorhaben und andere Pläne wie die Erhöhung der Dividende für die Aktionäre überprüft werden.

Bereits seit drei Jahren läuft ein Kostensenkungsprogramm mit einem Sparziel bis 2006 von 150 Mill. €, von denen bis Ende 2004 gut die Hälfte erreicht wurden.

Fraport will nach Angaben aus Kreisen das geplante Sparpaket für den Personalbereich bis 2010 voll umsetzen. Es gehe um eine Vielzahl von Maßnahmen, die teilweise erst nach mehreren Jahren voll wirksam seien, hieß es am Mittwoch aus den Fraport-Kreisen. Am Vortag war aus Konzernkreisen zunächst von einer Umsetzung des mit 90 Mill. € veranschlagten Planes bis 2008 die Rede. Dieses sei zu ehrgeizig und kaum zu realisieren, hieß es am Mittwoch in Unternehmenskreisen.

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