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20.09.2011

20:37 Uhr

Sparprogramm

Air Berlin stutzt sich die Flügel

Die Fluggesellschaft Air Berlin steckt in den roten Zahlen. Jetzt steht ein Sparprogramm - das 200 Millionen Euro schwer ist.

Ein Verkehrsflugzeug vom Typ Airbus A 330 der Fluggesellschaft Air Berlin wird in einen Hangar gezogen. dapd

Ein Verkehrsflugzeug vom Typ Airbus A 330 der Fluggesellschaft Air Berlin wird in einen Hangar gezogen.

BerlinDie Fluggesellschaft Air Berlin konkretisiert ihren Sparkurs. Unter anderem solle die Flugzeugflotte von derzeit 170 Flugzeugen auf 152 im Sommer 2012 zu reduziert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Flugleistung solle dagegen nur um vier Prozent sinken. Dadurch werde eine Produktivitätssteigerung pro Flugzeug erreicht.

Insgesamt solle durch das Ergebnisprogramm „Shape & Size“ das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessert werden, teitle Air Berlin weiter mit. Wegen der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung sei zurzeit schwierig, eine Aussage zum weiteren Verlauf des Jahres 2011 zu treffen.

Das Air-Berlin-Sparprogramm

„Shape & Size“

Das Sparprogramm soll bis spätestens 2013 das Betriebsergebnis (Ebit) um 200 Millionen Euro erhöhen.

Kleineres Streckennetz

Unrentable Strecken sollen aufgegeben werden, die Flotte soll von 170 auf 152 Flugzeuge verkleinert werden.

Ausbau der Drehkreuze

Die Drehkreuze Berlin, Düsseldorf, Palma de Mallorca und Wien sollen ausgebaut werden. Mit Beitritt zum Bündnis Oneworld im Frühjahr 2012 sollen sie Verteilerfunktion für Passagiere von Partner-Airlines übernehmen.

Erhöhung der Nebeneinkünfte

Die Nebeneinkünfte sollen aus Zuschlägen für einzelne Leistungen und Preisanhebungen für einige Strecken erhöht werden.

Bessere Abläufe

Bessere Betriebsabläufe, neues Standortkonzept für Flugzeuge und Crews stehen ebenfalls auf dem Plan. So soll es gelingen, mit zehn Prozent weniger Maschinen nur vier Prozent weniger Flugleistung anzubieten.

Modernisierung

Die Vertriebskanäle werden modernisiert. Künftig sollen mehr Tickets über Internet-Reiseportale verkauft werden.

Einsparungen

In der Verwaltung, beim Einkauf und in der Flugabwicklung sollen die Kosten gesenkt werden.

In den vergangenen Wochen hatten personelle Veränderungen für Turbulenzen um die Fluggesellschaft gesorgt. Der langjährige Vorstandchef Joachim Hunold hat sein Amt zum 1. September niedergelegt. Ex-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn wurde sein Nachfolger. Die Fluggesellschaft steuert das vierte Jahr in Folge einen Verlust an. Allein im zweiten Quartal 2011 gab es trotz gestiegener Umsatzerlöse einen Nettoverlust von 44 Millionen Euro.

Air-Berlin-Firmengründer Hunold hatte Mehdorn Mitte August als vorübergehenden Nachfolger präsentiert. Am Grundkonzept von Air Berlin, sowohl Geschäftsreisende als auch preisbewusste Urlauber bedienen zu wollen, will Mehdorn offenbar festhalten, trotz der roten Zahlen der Fluggesellschaft.

Immerhin: Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin hat von Januar bis August mehr Passagiere befördert und auch die Kapazitätsauslastung verbessern können. Die Zahl der Fluggäste nahm im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent auf 23,99 Millionen zu. Die Auslastung erhöhte sich nach Angaben des Unternehmens um 2,8 Punkte auf 78,0 Prozent. Die Zahl der Passagiere erhöhte sich im Monat August um knapp ein Prozent auf 3,76 Millionen. 

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