Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.11.2012

20:42 Uhr

Sparprogramm

Air Berlin verdoppelt den Gewinn

VonLukas Bay

Mehdorns striktes Sparprogramm zeigt erste Wirkung. Air Berlin kann den Nettogewinn im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Für die angeschlagene Airline ist das aber kein Grund zur Entwarnung.

Der Vorstandsvorsitzende der Fluggesellschaft Air Berlin, Hartmut Mehdorn, muss sparen. dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Fluggesellschaft Air Berlin, Hartmut Mehdorn, muss sparen.

Berlin/DüsseldorfWenn er geht, dann will er als erfolgreicher Sanierer abtreten. Darum setzt Hartmut Mehdorn die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin auf einen strikten Sparkurs. Er hat die Flotte verkleinert, unrentable Strecken gestrichen und neue Kooperationen geschlossen. Nun scheint seine Schrumpfkur erste Erfolge zu zeigen.

Durch das Programm "Shape & Size" wurden allein im dritten Quartal 70 Millionen Euro eingespart, während die Treibstoffkosten im gleichen Zeitraum um 35 Millionen Euro stiegen. Unterm Strich schreibt Air Berlin damit einen Gewinn von 66,6 Millionen Euro - 120 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Verluste aus dem ersten Halbjahr konnte Air Berlin damit nicht ausgleichen,, doch auch andere Kennziffern geben Anlass zu Hoffnung: Trotz geringerer Kapazität stieg auch der Umsatz um 1,4 Prozent auf 1,395 Milliarden Euro. Und das obwohl die Auslastung mit 0,4 Prozentpunkten nur leicht auf 84,54 Prozent zugelegt hat. Die Aktie legte im späten Handel um 4,6 Prozent auf 1,60 Euro zu.

Das Air-Berlin-Sparprogramm

„Shape & Size“

Das Sparprogramm soll bis spätestens 2013 das Betriebsergebnis (Ebit) um 200 Millionen Euro erhöhen.

Kleineres Streckennetz

Unrentable Strecken sollen aufgegeben werden, die Flotte soll von 170 auf 152 Flugzeuge verkleinert werden.

Ausbau der Drehkreuze

Die Drehkreuze Berlin, Düsseldorf, Palma de Mallorca und Wien sollen ausgebaut werden. Mit Beitritt zum Bündnis Oneworld im Frühjahr 2012 sollen sie Verteilerfunktion für Passagiere von Partner-Airlines übernehmen.

Erhöhung der Nebeneinkünfte

Die Nebeneinkünfte sollen aus Zuschlägen für einzelne Leistungen und Preisanhebungen für einige Strecken erhöht werden.

Bessere Abläufe

Bessere Betriebsabläufe, neues Standortkonzept für Flugzeuge und Crews stehen ebenfalls auf dem Plan. So soll es gelingen, mit zehn Prozent weniger Maschinen nur vier Prozent weniger Flugleistung anzubieten.

Modernisierung

Die Vertriebskanäle werden modernisiert. Künftig sollen mehr Tickets über Internet-Reiseportale verkauft werden.

Einsparungen

In der Verwaltung, beim Einkauf und in der Flugabwicklung sollen die Kosten gesenkt werden.

Auch Kooperation mit Etihad zeigt erste Erfolge. „Wir profitieren sehr von der strategischen Partnerschaft“, sagte Mehdorn. Im laufenden Geschäftsjahr habe die Zusammenarbeit einen zusätzlichen Erlös in Höhe von etwa 50 Millionen Euro generiert. „Damit sind wir zwar auf dem richtigen Weg, die Reise ist aber noch nicht beendet. Unser Ziel bleibt die Rückkehr in die Gewinnzone im kommenden Jahr“, kommentiert der Airline-Chef das Ergebnis.

Ein ambitioniertes Ziel, das der Airlinechef mit mehreren Umstrukturierungen erreichen will. Erste Details gab Mehdorn bereits bekannt: Unter anderem will Air Berlin die Mehrheit an seinem Vielfliegerprogramm „topbonus“ verkaufen. Mit „Turbine 2013“ haben die Berliner einen neuen Kostensenkungsplan aufgelegt. Der Name des neuen Sparprogramms suggeriert, dass die Berliner im kommenden Jahr durchstarten wollen. Dabei ist das Vorhaben vor allem eins: Eine Notbremsung. Medienberichten zufolge könnte jeder zehnte Arbeitsplatz bei Deutschlands zweitgrößter Airline zur Disposition stehen.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kommunistennazi

15.11.2012, 05:57 Uhr

Wennn das Sparprogramm Wirkung zeigt, dürfte es für die Flugzeugflotte ja im Winter demnächst zu kalt und im Sommer zu warm sein...

Account gelöscht!

15.11.2012, 09:03 Uhr

Hartmut Mehdorn hat sich bei der Deutschen Bahn nicht grade mit Ruhm bekleckert.Nun soll er es bei Air Berlin versuchen?
Genau so wie bei der Deutschen Bahn?
In Deutschland gibt es sicherlich qualiviziertere Frau und Maenner als Hartmut Mehdorn.
In Deutschland muss man nur in den Richtigen Kreisen verkehren,viel Hirn ist da nicht gefragt.

Account gelöscht!

15.11.2012, 09:18 Uhr

Hartmut Mehdorn hat sich bei der Deutschen Bahn nicht grade mit Ruhm bekleckert.Nun soll er es bei Air Berlin versuchen?
Genau so wie bei der Deutschen Bahn?
In Deutschland gibt es sicherlich qualiviziertere Frau und Maenner als Hartmut Mehdorn.In Deutschland muss man nur in den Richtigen Kreisen verkehren,oder in einer Partei sein.Da braucht man nicht viel Hirn zu haben.
Mehr als das man von Hof gejagt wird,geht nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×