Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2014

15:55 Uhr

Sparte unter Druck

Oetker schwächelt beim Umsatz

Besonders das Reederei-Geschäft macht dem Bielefelder Familienunternehmen zu schaffen. Dort ging der Umsatz am stärksten zurück. Richard Oetker will trotzdem nicht von einem dümpelnden Geschäft sprechen.

Auf der Suche nach Ideen für die kriselnde Sparte: Der Gesellschafter Richard Oetker (vorne) und Oetker-Finanzchef Albert Christmann neben ihm scheinen den Humor trotz der Probleme im Reedereibereich noch nicht verloren zu haben. dpa

Auf der Suche nach Ideen für die kriselnde Sparte: Der Gesellschafter Richard Oetker (vorne) und Oetker-Finanzchef Albert Christmann neben ihm scheinen den Humor trotz der Probleme im Reedereibereich noch nicht verloren zu haben.

BielefeldDer Oetker-Konzern hat ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2013 hinter sich. Die Entwicklung sei in einigen Segmenten unter den Erwartungen geblieben, das Ergebnis sei dennoch „im zufriedenstellenden Bereich“, sagte Konzernchef Richard Oetker am Dienstag bei der Vorstellung der Gesamtbilanz in Bielefeld. Angaben zu Gewinnen oder Verlusten macht das Familienunternehmen traditionell nicht.

Der Umsatz sank um 0,9 Prozent auf 10,84 Milliarden Euro. Hauptgrund war der Umsatzverlust der Reederei Hamburg Süd um 3,9 Prozent auf 5,25 Milliarden Euro, ausgelöst vor allem durch den schwachen Dollar und sinkende Frachtraten. Die Oetker-Sparte macht fast die Hälfte des Gruppenumsatzes aus.

Der Konzern hatte lange mit der Reederei Hapag Lloyd über eine Fusion verhandelt, dann aber die Gespräche abgebrochen. Hintergrund sollen Meinungsverschiedenheiten unter den Gesellschaftern sein, den acht Kindern von Rudolf-August Oetker (1916-2007). Inzwischen hat sich Hapag Lloyd mit der chilenischen Reederei CSAV zusammengetan.

Die Marken von Oetker

Schifffahrt

Die Containerreederei Hamburg Süd macht mit 50 Prozent den Großteil der Umsatzes von Oetker aus.

Getränke

Die Getränkesparte macht insgesamt 23 Prozent des Umsatzes von Oetker aus. Dazu gehören Produkte wie Radeberger (Bier), Henkell (Sekt), Selters (Mineralwasser), Clausthaler und Schöfferhofer Weizen.

Lebensmittel

Mit der Nahrungsmittelsparte erwirtschaftet Oetker 23 Prozent seines Umsatzes. Dazu gehören etwa die Pizzamarke Ristorante, die Tiefkühl-Baguette Marke Bistro, Vitalis-Müsli und die Dessert-Marke Paradies Creme.

Weitere Bereiche

Was kaum jemand weiß: Das Bankhaus Lampe gehört ebenso zu dem Oetker-Imperium wie diverse Luxushotels. Mit den Nebenbereichen erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2012 aber gerade mal vier Prozent des Umsatzes.

„Ja, es gab unterschiedliche Meinungen zur Strategie“, räumte Richard Oetker ein. Er sei aber zuversichtlich, dass es noch in diesem Jahr eine Einigung geben werde. „Auf keinen Fall hat sich das bislang auf das operative Geschäft ausgewirkt.“

Kritik an den stagnierenden Geschäftsbereichen hält Oetker für unangemessen. „Wir dümpeln nicht. Wir behaupten uns in unseren Geschäftsfeldern.“

Trotz des Umsatzminus bei der Hamburg Süd und der Stagnation bei Deutschlands größter Brauereigruppe Radeberger, die ebenfalls zu Oetker gehört, könne man sich im Konzern nicht vorstellen, eine ganze Sparte zu verkaufen, versicherte Finanzchef Albert Christmann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×