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07.01.2014

18:31 Uhr

Spektakulärer Seitenwechsel

Bahn bricht ihr Schweigen im Fall Pofalla

Bahn-Chef Rüdiger Grube will dem Aufsichtsrat bis Ende März einen neuen Cheflobbyisten vorschlagen. Der könnte dann Ronald Pofalla heißen. Doch den Namen des Ex-Kanzleramtschefs nimmt die Bahn nicht in den Mund.

Ronald Pofalla könnte schon bald ein Vorstandsressort bei der Bahn übernehmen – offiziell ist der Seitenwechsel des Politikers aber noch nicht. dpa

Ronald Pofalla könnte schon bald ein Vorstandsressort bei der Bahn übernehmen – offiziell ist der Seitenwechsel des Politikers aber noch nicht.

BerlinDie Deutsche Bahn hat erstmals eine Berufung von Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla als Chef-Lobbyist für den Staatskonzern angedeutet. Bis Ende März werde dem Aufsichtsrat ein Konzept und ein Personalvorschlag für den Bereich „Wirtschaft, Politik und Regulierung“ vorgelegt, erklärten Bahnchef Rüdiger Grube und der Aufsichtsratsvorsitzende Utz-Hellmuth Felcht am Dienstag gemeinsam.

Darauf habe man sich bereits im Herbst 2013 verständigt. Grube und Felcht betonten, es sei Aufgabe des Vorstandschefs, Personalvorschläge für den Konzernvorstand zu machen, der Aufsichtsrat entscheide jedoch darüber.

Es müsse ein Nachfolger für die Aufgabe von Georg Brunnhuber gefunden werden, der bislang diesen Bereich unterhalb des Vorstandes verantwortet hat. Der CDU-Politiker scheidet demnächst aus Altersgründen aus. Der Name Pofalla wurde in der Erklärung nicht genannt. Bislang hatte die Bahn in der Debatte um die künftige Rolle des früheren Kanzleramtschefs geschwiegen.

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Die Kontaktpflege zur Politik ist Bahn-Chef Rüdiger Grube in seinem Arbeitsvertrag haarklein vorgeschrieben. Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla könnte die lästige Pflicht abnehmen. Doch der Aufsichtsrat sträubt sich.

Am Montag hatte die Bundesregierung jedoch bestätigt, dass Pofalla im November Bundeskanzlerin Angela Merkel über einen möglichen Wechsel zur Bahn informiert habe. Sie habe davon wiederum Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) in Kenntnis gesetzt. Merkel habe Pofalla zudem geraten, eine Karenzzeit zwischen seiner früheren Arbeit als Politiker und seiner neuen Aufgabe in der Wirtschaft einzulegen.

Kommentare (16)

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07.01.2014, 16:21 Uhr

Profalla muss nach dieser Nummer sein Parteibuch abgeben; wen wundert es, dass die massive Verdrossenheit über die Parteien immer mehr zunimmt. Es sind Schnippler wie Profalla, die ihr Insiderwissen vergolden wollen und dabei den eigenen CDU-Ortsverein auf das Übelste veräppeln.

peterchen

07.01.2014, 16:54 Uhr

Es ist doch absolut wiederlich, wie hier auf Steuerzahlerkosten sechs-bis siebenstellige Beträge verbrannt werden. Ein "Bravo" der Regierung Merkel!!

RBern

07.01.2014, 17:11 Uhr

Ganz klar dass die Bahn den Namen Pofalla nicht in den Mund nimmt: Es könnte ja auch Heiner Geissler sein.

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