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23.01.2004

14:15 Uhr

„Spektakuläres Preisfeuerwerk"

Im Schlussverkauf wird richtig abgesahnt

Am kommenden Montag startet der deutsche Einzelhandel mit hohen Rabatten in den letzten gesetzlich geregelten Schlussverkauf. Gleich vom ersten Tag an wollen sich viele Händler mit Preisnachlässen von bis zu 60 Prozent ein möglichst großes Stück des Umsatzkuchens sichern.

HB DÜSSELDORF. Der Einzelhandelsverband HDE versprach ein „spektakuläres Preisfeuerwerk“ und ein breites Sortiment reduzierter Angebote. „Wir glauben, dass es in diesem Schlussverkauf noch einmal wirklich zur Sache geht und dass dort wirklich Maximalrabatte angeboten werden“, warb HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr für die Schnäppchenjagd vom 26. Januar bis 7. Februar. Schon im Vorfeld des letzten Winterschlussverkaufs der deutschen Geschichte hatten viele Textilhändler ihre Winterware um bis zu 50 Prozent gesenkt.

Mit der Abschaffung des Rabattgesetzes und der beschlossenen Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die eigentlich schon zum Jahresbeginn hätte in Kraft treten sollen, können die Unternehmen künftig zu jeder Zeit Rabattaktionen einzuläuten. Die bislang laufenden Schlussverkäufe sind dagegen zeitlich begrenzt.

Trotz Dauer-Rabatten hatte die gesamte Branche im vergangenen Jahr erneut sinkende Umsätze verbucht und ein Umsatzminus von einem Prozent hinnehmen müssen. Während der Lebensmittelhandel in den ersten elf Monaten real 1,2 Prozent zulegen konnte, ging der Umsatz im Nicht-Lebensmittelbereich real um 2,1 Prozent zurück. Die Karstadt-Warenhäuser, mit 187 Filialen die größte inländische Warenhauskette, büßte 2003 vorläufigen Zahlen zufolge 3,9 Prozent an Umsatz ein. Auch der zum Metro-Konzern gehörende Wettbewerber Kaufhof erlitt im wichtigen vierten Quartal Einbußen.

Der Bundesverband der Verbraucherschutzverbände (VZBV) warnte die Verbraucher im Vorfeld der Schnäppchenjagd vor so genannten Mondpreisen, die nur dazu dienten, spätere Rabatte umso höher wirken zu lassen. „Auch bei einem vermeintlichen Superschnäppchen sollten die Verbraucher noch Preisvergleiche anstellen“, rät Verbraucherschützer Roland Stuhr.

Den ersten Schlussverkauf hatte es im Jahr 1900 gegeben, die bislang gültigen Regeln stammen von 1950.

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