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25.08.2013

10:50 Uhr

„Spiegel“-Bericht

Karstadt verhandelt in Tarifstreit wieder mit Verdi

Karstadt hatte Mitte Mai den Tarifvertrag überraschend gekündigt. Jetzt verhandelt die Kaufhaus-Kette im Tarifstreit mit den Beschäftigten offenbar wieder mit der Gewerkschaft Verdi.

Laut "Spiegel" verhandelt Karstadt im Tarifstreit wieder mit Verdi. dpa

Laut "Spiegel" verhandelt Karstadt im Tarifstreit wieder mit Verdi.

Hamburg
Die Kaufhaus-Kette Karstadt verhandelt im Tarifstreit mit den Beschäftigten offenbar wieder mit der Gewerkschaft Verdi. Nach zwei informellen Sondierungsgesprächen mit Verdi sei deutlich geworden, "dass ein aufeinander Zugehen erforderlich ist, um zu einer gemeinschaftlich erarbeiteten Lösung zu gelangen", zitierte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Sonntag aus einem Brief von Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz und Gesamtbetriebsrat-Chef Hellmut Patzelt an die eigenen Mitarbeiter von vergangener Woche.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Karstadt hatte Mitte Mai überraschend den Tarifvertrag für den Einzelhandel gekündigt, um eine hausinterne Regelung auszuhandeln. Für die Mitarbeiter entfallen damit unter anderem bis 2015 Gehaltserhöhungen, die tarifvertraglich vereinbart sind. Die Entscheidung der Geschäftsführung war bei Verdi und bei den Mitarbeitern auf heftige Kritik gestoßen. In einzelnen Filialen traten die Mitarbeiter in Warnstreiks. Die Gewerkschaft hatte kritisiert, die Karstadt-Beschäftigten hätten in den vergangenen Jahren auf insgesamt 650 Millionen Euro verzichtet und würden nun wieder mit Einkommensverzicht gestraft.

Karstadt steckt in der Krise. 2010 war die Kaufhauskette nach der Pleite des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor vom US-deutschen Investor Nicolas Berggruen übernommen und damit vor dem Aus bewahrt worden. Berggruen versprach, Arbeitsplätze zu erhalten und die Filialen zu modernisieren. Karstadt-Chef Andrew Jennings hatte im Frühjahr in einem Interview gesagt, dass dieses Jahr für das Unternehmen "noch hart werden" werde. Danach solle sich die Lage aber entspannen.


Von

afp

Kommentare (2)

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staatsbeklauerIMgesetz

25.08.2013, 13:29 Uhr

wenn sich die bücklinge des menschenfreunds und karstadt ausnehmers berggruen auf verhandlungen mit der gewerkschaft einlassen laufen

1. die geschäfte übelst
2. bedarf es einer gesprächsebene mit VERDI da nur so
3. ein sozialplan ausgehandelt werden kann der
4. mit staatsknete-subventionen- und kassenzuschüsse-arbeitsamt und rentenversicherung - ein teil der MAs ins
abseits befördert

berggruen wird bis dahin dreistelluge millionenbeträge rausgezogen haben ,die er bei ner pleite an den IV zurückzahlen müßte

sitzt eigentlich die olle vom wundenkanzler gerd schröder , das dorle , noch im aufsichtsrat

jaes gibt es noch ,das unternehmerrisiko

keeper

25.08.2013, 14:26 Uhr

gute Leute
gute Arbeit
gutes Geld.

herzensgute Leute und angenehme Arbeit- oder an was orientiert sich hier das "gute"?
Das, was "gut" ist, bestimmt der Markt.
Man mag ja ein Sozialist sein, und das Produktivkapital über eine Deckelung der Erbschaftsmasse gerne sozialisiert sehen, um damit staatlich notwendige Ausgaben, Investitionen und ein BGE zu finanzieren (anstatt durch die konzentrierten Kapitalerträge die Exporte, die Nachfrage im eigenen finanzieren!);
aber: die Ressourcenallokation über die Marktkräfte außer Kraft setzten ist sicherlich der falsche Ansatz.

Das, was "gut" ist, entscheidet der Markt!
Und wenn das Dummvolk Fußball und Klingeltöne will, dann wird der Markt das Dummvolk mit Fußball und Klingeltönen beliefern.
Und wenn Karstadt kein Konzept hat, um am Markt erfolgreich zu sein, dann ist Karstadt eben weg.

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