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28.08.2014

16:46 Uhr

Spirituosen-Hersteller

Pernod hofft auf bessere Geschäfte in China

Die Kampf gegen Korruption in China macht Spirituosen-Herstellern wie Pernod zu schaffen: Teure Alkoholika werden kaum noch verschenkt. Wieder steigende Verkaufszahlen geben allerdings neuen Grund zur Hoffnung.

Pernod Ricard, Hersteller von Marken wie Absolut Vodka, macht der Anti-Korruptionskampf in China zu schaffen. Doch man hofft schon wieder auf bessere Zeiten. AFP

Pernod Ricard, Hersteller von Marken wie Absolut Vodka, macht der Anti-Korruptionskampf in China zu schaffen. Doch man hofft schon wieder auf bessere Zeiten.

ParisDer französische Spirituosen-Hersteller Pernod Ricard erwartet nach jahrelangem schwierigen Geschäft in seinem zweitwichtigsten Markt China wieder spritzigere Zeiten. Der Umsatz sollte sich im laufenden Geschäftsjahr sukzessive verbessern, insbesondere in China, und das langsame Wachstum im größten Markt USA kompensieren, teilte der Eigner von Marken wie Mumm, Absolut Vodka oder Martell Cognac am Donnerstag mit.

Zudem kündigte Pernod weitere Kostensenkungen an, um mehr in seine Marken zu investieren. Allerdings könnte das weltweit 900 Menschen ihren Job kosten, fünf Prozent der gesamten Belegschaft, wie der Konzern ankündigte.

An der Börse kamen die Aussagen des ärgsten Diageo -Rivalen gut an. Die Aktie stieg um knapp ein Prozent auf den höchsten Stand seit zehn Monaten. Dazu trug auch die Entwicklung im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr bei, in dem Pernod den operativen Gewinn um zwei Prozent verbesserte. Analysten hatten ein Plus von 1,8 Prozent erwartet.

Der Umsatz sank wegen der Schwäche in China und Währungseffekten allerdings um sieben Prozent.

In China war der Umsatz im vierten Quartal um 38 Prozent eingebrochen. Pernod und auch seinen Konkurrenten macht dort zu schaffen, dass der Anti-Korruptionskampf der Pekinger Regierung immer mehr Chinesen davon abhält, teure Alkoholika zu verschenken. Aber es gebe Zeichen der Erholung, sagte Vize-Vorstandschef Alexandre Ricard zu Reuters.

Wo Spirituosen beliebt sind

Wodka

Die Heimat des Kartoffelschnaps ist und bleibt Russland. Mit einem Marktanteil von 45 Prozent wird nirgendwo mehr Wodka getrunken. Auf Platz 2 landen die USA mit 13,2 Prozent. Dahinter landen die Ukraine (8,1 Prozent), Polen (6,2 Prozent) und Uzbekistan (2,8 Prozent).

Whisky

Der mit Abstand größte Whiskymarkt der Welt ist mittlerweile Indien. 46,7 Prozent der Weltproduktion werden auf der indischen Halbinsel konsumiert. Die USA landen mit 14,4 Prozent auf dem zweiten Platz. Es folgen Frankreich (4,8 Prozent), Japan (3,4 Prozent) und Großbritannien (2,5 Prozent).

Brandy

Auch beim Brandy landen die Inder auf dem ersten Platz. Mit einem Marktanteil von 26,7 Prozent ist der Abstand hier allerdings weniger deutlich. Dahinter landen die Philippinen (16,1 Prozent), Russland (7,4 Prozent), die USA (6,3 Prozent) und Brasilien (4,7 Prozent).

Gin

Das einstige Lieblingsgetränk der verstorbenen Queen Mum ist nirgendwo so beliebt wie auf den Philippinen. Mit einem Marktanteil von 36 Prozent konsumiert das südostasiatische Land den größten Teil der Weltproduktion. Andere Länder, in denen der Wacholderschnaps häufig getrunken wird: USA (21,2 Prozent), Spanien (6,6 Prozent), Großbritannien (5,1 Prozent) und Indien (4,3 Prozent).

Tequila

Mexiko, die Heimat des Agavenschnapses, landet mit 33,6 Prozent nur auf dem zweiten Platz. Mehr als die Hälfte der Weltproduktion konsumiert dagegen der reiche Nachbar im Norden, die USA (50,2 Prozent). Dahinter landen: Russland (1,5 Prozent), Deutschland (1,5 Prozent) und Kanada (1,1 Prozent).

Rum

Das karibische Lebensgefühl von Bacardi und Havanna Club sind längst ein Exportschlager. Mit Abstand der größte Teil der Weltproduktion geht nach Indien (Marktanteil: 31,8 Prozent). Ebenfalls beliebt ist der Zuckerrohrschnaps in den USA (15,8 Prozent), den Philippinen (10,9 Prozent), Kuba (4,1 Prozent) und Spanien (3,0 Prozent).

So habe der Verkauf von Spirituosen an Bars im vierten Quartal um fünf Prozent zugelegt, nachdem er in den ersten neun Monaten um sieben Prozent gesunken sei. Juli und August hätten den Trend bestätigt.

Die Verbesserungen in China würden in der zweiten Geschäftsjahreshälfte deutlicher sichtbar werden.

Von

rtr

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