Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.08.2013

15:53 Uhr

Sportartikel

Adidas' Wachstum gebremst

Der Sportartikel-Hersteller Adidas hat von April bis Juni überraschend etwas weniger verdient als im Vorjahr – und auch der Umsatz schrumpfte etwas. Vor allem in einigen europäischen Märkten hat der Konzern Probleme.

Adidas-Sportjacke: In Südeuropa schrumpft das Geschäft. dpa

Adidas-Sportjacke: In Südeuropa schrumpft das Geschäft.

MünchenUngünstige Wechselkurse und die Wirtschaftskrise in Europa setzen Adidas stärker zu als erwartet. Der Sportartikelhersteller verbuchte im zweiten Quartal einen überraschend starken Umsatzrückgang und senkte am Donnerstag seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. "Herausforderungen im Zusammenhang mit negativen Währungsentwicklungen hatten im bisherigen Verlauf des Jahres eine signifikante Bremswirkung", erklärte Vorstandschef Herbert Hainer. "Operativ und strategisch ist unser Konzern aber in Top-Form." Hainer bekräftigte deshalb das Ziel, den Gewinn auf 890 bis 920 Millionen Euro zu steigern.

Die Adidas-Aktie, die erst am Montag ein Allzeithoch von 88,50 Euro erreicht hatte, zählte am Donnerstag zu den größten Verlierern im Leitindex Dax. Das Papier verlor bis zu 3,8 Prozent auf 82,50 Euro, erholte sich dann aber wieder. "Der Markt ist verwöhnt, weil Adidas normalerweise Ziele nicht nur erfüllt, sondern übertrifft", sagte Metzler-Analyst Sebastian Frericks zu Reuters.

Weil die Währungen in Japan und Brasilien stark an Wert verloren, konnte Adidas die Erlöse in diesen wichtigen Märkten nicht im erhofften Maße in Euro ummünzen. Auch in den USA und Russland machten unerwartet schwache Wechselkurse dem weltweit zweitgrößten Sportartikelhersteller nach Nike zu schaffen. Puma - die Nummer drei der Branche und wie Adidas in Herzogenaurach ansässig - hat ebenfalls über die Abwertung des Yen durch die japanische Notenbank geklagt und deshalb Preiserhöhungen in dem Land angekündigt.

Die größten Sportartikelhersteller (Umsatz 2012)

Nike

17,8 Milliarden Euro

Adidas

14,9 Milliarden Euro

VF Corp. (USA)

5 Milliarden Euro

Puma

3,3 Milliarden Euro

Asics

2,3 Milliarden Euro

Jarden

2,1 Milliarden Euro

Amer Sports

2,1 Milliarden Euro

New Balance

2,1 Milliarden Euro

Quiksilver

1,6 Milliarden Euro

Columbia Sport

1,3 Milliarden Euro

Billabong

1,1 Milliarden Euro

Pacific Sunwear

0,6 Milliarden Euro

Quellen

FAZ, GfK, Sport-Scheck, eigene Recherche (via Statista.de)

Doch anders als der Lokalrivale Puma, der mit hausgemachten Problemen kämpft und im größten Konzernumbau seit zwei Jahrzehnten steckt, hat Adidas keine größeren Baustellen mehr. Das Geschäft in Asien und Lateinamerika brummt, die lange kriselnde US-Tochter Reebok kommt allmählich in Fahrt. Das Unternehmen, das zur Fitness-Marke ausgebaut werden soll, legte im zweiten Quartal um elf Prozent zu. Reebok hatte sich aus dem Geschäft mit der American-Football-Liga NFL zurückgezogen und dabei Umsatzrückgänge in Kauf genommen. "Ich bin zuversichtlich, dass Reebok für das Gesamtjahr währungsbereinigt ein Umsatzwachstum ausweisen wird", sagte Hainer. In der gesamten Region Nordamerika schrumpften die Umsätze wegen schleppender Geschäfte der Golfmarke TaylorMade um zwei Prozent. Schlechtes Wetter hatte die Spieler von den Golfplätzen ferngehalten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

sailing

08.08.2013, 11:08 Uhr

wenn die chinesische Währung endlich freigegeben wird, dann wird es die nächsten "korrekturen" für Addidas geben

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×