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03.05.2013

11:12 Uhr

Sportartikel

China hat Lust auf Adidas

Den Umsatzrückgang in Europa kann der Sportartikelhersteller in anderen Weltregionen nicht ganz ausbügeln. Doch das schadet nicht dem Gewinn. In der Steueraffäre Hoeneß hält Aktionär Adidas zum FC Bayern.

Adidas

Zurück zu alter Stärke

Adidas: Zurück zu alter Stärke

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HerzogenaurachDer Sportartikelhersteller Adidas braucht für Gewinnzuwächse keine großen Sportspektakel. Auch ohne Olympische Spiele und Fußball-Länderturniere wie im Vorjahr verdienten die Franken im ersten Quartal üppig. Der Gewinn kletterte binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 308 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Umsatz des Nike-Konkurrenten sank indes vor allem wegen Währungseffekten um zwei Prozent auf 3,75 Milliarden Euro.

Die Rendite der Herzogenauracher sei auf ein Rekordniveau geklettert. Die Bruttomarge für Turnschuhe, Jogginghosen und Co habe 50,1 Prozent betragen. Adidas setzt sich mit der Entwicklung immer stärker vom kleineren heimischen Rivalen Puma ab, der mit schwindenden Einnahmen zu kämpfen hat.

Die größten Sportartikelhersteller (Umsatz 2012)

Nike

17,8 Milliarden Euro

Adidas

14,9 Milliarden Euro

VF Corp. (USA)

5 Milliarden Euro

Puma

3,3 Milliarden Euro

Asics

2,3 Milliarden Euro

Jarden

2,1 Milliarden Euro

Amer Sports

2,1 Milliarden Euro

New Balance

2,1 Milliarden Euro

Quiksilver

1,6 Milliarden Euro

Columbia Sport

1,3 Milliarden Euro

Billabong

1,1 Milliarden Euro

Pacific Sunwear

0,6 Milliarden Euro

Quellen

FAZ, GfK, Sport-Scheck, eigene Recherche (via Statista.de)

Während das Geschäft in Westeuropa wegen der Staatsschuldenkrisen und flauer Konjunktur schwächelte, waren Produkte mit den drei Streifen in Osteuropa, Asien und Nordamerika weiter stark gefragt. Das Minus in Westeuropa war mit sieben Prozent deutlich, ein leichtes Plus von einem Prozent steht zumindest für die europäischen Schwellenländern in den Büchern. Deutlicher aufwärts ging es aber vor allem in China (plus sechs Prozent) und in Lateinamerika (plus vier Prozent). Einbuße gab es beim Umsatz auch in asiatischen Ländern mit Ausnahme Chinas.

Zudem nehme die US-Sorgentochter Reebok im Einzelhandel Fahrt auf. Innerhalb der Produktpalette sei zuletzt vor allem Golf-Ausrüstung gut bei den Kunden angekommen, hob Adidas hervor. Die Sparte Taylor-Made-Adidas Golf habe eine zweistellige Wachstumsrate verzeichnet.

Nach dem Gewinnanstieg griffen Anleger bei Adidas zu. Die Aktien stiegen am Freitag im Dax um bis zu 6,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 84,75 Euro. Die Quartalsergebnisse lieferten eine solide Grundlage für den Rest des Jahres, schrieb Ingbert Faust, Analyst bei Equinet. Analyst Herbert Sturm von der DZ Bank lobte die Bilanz als „exzellent“. „Die wichtigste Nachricht ist, dass Adidas sogar in einem schwierigen Marktumfeld seine Margen verbessern kann“, urteilte er. Die Adidas-Aktie bleibe die „Top-Empfehlung im Konsumsektor“.

Für das Gesamtjahr zeigte sich der FC-Bayern-Förderer ungebrochen optimistisch. Der Gewinn werde bis zu 920 Millionen Euro erreichen, der Umsatz um die fünf Prozent wachsen. „Aufgrund der sehr positiven Resonanz auf unsere neuesten Produktinnovationen und angesichts unserer zahlreichen Produkteinführungen in der zweiten Jahreshälfte bin ich zuversichtlich, dass unsere Gewinndynamik entsprechend unseren Erwartungen im weiteren Verlauf des Jahres deutlich an Fahrt gewinnen wird“, kündigte Vorstandschef Herbert Hainer an.

Dem FC Bayern will Hainer auch in der Steueraffäre um dessen Präsidenten Uli Hoeneß die Treue halten. „Wir werden Aktionär bleiben“, sagte Hainer in einer Telefonkonferenz. „Wir sind mit der Zusammenarbeit äußerst zufrieden.“ Hainer warnte davor, den streitbaren Fußball-Manager vorzuverurteilen. Der Aufsichtsrat der Bayern treffe sich am Montag, um zu beratschlagen. Dem Ergebnis wolle er nicht vorgreifen. Sein Haus sei nicht in die Steueraffäre verstrickt, beteuerte Hainer. Sein Vorgänger hatte Hoeneß aus seiner Privatschatulle Berichten zufolge 20 Millionen Mark gegeben. „Wir haben das intern geprüft und wir sind absolut sauber“, sagte Hainer. Mit Adidas hätten die Geldgeschäfte nichts zu tun.

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