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23.12.2015

03:02 Uhr

Sportartikel-Hersteller boomt

Nike spurtet Adidas davon

Steigendes Wachstum in China und im nordamerikanischen Heimatmarkt bescheren Nike Gewinnzuwächse. Selbst dem starken Dollar lief der Sportausrüster davon. Mit den Zahlen übertraf das Unternehmen die Markterwartungen.

Nike läuft der Konkurrenz um Adidas weit voraus. dpa

Starker Sprint

Nike läuft der Konkurrenz um Adidas weit voraus.

BeavertonBoomende Geschäfte in China und auf dem Heimatmarkt sorgen beim weltgrößten Sportausrüster Nike für volle Auftragsbücher. Die Bestellungen der Marke Nike seien für Dezember bis April währungsbereinigt um ein Fünftel seit dem 30. November gestiegen, teilte der Adidas -Konkurrent in der Nacht zu Mittwoch mit. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 13,6 Prozent gerechnet. Die Nike-Aktie legte nachbörslich fast drei Prozent zu. Die Höhe der künftigen Order gilt als Maßstab für die Nachfrage.

Im Großraum China sprangen die Bestellungen trotz der Belastung durch ungünstigere Währungskurse sogar um 34 Prozent in die Höhe - ein Plus, welches seit zwei Jahren nicht mehr erreicht worden war. Damit zahlt sich die Offensive des Branchenführers aus, der zuletzt seine Filialen in der zweitgrößten Volkswirtschaft hinter den USA umgestaltete und stärker auf den Onlinehandel setzte. Damit zerstreute Nike auch Sorgen, dass das abflachende Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik die Nachfrage dämpfen könnte.

Die wichtigsten Nationalteams der Sportkonzerne

Adidas – Deutschland

Seit mehr als 60 Jahren schon stürmen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und Adidas gemeinsam übers Feld. Die Liaison begann mit dem „Wunder von Bern“, dem überraschenden Titelgewinn 1954 bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz. Lange verhandelten der DFB und die Marke mit den drei Streifen über eine Verlängerung des 2018 auslaufenden Ausrüstervertrags – letztlich mit Erfolg.

Autor: jojo

Spanien

Nach Deutschland ist Spanien das wichtigste europäische Nationalteam von Adidas: Das Team gewann die Europameisterschaften 2008 und 2012 sowie die Weltmeisterschaft 2010. Im Sommer hat Adidas den Vertrag mit den Spaniern bis 2026 verlängert. Die deutsch-iberische Liaison währt nun schon seit mehr als 30 Jahren.

Russland

Über Jahre hinweg war Russland der Wachstumsmarkt schlechthin für Adidas. Entsprechend wichtig war es, das russische Nationalteam unter Vertrag zu haben. Allerdings läuft das Geschäft in Russland inzwischen nur noch verhalten, Wirtschaftskrise und Sanktionen des Westens halten die Kunden davon ab, neue Turnschuhe zu kaufen. Doch 2018 soll die WM in dem Land stattfinden, daher ist die Mannschaft für Adidas noch immer attraktiv.

Argentinien

Im fußballbegeisterten Südamerika ist der argentinische Verband das Zugpferd für Adidas. Das Team stand zuletzt im WM-Endspiel gegen Deutschland – und verlor. Adidas war das letztlich egal, schließlich gewann ein anderes von der Marke gesponsertes Team: Deutschland.

Nike – Brasilien

Weltweit betrachtet ist Brasilien das wichtigste Team, das für die Marke von der amerikanischen Westküste spielt. Allerdings sind die erfolgsverwöhnten Südamerikaner weit von einer für sie selbst akzeptablen Form entfernt. Bei der Heim-WM 2014 schied die Mannschaft schmachvoll gegen Deutschland aus, bei der Copa América diesen Sommer schafften es die Brasilianer ebenfalls nicht ins Finale.

England

Die letzten großen Erfolge des englischen Nationalteams liegen mehr als vier Jahrzehnte zurück. Trotzdem ist die Mannschaft für Nike wichtig, weil die fußballverrückten Engländer sich gerne mit neuen Trikots einkleiden.

Frankreich

Das Land richtet die EM 2016 aus und ist damit der Hoffnungsträger von Nike für das kommende Jahr. Bei den letzten großen Turnieren allerdings hat die Equipe Tricolore nicht besonders glorreich gespielt. Vergangenes Jahr schieden Les Bleus bei der WM im Viertelfinale gegen Deutschland aus.

Niederlande

Der Totalausfall im Portfolio von Weltmarktführer Nike. Die Niederländer haben es verpasst, sich für die EM kommendes Jahr in Frankreich zu qualifizieren.

Puma – Italien

Die Tifosi sind das Aushängeschild von Puma und das einzige europäische Team der Marke, das international ganz vorne mitspielt. Allerdings liegt der letzte Titelgewinn nun schon fast zehn Jahre zurück: 2006 gewannen die Italiener die Weltmeisterschaft in Deutschland.

Österreich

Österreich hat sich überzeugend für die EM 2016 qualifiziert. Das macht Puma Hoffnung, dass es sich doch noch lohnt, das zuvor über Jahre erfolglose Team auszustatten.

Schweiz

Die Eidgenossen spielen seit Jahren bei Europa- und Weltmeisterschaften mit und machen Puma deshalb viel Freude. Zu einem Titelgewinn allerdings hat es bislang noch nicht gereicht.

Elfenbeinküste

Puma sponsert seit Jahren zahlreiche afrikanische Teams – und feiert mit ihnen immer wieder große Erfolge. 2015 war der Puma-Partner Elfenbeinküste beim Afrika-Cup siegreich, dem afrikanischen Pendant zur Europameisterschaft.

Im größten Nike-Markt Nordamerika gab es in Umsatzplus von neun Prozent auf knapp 3,55 Milliarden Dollar. In Westeuropa schlug der Dollar-Effekt durch und sorgte für einen Rückgang um ein Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Dollar. Der stärkere Dollar lässt Einnahmen in anderen Währungen bei der Umrechnung für die Bilanz niedriger wirken.

Nike kam vor allem sein Geschäft mit teuren Sportschuhen zu Gute wie der anhaltende Trend, dass Kunden verstärkt auch in der Freizeit Sportkleidung tragen. Im zweiten Quartal zu Ende November stieg der Umsatz um etwa vier Prozent auf fast 7,7 Milliarden Dollar. In Westeuropa und Japan lief es dabei im Vorweihnachtsgeschäft weniger rund. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 7,69 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn kletterte auch wegen geringerer Steuern um ein Fünftel auf 785 Millionen Dollar.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Bei der Marke Converse ging das Geschäft um acht Prozent auf 398 Millionen Dollar zurück. Nike übertraf mit den Zahlen die Markterwartungen beim Ergebnis pro Aktie und verfehlte knapp die Umsatzprognose.

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