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07.11.2013

08:48 Uhr

Sportartikelhersteller

Adidas schrumpft

Der Adidas-Umsatz in den Kernmärkten Europa und Nordamerika ist zurückgegangen. Außerdem plagt sich der Sportartikelhersteller mit Problemen in Russland. Der Gewinn schrumpft um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Abgenutzter Fußballschuh, der einst von Franz Beckenbauer getragen wurde. Reuters

Abgenutzter Fußballschuh, der einst von Franz Beckenbauer getragen wurde.

HerzogenaurachEine schlechte Golfsaison in den USA sowie schwache Währungen in wichtigen Auslandsmärkten haben Umsatz und Gewinn bei Adidas gedrückt. „Unsere Ergebnisse des dritten Quartals waren durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt“, erklärte Vorstandschef Herbert Hainer am Donnerstag. Neben negativen Währungseffekten nannte er „kurzfristige Auslieferungsengpässe“ in Russland und anderen GUS-Staaten sowie „Maßnahmen zur Bereinigung unserer Vorräte im weltweiten Golfmarkt“.

Die Erlöse des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers nach Nike schrumpften im dritten Quartal um sieben Prozent auf 3,88 Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einen Rückgang auf 3,92 Milliarden Euro gerechnet. Das Betriebsergebnis sank um 6,1 Prozent auf 463 Millionen Euro, der Überschuss gab um acht Prozent auf 316 Millionen Euro nach. Am Markt waren operativ 466 Millionen Euro und netto 325 Millionen Euro erwartet worden.

Adidas hatte bereits im September von einem verpatzten Start eines neuen Vertriebszentrums nahe Moskau berichtet und deshalb seine Gewinnziele für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Schwache Währungen etwa in Russland, Japan, Brasilien, Argentinien sorgen dafür, dass der Konzern dortige Erlöse nicht im erwünschten Maße in Euro ummünzen kann. In den USA war die Golfsaison wegen schlechten Wetters verspätet gestartet, was der Konzernmarke TaylorMade-adidas Golf zusetzte. Deren Erlöse brachen um fast 26 Prozent ein.

Die größten Sportartikelhersteller (Umsatz 2012)

Nike

17,8 Milliarden Euro

Adidas

14,9 Milliarden Euro

VF Corp. (USA)

5 Milliarden Euro

Puma

3,3 Milliarden Euro

Asics

2,3 Milliarden Euro

Jarden

2,1 Milliarden Euro

Amer Sports

2,1 Milliarden Euro

New Balance

2,1 Milliarden Euro

Quiksilver

1,6 Milliarden Euro

Columbia Sport

1,3 Milliarden Euro

Billabong

1,1 Milliarden Euro

Pacific Sunwear

0,6 Milliarden Euro

Quellen

FAZ, GfK, Sport-Scheck, eigene Recherche (via Statista.de)

In Nordamerika mit dem für Adidas wichtigsten Markt USA gingen die Umsätze in Euro um zehn Prozent zurück. Das Geschäft im zweitwichtigsten Markt China stieg um sechs Prozent, während die Erlöse in den übrigen asiatischen Märkten in Euro gerechnet um 13 Prozent einbrachen. In der westeuropäischen Heimat blieben die Umsätze um acht Prozent hinter dem vergleichsweise starken Vorjahresquartal zurück, in dem das Olympia-Geschäft angelaufen war.

Adidas bekräftigte die in den vergangenen Monaten heruntergeschraubten Ziele. Demnach soll der Umsatz bei Herausrechnung der Währungseffekte im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen und der Gewinn auf 820 bis 850 Millionen Euro zulegen. Hainer bekräftigte zudem, er erwarte vom Schlussquartal an dynamischeres Wachstum, unter anderem wegen der anstehenden Fußball-WM.

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