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10.05.2017

20:39 Uhr

Sportkonzern stößt Golfsparte ab

Adidas hat genug von Schlägern und Bällen

VonJoachim Hofer

Ein Jahr lang hat Adidas nach einem Käufer für sein Golfgeschäft gesucht. Jetzt ist Vorstandschef Kasper Rorsted fündig geworden. Viel bekommt er allerdings nicht für den Verlustbringer.

Adidas verkauft seine verlustreiche Golf-Sparte. AFP

Golfausrüstung

Adidas verkauft seine verlustreiche Golf-Sparte.

MünchenVom Shirt über die Schuhe bis zu Schlägern und Bällen: Bislang ist Adidas ein Komplettausstatter für Golfspieler. Doch damit ist es bald vorbei. Am Mittwochabend teilte der Konzern mit, dass sich nach einem Jahr Suche endlich ein Käufer für den größten Teil der verlustreichen Golfsparte gefunden hat. Der Finanzinvestor KPS Capital übernehme die Marken Taylor Made, Adams Golf und Ashworth. Damit bietet das fränkische Unternehmen künftig nur noch Golfbekleidung und -schuhe an, aber kein Equipment mehr.

Das amerikanische Private-Equity-Haus zahle für das Geschäft 425 Millionen Dollar, davon die Hälfte in bar. Der Rest werde in Schuldverschreibungen und nicht näher beschriebenen anderen Gegenleistungen erbracht. Die Transaktion solle im Laufe des Jahres über die Bühne gehen, so Adidas. Allerdings hat der Konzern die drei Marken noch zu einem höheren Wert in den Büchern stehen. Daher falle im laufenden Jahr ein nicht-operativer Verlust von rund 100 Millionen Euro an. Das sei in der Prognose fürs Jahr 2017 bereits berücksichtigt.

Das Golfgeschäft war seit Jahren ein Ärgernis für Adidas, trübte es doch mit seinen Verlusten das insgesamt positive Bild, das der Konzern seit längerem abgibt. Allerdings hat die Bedeutung der Division für die Herzogenauracher Firma schon länger abgenommen. Der Umsatz der Sparte im ersten Quartal lag bei knapp 300 Millionen Euro, rund fünf Prozent der Konzernerlöse. Etwa 60 Prozent des Bereichsumsatzes gibt Vorstandschef Kasper Rorsted jetzt ab.

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Kasper Rorsteds erste Hauptversammlung als Adidas-Chef dürfte sehr entspannt verlaufen. Der Konzern befindet sich in guter Form – wenn auch Nike weiter klar die Nummer eins ist. Ein Blick auf die Stärken und Schwächen.

„Im Rahmen unserer langfristigen Strategie ,Creating the New' liegt unser Fokus ganz klar auf unseren Kernkompetenzen in den Bereichen Schuhe und Bekleidung und auf unseren zwei wichtigsten Marken, Adidas und Reebok“, erläuterte Rorsted. Nun sucht der 55-Jährige noch nach einem Käufer für die deutlich kleinere Eishockeysparte.

An diesem Donnerstag lädt Rorsted zu seiner ersten Hauptversammlung als Chef von Adidas in die Stadthalle Fürth. Der Däne führt den Konzern erst seit Oktober. Er kann den Aktionären insgesamt gute Zahlen präsentieren. Im ersten Quartal ist der Umsatz von Adidas um fast ein Fünftel auf knapp 5,7 Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Der Gewinn ist sogar um 30 Prozent auf 455 Millionen Euro geklettert.

Auch für den Rest des Jahres sieht es gut aus. Der ehemalige Henkel-Chef bekräftigte in der Mitteilung seine Prognose, wonach der Umsatz 2017 zu konstanten Wechselkursen um bis zu 13 Prozent steigen wird. Der Gewinn soll um rund ein Fünftel auf etwa 1,2 Milliarden Euro zulegen.

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