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10.04.2012

15:53 Uhr

Spritspar-Programm

Ryanair setzt Flugbegleiterinnen auf Diät

Jedes Kilo an Bord eines Flugzeugs kostet Treibstoff. Ryanair-Chef Michael O'Leary hat dem Übergewicht darum den Kampf angesagt - und empfiehlt auch seinen Flugbegleiterinnen ein Abspeckprogramm.

Ryanair-Chef Michael O'Leary wirbt mit seinen attraktivsten Angestellten. Reuters

Ryanair-Chef Michael O'Leary wirbt mit seinen attraktivsten Angestellten.

DüsseldorfRyanair-Chef Michael O’Leary setzt seinen Kampf gegen das Übergewicht fort. Seit Jahren fordert der Ire nicht nur das Gepäck zu wiegen, sondern auch die Passagiere. Übergewichtige müssten eine „Fett-Abgabe“ zahlen. Nun will der Ryanair-Chef auch seine Angestellten auf Diät setzen.

Der Ire hat seiner Airline ein radikales Abspeckprogramm verordnet. „Wir halten unsere Angestellte dazu an, ihr Gewicht zu reduzieren“, sagte Ryanair-Sprecher Stephen McNamara dem britischen Daily Telegraph. Die besondere Motivation: Ein Foto im jährlichen Ryanair-Kalender, in dem besonders attraktives Bordpersonal abgelichtet wird.

Nicht nur am Personal will die Airline Gewicht einsparen: Das Bordmagazin „Let’s go“ wurde von DIN A4 auf DIN A5 verkleinert und dient künftig auch als Speise- und Getränkekarte. So nimmt nicht nur der Spritverbrauch ab: Auch die Druckkosten sinken um 480.000 Euro.

Selbst am Eis in den Getränken soll gespart werden. Mit weniger Eiswürfeln an Bord könne die Airline tausende Kilos und damit tausende Euros einsparen, so Airline-Sprecher McNamara. Man habe sogar darüber nachgedacht, die Armlehnen aus den Flugzeugen zu entfernen. Diese Idee habe man aber letztendlich verworfen.

Die Iren sind bekannt für ihre radikalen Sparvorschläge. 2009 wollte die Airline eine Benutzungsgebühr für ihre Toiletten einführen. Außerdem warb Ryanair dafür, künftig mit einem Piloten zu fliegen statt mit zweien. Zuletzt hatte O’Leary sogar angekündigt, in seinen Flugzeugen künftig Stehplätzen einzurichten – bis dieser Plan im Februar gestoppt wurde.

O’Learys Aktionismus hat seinen Grund: Jedes Kilo an Bord der Flugzeuge kostet zusätzlichen Treibstoff und erhöht damit die Kosten. Nicht nur Zeit, sondern auch Gewicht ist Geld in der Luftfahrt. Darum macht die Branche immer wieder Schlagzeilen mit skurrilen Sparvorschlägen: American Airlines strich in den 1980ern eine Olive aus jedem Salat der ersten Klasse. Die japanische All Nippon Airways empfahl ihren Passagieren noch vor wenigen Jahren, vor dem Start eine Toilette zu besuchen.

Kommentare (16)

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Willie

10.04.2012, 16:15 Uhr

Gewicht sparen ist eine alte Fliegerweisheit - Hier noch ein Vorschlag: Die Tickets sind nach persönlichem Gewicht tarifiert, jeder muß beim Einchecken auf die Waage......würde aber wohl die EU-Antidiskriminierungsbehörde auf den Plan rufen....

Account gelöscht!

10.04.2012, 16:19 Uhr

Bei Ryanair ist nicht der Kunde König, sondern der Chef mit seinen verrückten Ideen. Vielleicht sollte man besser gar nicht starten, das spart noch mehr.
Ich halte diese Maßnahmen eher für Marketing-Werbung, denn mit jedem weiteren Unsinn, gibt es wieder kostenlose Berichte und Werbung in den Medien. Und die lassen sich auch noch gern dazu mißbrauchen, wie man sieht.

wuchtbrumme

10.04.2012, 16:53 Uhr

Beim Auto fühlen wir uns ja auch nicht diskriminiert, wenn wir wegen unseres Übergewichtes mehr Sprit verbrauchen. Warum stehen wir beim Fliegen also nicht auch zu unserer Verantwortung. Also Koffer und Person diskret zusammen auf die Waage. Ich hab nichts dagegen, wenn das Fliegengewicht weniger bezahlt.

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