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08.08.2012

13:07 Uhr

Stahlhändler

Klöckner senkt Prognose und streicht Stellen

Klöckner & Co steckt in einer handfesten Krise: Der Duisburger Stahlhändler wird seine Produkte bei weitem nicht mehr gut los. Nun kappt KlöCo die Prognose und spart. Auch andere Größen der Branche leiden.

Die Zentrale von Klöckner & Co in Duisburg: Der Sparhammer kreist. dpa

Die Zentrale von Klöckner & Co in Duisburg: Der Sparhammer kreist.

DüsseldorfFür die Beschäftigten in der Stahlindustrie geht es wegen der schwächelnden Nachfrage ans Eingemachte. Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co kündigte am Mittwoch an, den bereits laufenden Stellenabbau auf rund 1300 Jobs fast zu verdoppeln. Damit streicht das Unternehmen etwa jeden achten Arbeitsplatz.

In Deutschland sind davon zwar wie bislang 200 der rund 2000 Beschäftigten betroffen, da die zusätzlichen Stellen in Spanien, Frankreich und Osteuropa wegfallen. In der deutschen Schwerindustrie schrillen jedoch wegen der Auftragsflaute im Zuge der Euro-Schuldenkrise die Alarmglocken. Vor wenigen Tagen hatte erst Branchenprimus ThyssenKrupp über 2000 Stahlkocher bis Ende des Jahres in Kurzarbeit geschickt.

"Die Konsumenten sind unsicher und fahren nur auf Sicht", sagte KlöCo-Chef Gisbert Rühl während einer Telefonkonferenz. "Für die aktuelle Krise in Europa zeichnet sich keine Lösung ab." In wichtigen Abnehmerbranchen wie der Automobilindustrie oder dem Maschinenbau hielten sich die Kunden wegen der Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung mit ihren Bestellungen zurück. In den USA sei die Lage zwar besser, hier könne es im dritten Quartal jedoch auch zu einem schwächeren Wachstum kommen.

An der Börse kam die Worte nicht gut an. Die KlöCo-Aktie verlor zeitweise mehr als drei Prozent und führte die Verliererliste im MDax an. Stahl-Analyst Hermann Reith von der BHF Bank verwies darauf, dass die Nachfrage in Europa derzeit 25 Prozent unter dem Niveau der Hochphase von 2005 bis 2008 liege. Dies bekomme auch KlöCo zu spüren.

Konzernchef Rühl kassierte die erst vor wenigen Monaten ohnehin gesenkte Prognose für 2012. KlöCo werde einen Gewinn vor Zinsen, Steuer, Abschreibungen (Ebitda) und Restrukturierungen wie im Vorjahr von 217 Millionen Euro nicht erreichen. Der Manager wollte sich zwar nicht genau festlegen, räumte aber ein, dass der Wert sich wohl in Richtung der Analystenschätzungen von rund 170 Millionen Euro bewegen werde. Unter dem Strich werde KlöCo rote Zahlen schreiben. Im ersten Halbjahr fuhr der Konzern einen Verlust von 48 Millionen Euro ein. An Zukäufe sei derzeit nicht zu denken. "Die Expansionsprojekte liegen auf Eis."

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