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23.01.2015

04:43 Uhr

Starbucks

Bier und Bezahl-App für die Kaffeebude

VonAxel Postinett

Trotz guter Quartalsergebnisse stößt die US-Kaffeehauskette an ihre Wachstumsgrenzen beim Verkauf von Kaffee und Kuchen. Bier, Wein und Snacks sollen Kunden auch Abends anlocken und eine App das Bezahlen erleichtern.

Starbucks in San Francisco: Jeder siebte Amerikaner hat zu Weihnachten eine Geschenkkarte des Kaffee-Konzerns bekommen. AFP

Starbucks in San Francisco: Jeder siebte Amerikaner hat zu Weihnachten eine Geschenkkarte des Kaffee-Konzerns bekommen.

San FranciscoDie Kaffeehaus-Kette Starbucks hat ihren Gewinn kräftig gesteigert und einen neuen Präsident und Vorstand für das operative Geschäft präsentiert. Kevin Johnson aus dem Silicon-Valley hat langjährige Erfahrung als Technologie-Manager. Einzelhandel und Gastronomie kennt er dagegen nur als Kunde und aus seiner Zeit im Aufsichtsrat von Starbucks seit 2009. Johnson, der eine Karriere bei Juniper Networks und Microsoft hinter sich hat, wird Anfang März in die Führungsetage von Starbucks einziehen.

Kaffee und Kuchen hatten offenbar Hochsaison in der Weihnachtszeit. Aus einem um 13 Prozent höheren Nettoumsatz von 4,8 Milliarden Dollar verblieb Starbucks ein um 82 Prozent höherer Nettogewinn von 984 Millionen Dollar, verglichen mit dem Vorjahresquartal, teilte der Konzern am Donnerstagabend mit. Darin enthalten ist allerdings ein Einmalertrag 390 Millionen Dollar, der aus der Übernahme der restlichen 60,5 Prozent an Starbucks Japan resultiert. Das Quartal September bis Dezember war das erste Quartal des Finanzjahres für Starbucks.

Jeder siebte Amerikaner hat zu Weihnachten eine Geschenkkarte des Kaffee-Konzerns bekommen, teilte Starbacks mit, im Vorjahr war es jeder Achte. Auf Starbucks Kundenkarten wurde im Weihnachtsquartal ein Rekordbetrag von insgesamt 1,6 Milliarden Dollar eingezahlt, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Kundenbindungsprogramm „My Starbucks Rewards“ verzeichnete 896.000 Neuzugänge auf jetzt neun Millionen Kunden.

Das könnte die Ernennung eines Technologie-Experten als operativen Vorstand erklären. Elektronische Zahlungsmittel nehmen einen immer größeren Raum ein. Doch die 2012 geschlossene Partnerschaft mit dem mobilen Zahlungsdienstleister Square aus San Francisco wurde Ende 2014 auf Eis gelegt. Eine eigene Smartphone-App ist jetzt in Arbeit und wird in Portland in Oregon im Testbetrieb ausprobiert. Dabei geht es nicht mehr nur um die Bezahlung des Kaffee, sondern darum, wie sich zusätzliche Umsätze generieren lassen. Das Vorbild ist hier Paypal.

Auf der Aktionärsversammlung vergangenes Jahr hatte Digital-Chef Adam Brotman bereits eine „robuste Pipeline an digitalen und mobilen Innovationen“ angekündigt. 14 Prozent aller Käufe in den US-Filialen werde schon mobil abgewickelt, insgesamt gebe es fünf Millionen mobile Bezahlvorgänge in einer Woche.

Doch das alleine wird die Besuchsfrequenz nicht genügend steigern können. Nachdem die Büros geschlossen sind, verwaisen viele Starbucks-Filialen in den Abendstunden. Gründer und Vorstandschef Howard Schultz will deshalb in einem Viertel der US-Filialen in den Abendstunden Bier, Wein und Snacks verkaufen. Statt zur Happy Hour in die Sports Bar sollen die Angestellten bei Starbucks ihren Feierabend einläuten.

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