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30.01.2014

13:34 Uhr

Starke Konkurrenz

Rabattschlacht bremst H&M aus

Der schwedische Billigtextilhändler H&M musste kurz vor Weihnachten die Preise senken, um gegen Primark und Zara zu bestehen. Der Umsatz leidet unter der Rabattschlacht. Nun sollen neue Filialen eröffnet werden.

StockholmDer schwedische Textilhändler Hennes & Mauritz (H&M) hat im Geschäftsjahr 2012/2013 nicht so stark zugelegt wie erhofft. Gründe waren die starke schwedische Krone und Rabattaktionen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Stockholm mitteilte. Mit dem Start ins laufende Jahr zeigte sich Europas zweitgrößter Modehändler zufrieden. „Das aktuelle Geschäftsjahr hat gut begonnen“, erklärte Vorstandschef Karl-Johan Persson. Im Dezember und Januar seien die Verkäufe stark gewesen.

Im Ende November abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 128,6 Milliarden schwedische Kronen (14,6 Milliarden Euro). Der Gewinn wuchs um knapp zwei Prozent auf 17,2 Milliarden Kronen. Analysten hatten mit mehr gerechnet. In Deutschland, wo die Schweden rund ein Fünftel ihrer Erlöse erzielen, kletterte der Umsatz im abgelaufenen Jahr um drei Prozent. Die Dividende wollen die Schweden mit 9,50 Kronen je Aktie stabil halten. Analysten sind von dem Ergebnis dennoch enttäuscht.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Auch die Marge von H&M sank im vergangenen Geschäftsjahr auf 59,1 Prozent (Vorjahr: 59,5 Prozent). H&M hatte vor Weihnachten die Preise gesenkt, um sich im Wettbewerb mit schneller wachsenden Anbietern wie Inditex (Zara) und Primark behaupten zu können. Inditex hatte H&M bereits 2006 als größter Bekleidungshändler Europas überholt und schlug die schwedische Modekette beim Umsatzwachstum in den vergangenen drei Jahren. Primark hatte im Januar ein Plus von 14 Prozent beim Quartalsumsatz vorgelegt.

Im vergangenen Jahr hatte H&M mit dem Online-Verkauf in den USA begonnen, die Kette & Other Stories eröffnet und in Länder wie Chile expandiert. Im Geschäftsjahr 2014 sollen insgesamt 375 neue Läden eröffnet werden, 2013 waren es 356. Für dieses Jahr geplant ist auch die Expansion nach Australien und auf die Philippinen, zudem soll der Online-Verkauf in vier “großen” Märkten, darunter Frankreich, gestartet werden. H&M betreibt nach eigenen Angaben 3132 Filialen in 53 Ländern.

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