Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2014

14:12 Uhr

Starke Marken

Tengelmann feiert Rekordumsätze dank Kik und Obi

Kik und Obi sei Dank: Besonders der Textildiscounter und die Baumarktkette sorgen beim Handelskonzern Tengelmann für starke Umsatzzuwächse. Dennoch stellt der Konzern eine Supermarktkette auf den Prüfstand.

Tengelmann-Konzernchef Karl-Ervian Haub zeigt sich bei der Pressekonferenz in Feierlaune. dpa

Tengelmann-Konzernchef Karl-Ervian Haub zeigt sich bei der Pressekonferenz in Feierlaune.

MülheimDie Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ist zum Sorgenkind des Handelskonzerns Tengelmann geworden. Während die Geschäfte beim konzerneigenen Textildiscounter KiK und der Baumarktkette Obi florieren, schreiben die Supermärkte rote Zahlen. Tengelmann ist deshalb dabei, 27 Filialen der rund 500 Märkte zu schließen, betroffen sind rund 350 Mitarbeiter. Weitere betriebsbedingte Kündigungen seien im Zuge Neuausrichtung nicht ausgeschlossen, sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub am Donnerstag in Mülheim an der Ruhr.

„Kaiser's Tengelmann ist seit mehreren Jahren ein Geschäftsfeld mit besonderen Herausforderungen“, betonte Haub. Zur Zeit lasse der Konzern die Sparte deshalb auf ihre zukünftige Ausrichtung hin analysieren. Dabei gehe es nicht in erster Linie um weitere Filialschließungen, sondern um die Strukturen im Hintergrund - etwa die eigene Logistik, oder die Fleischwerke. „Es ist die Frage, ob wir alles selbst tun müssen“, sagte Haub. Denkbar seien für die Zukunft etwa Kooperationen und Partnerschaften.

Ein weiterer Stellenabbau - auch in der Zentrale der Supermarktkette - sei deshalb nicht ausgeschlossen, sagte Haub. Doch werde dies keine dramatischen Ausmaße annehmen. Ein Verkauf sei das, „was die Familie am wenigsten gerne in Erwägung ziehen würde“, betonte Haub. Bis zum Herbst wolle man sehen, wie es weitergehe.

Die wertvollsten deutschen Einzelhandelsmarken (2013)

Rang 10

Douglas

Markenwert: 238 Millionen Dollar
im Vorjahr nicht in den Top 10

Rang 9

Netto

Markenwert: 262 Millionen Dollar
minus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 8

Obi

Markenwert: 283 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 7

Rewe

Markenwert: 459 Millionen Dollar
plus 5 Prozent gegenüber 2012

Rang 6

dm

Markenwert: 485 Millionen Dollar
plus 19 Prozent gegenüber 2012

Rang 5

Kaufland

Markenwert: 551 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 4

Media Markt

Markenwert: 1,3 Mrd. Dollar
minus drei Prozent gegenüber 2012

Rang 3

Edeka

Markenwert: 1,5 Mrd. Dollar
plus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 2

Lidl

Markenwert: 1,52 Mrd. Dollar
plus acht Prozent gegenüber 2012

Rang 1

Aldi

Markenwert: 2,9 Mrd. Dollar
minus sieben Prozent gegenüber 2012

Quelle

Interbrand, März 2013

Ansonsten laufen die Geschäfte des Familienunternehmens Haub zufolge zurzeit gut. Der Textildiscounter KiK und die Baumarktkette Obi bescherten Tengelmann in diesem Jahr ein kräftiges Wachstum. Die Umsatzzuwächse seien rekordverdächtig, sagte Haub. Das Unternehmen profitiere vom guten Wetter in den ersten sechs Monaten, vom Ausscheiden des Konkurrenten Praktiker, aber auch von der eigenen guten Arbeit. „KiK gehört zu den Gewinnern der Branche“, sagte Haub. Der Erfolg sei auch auf die Modernisierung der Filialen und die etwas modischere Ausrichtung zurückzuführen. Auch Obi sei im Aufwind.

Das Jahr 2013 war für das Familienunternehmen dagegen weniger erfreulich verlaufen. Das schlechte Wetter im ersten Halbjahr sorgte vor allem bei den saisonabhängigen Geschäftsfeldern Obi und KiK für rückläufige Umsätze. Am Ende lag der konsolidierte Nettoumsatz des Konzerns mit 7,8 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau und blieb damit unter den Erwartungen. Dennoch sei ein positives Ergebnis erzielt worden, berichtete Haub. Und auch in diesem Jahr rechne er mit einem Gewinn. Genaue Ergebniszahlen nennt das Familienunternehmen nicht.

Eine immer größere Rolle spielt der Bereich E-Commerce. Haub hat hier als Wagniskapitalgeber für Internet-Start-ups eine Vorreiterrolle im deutschen Handel übernommen. So ist das Unternehmen unter anderem mit gut 5 Prozent an dem Internethändler Zalando beteiligt und betreibt die Online-Shops Plus.de, baby-markt.de und GartenXXL.de. Das Unternehmen hat Haub zufolge in diesem Bereich bereits mehr als 100 Millionen Euro investiert. Die ersten beiden Start-up zahlten bereits Dividende.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×