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28.07.2014

12:09 Uhr

Starkes Quartal

Ryanair hebt Gewinnprognose an

Der Billigflieger Ryanair scheint zurück im Erfolgsmodus. Die Iren legen einen Gewinnsprung im Quartal hin und heben die Prognose für das Gesamtjahr an. Die Service-Offensive sei ein Erfolg.

Eine Ryanair-Maschine hebt in Barcelona ab: Der irische Billigflieger erhöht nach einem guten Quartal seine Jahresprognose. AFP

Eine Ryanair-Maschine hebt in Barcelona ab: Der irische Billigflieger erhöht nach einem guten Quartal seine Jahresprognose.

DublinNach den Gewinnwarnungen von Lufthansa und Air France trumpft Rivale Ryanair mit einer optimistischeren Prognose auf. Europas größte Billigfluglinie steuert nach einem Gewinnsprung auf netto 197 (Vorjahreszeitraum: 78) Millionen Euro im abgelaufenen Quartal für das Gesamtjahr nun mindestens 620 Millionen Euro an. Diese Summe hatten sich die Iren bisher nur als Maximalwert zugetraut.

Die Platzhirsche aus Deutschland und Frankreich sind längst alarmiert und schicken selbst Billigtöchter ins Rennen. Doch Ryanair spürt neuen Auftrieb. Das Unternehmen hat sein Image bei den Kunden aufpoliert - und das schlägt sich nach Angaben des Managements bereits positiv im Geschäft nieder.

„Wir haben in den vergangenen sechs, sieben Monaten große Fortschritte beim Service erzielt“, sagte am Montag Howard Millar, Finanzchef der in der Vergangenheit für eher magere Standardleistungen bekannten Gesellschaft. Vor allem die Möglichkeit, sich einen Sitzplatz selbst auszusuchen, komme bei den Passagieren gut an. Sie seien dafür auch bereit, einen Aufschlag zu zahlen. Insgesamt stiegen die Einnahmen aus dem Geschäft mit Extras - wie den bei Traditions-Airlines inbegriffenen Getränken an Bord - entsprechend dem Passagierzuwachs im abgelaufenen Vierteljahr um vier Prozent.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Analysten attestierten dem Easyje -Rivalen, dass die Kampagne für mehr Kundenfreundlichkeit Wirkung zeige. Ihrer Einschätzung nach wird der Druck auf Unternehmen wie Lufthansa noch wachsen, wenn Billigflieger ihre Kapazitäten weiter ausbauen. So gehen bei Ryanair die ersten von 180 neuen Boeing-Jets ab September an den Start.

Für denselben Monat hat Air France einen Schlachtplan in Aussicht gestellt, mit dem der Konzern Marktanteile von den Billiganbietern zurückerobern will. Der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr will ab Frühjahr unter der Marke Eurowings günstigere Flüge innerhalb Europas anbieten. Doch unter Experten ist strittig, ob große Fluggesellschaften mit ihren teuren Konzernstrukturen schlagkräftige Rivalen für die Billigflieger aufbauen können. Ryanair-Finanzchef Millar äußerte sich gelassen zur Offensive von Air France auf dem Billigmarkt. Die Franzosen redeten schon seit Jahren darüber, sagte er. „Alles was sie bisher gemacht haben, war ein großer Reinfall.“

Der zuversichtlichere Ausblick trieb Ryanair-Aktien um mehr als vier Prozent in die Höhe. Schon vor Veröffentlichung der Zahlen hatten sich die Papiere verteuert, nachdem Konzernchef Michael O'Leary im Reuters-Gespräch eine Gewinnwarnung ausgeschlossen hatte.

Von

rtr

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