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17.01.2008

16:16 Uhr

Start in Hamburg

Deutschland lockt US-Moderiesen

VonChristoph Schlautmann

ExklusivDas Schaumstoff-Transistorradio für 18 Euro, Lautsprecherboxen in Konservendosen, das Paar für 47 Euro, den Teleskoparm für Selbstporträtfotos zum Schnäppchenpreis von 13,50 Euro - der börsennotierte US-Modekonzern Urban Outfitters weiß selbst die ausgefallensten Wünsche seiner Kunden zu befriedigen. Im Sommer kommt die Kette erstmals nach Deutschland.

Urban Outfitters: ein Store des Filialisten in Philadelphia. Foto: ap

Urban Outfitters: ein Store des Filialisten in Philadelphia. Foto: ap

DÜSSELDORF. "Der erste Laden öffnet im August am Hamburger Gänsemarkt", sagte Europa-Geschäftsführer Martin Parker dem Handelsblatt. Bis zu fünf Standorte sollen in den kommenden 18 Monaten folgen, jeweils mit 1 200 Quadratmeter Verkaufsfläche. "Wir sehen uns auch in Berlin, Köln, Frankfurt und München um", sagte der Handelsmanager im Londoner Hauptquartier.

Nach dem US-Modelieferanten Liz Claiborne, der seit vergangenem Jahr seine Kollektionen als Großhändler in Deutschland verkauft, traut sich damit seit langem auch wieder ein ausländischer Modeanbieter mit eigenen Läden auf deutschen Boden. Das spektakuläre Aus des Briten Marks & Spencer und der unrühmliche Rückzug der US-Kette Gap hatten Modeanbieter lange Zeit verschreckt. Wachstum schien nur noch über Verdrängung möglich. 2007 kauften die Deutschen Textilien für 58 Mrd. Euro - kaum mehr als 1989 allein in Westdeutschland.

Doch ein Ende der Stagnation kommt in Sicht, wie der Branchenverband BTE beobachtet. Nach seinen Zahlen wuchs Deutschlands Textilumsatz in den ersten elf Monaten 2007 um zwei Prozent, und auch für das aktuelle Jahr rechnet die Mehrzahl der Modehändler mit Erlöszuwächsen. "Wir halten jetzt den Zeitpunkt zum Einstieg für richtig", sagt deshalb Urban-Outfitters-Manager Parker. "Die Wirtschaft zieht an, die Konsumstimmung steigt." Schon in zwei Jahren sollen seine Läden hier gut 35 Mill. Euro umsetzen.

Für Urban Outfitters sind Wohnaccessoires und schräge Geschenkartikel Teil eines ausgefeilten Verkaufskonzepts: Der Nippes lockt insbesondere trendbewusste Kunden zwischen 18 und 30 Jahren in die weltweit über 140 Läden des Konzerns. Im Kerngeschäft allerdings verkaufen die Amerikaner ausgefallene Modeartikel - darunter Marken wie "Seven for All Mankind", "True Religion" oder "Diesel".

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