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11.10.2015

11:16 Uhr

Start-up mit neuer App

Das Google der Berge

VonJoachim Hofer

Outdoor-Fans können nun mit einer App den passenden Bergführer finden. Für das Münchener Start-up „Find me outside“ ist das erst der Anfang. Auch Sportler und Trainer anderer Disziplinen wollen sie zusammenbringen.

Eine neue App des Münchener Start-up „Find me outside“ bringt Sportbegeisterte und Bergführer zusammen. Imago

Bergsteigen

Eine neue App des Münchener Start-up „Find me outside“ bringt Sportbegeisterte und Bergführer zusammen.

MünchenSuchen und Finden. Mit diesem simplen Geschäftsmodell ist Google groß geworden. Florian Birnkammer freilich ist überzeugt, dass sich auf der Homepage des Internetkonzerns längst nicht alles finden lässt, was die Leute suchen. Zum Beispiel Bergführer.

Der Münchener verbringt seine Freizeit – wann immer es geht – auf den Gipfeln der Alpen. Er weiß: Es kostet viel Zeit, den richtigen Bergführer aufzustöbern, und die passenden Begleiter für die Touren sowieso. Also hat sich der IT-Spezialist mit zwei Kompagnons daran gemacht, das zu ändern. Heraus gekommen ist „Guidefinder“, eine App, mit der staatlich geprüfte Bergführer und Sportbegeisterte zusammenkommen sollen.

Die elektronische Kontaktbörse für Kletterer und Skitourengeher wird allerdings nur der Anfang sein. „Dabei kann es natürlich nicht bleiben, dazu ist die Zielgruppe zu spitz“, erläutert der Firmengründer. Ob Wanderer, Radfahrer oder Segler, mit ihrem Unternehmen „Find me outside“ wollen die Bayern Sportlehrer und Athleten künftig auch in vielen anderen Disziplinen miteinander verkuppeln.

Die 10 besten Ratschläge für Unternehmer

Hab Spaß

„Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint“, sagt Thorsten Reiter, dessen Buch „Start up – Jetzt! Endlich loslegen und es richtig machen“ gerade im Campus-Verlag erschienen ist. Genauso verhält es sich auch mit dem Bestreben als Unternehmer. Reiter: „Wer lange durchhalten will, sollte Spaß an der Sache entwickeln, der er täglich nachgeht, und vor allem daran, wie er es tut.“

Glaub an dich

Unternehmer sollten sich laut Reiter darauf konzentrieren, ihre Marke auszubauen sowie ihre Arbeit zu erledigen, und aufhören, über sich und ihr potentielles Versagen nachzudenken. „Wenn sie eines Tages scheitern, werden sie es schon merken und haben genug Zeit, im Nachhinein darüber nachzudenken.“

Glück ist eine Einstellungssache

„Jeder Gründer sollte sich entscheiden, stets Glück zu haben“, rät Thorsten Reiter. Seiner Lebensphilosophie nach liegt es in den eigenen Händen, Glück zu haben. Dabei ist für den Gründer-Experten genauso richtig, dass jeder einzelne der Herr seines Schicksals ist wie der Glaube daran, dass alles, was wir erleben, durch etwas oder jemanden vorherbestimmt ist.

Versuchen ist gut, machen ist besser

Reiter rät jungen Unternehmern nicht zu „entscheiden“, wann sie gescheitert sind. „Scheitern passiert und es bleibt keine andere Wahl, als das Scheitern zu akzeptieren und daraus zu lernen.“ Getreu dem Motto von Meister Yoda in Star Wars: „Do or do not. There is no try!“.

Nutze alle Ressourcen

Haben Sie Spaß daran, Teil von etwas zu sein und nutzen Sie das für sich. Als Unternehmer erhalten Sie Zugang zu Ressourcen, für die man sonst große Summen bezahlen müsste. Reiter: „Ein Marketingplan-Wettbewerb an einer lokalen Hochschule beispielsweise gibt der Einrichtung sowie ihren Studierenden Stoff, um sich weiter zu qualifizieren“, und Ihnen als Unternehmer einen enormen Pool an neuen Ideen.

Manchmal hilt nur: Zähne zusammenbeißen!

Jungunternehmer sollten sich schnell daran gewöhnen, die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur auszutesten, sondern sie regelmäßig zu überschreiten. Thorsten Reiter: „Nur so können sich Gründer und Erfolgssuchende sicher sein, wo sie verlaufen.“ Und: „Im gemütlichen Nine-to-Five-Sessel lassen sich keine Märkte revolutionieren und keine Konsumentenerfahrungen erschaffen, die zu wahren Ereignissen im Leben der Kunden werden.“

Gib dein Wissen weiter

Behalten Sie niemals die Dinge, die Sie auf Ihrem Weg gelernt haben, für sich. Teilen Sie, wann immer sie können, lautet die Empfehlung des Start-Up-Experten Reiter. Halten Sie also Vorträge, geben Sie Workshops oder seien sie selbst ein Mentor für andere Entrepreneure. Reiter: „Dadurch wird auch der Gründer selbst besser, versteht seine Herangehensweisen und erhöht sein Exposure.“

The winner shares it all

Steuern Sie auf Ihrem Weg gezielt Win-Win-Win-Effekte an und ermöglichen Sie es so einer größeren Anzahl von Menschen, sich mit Ihrer Idee und der Sache, für die Sie stehen, zu identifizieren. Keine Angst, das bedeutet nicht, dass Sie etwas vom Kuchen abgeben müssen; es bedeutet, so Reiter, dass alle am Ende mehr haben. Wenn jemand also einen WLAN-produzierenden Baum entwickeln würde, wäre der zusätzliche Klimafaktor solch ein Effekt.

Verändere das Spiel der Könige

Was hat Unternehmertum mit Schach zu tun? Reagieren Sie im Business nicht nur auf die Züge des Gegners, sondern gehen Sie einen Schritt weiter über die Grenzen des Bretts hinaus, rät Thorsten Reiter. So werden die Regeln des Spiels neu definiert, das Feld wird erweitert und die Möglichkeiten sind plötzlich unzählig. Wer als Unternehmer gelernt hat, das Spiel zu durchschauen, hält einen Trumpf in der Hand, der die Konkurrenz ins Chaos stürzen kann. Reiter: „Manchmal ist ein vermeintlich irrationaler Zug der entscheidende Schlag, und was von außen wie Chaos erscheint, ist lediglich die strategische Wendung hin zum eigenen Competitive Advantage und ein echter Game Changer.“

Finde deine Antworten

Sind Sie ein Unternehmer? Haben Sie den Mut dazu, Ihr Leben – egal ob angestellt oder selbstständig – nachhaltig zu verändern? Ist das der richtige, der einzige Weg? Diese Fragen möchten Thorsten Reiter jedem potentielen Gründer mit auf den Weg geben, denn er kann lediglich Denkanstöße geben. Die Antworten darauf muss jeder für sich selber finden. Reiter: „Ob du ins Abenteuer Unternehmertum aufbrechen wirst, ob diese Reise für dich bestimmt ist, kannst nur du selbst sagen. Nur du kannst diese Antworten geben.“

Doch erst einmal möchte die Drei-Mann-Firma jetzt ihre Guidefinder-App groß und bekannt machen. Im Sommer ist das Angebot gestartet: 100 Bergführer aus dem deutschsprachigen Teil der Alpen seien bereits an Bord, versichert Birnkammer; bis Jahresende sollen es 300 sein.

Zum Vergleich: Der Verband Deutscher Berg- und Skiführer zählt insgesamt 700 Mitglieder, dessen Pendant in Österreich kommt auf gut 1500 und in Südtirol haben sich 180 Profis zusammengeschlossen. Diese drei Verbände machen bei Guidefinder mit, nur die Schweizer Vereinigung fehlt noch. Die Bergführer können auf dem Portal Touren anbieten, ihre Profile einstellen oder Anfragen  beantworten.

Bergsportler wiederum können freie Plätze bei Touren suchen, aber auch selbst ihre Vorhaben vorstellen, für die sich dann Führer bewerben. Darüber hinaus können die Sportler nach Gleichgesinnten für einzelne Exkursionen fahnden. Der Vorteil: So lässt sich das Honorar aufteilen und es wird für jeden Einzelnen günstiger. Ein Tag mit Bergführer kostet in der Regel mindestens 300 Euro.

Für Bergführer und Athleten ist das Ganze kostenlos, ihr Geld wollen die drei Gründer mit der Wirtschaft machen: mit Sporthändlern und Hotels, mit Tourismusverbänden, Bergsportschulen und Ausrüstern. Die sollen die Sportler ganz gezielt ansprechen können. Mit dem Skitourenspezialisten Ortovox und dem Rucksackhersteller Deuter haben die Münchener bereits zwei renommierte Labels gefunden, mit denen sie zusammenarbeiten.

Doch die Jungunternehmer wollen mehr, sie möchten auch Car-Sharing-Anbieter, Bahnbetreiber, Gastronomen und viele mehr gewinnen, um Komplettpakete anzubieten: von dem Moment, an dem ein Sportler die Haustüre verlässt, bis zum Zeitpunkt, wenn er nach erfolgreicher Gipfelbesteigung wieder müde zuhause den Schlüssel herum dreht.

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