Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2014

16:50 Uhr

Statt Produktion in Fernost

Adidas plant Mini-Fabriken

ExklusivSteigende Löhne und Zölle treiben die Entwicklung bei Adidas. Der Sportkonzern will weg von den riesigen Werken in Fernost. Stattdessen sollen lokale und flexible Fertigungen auf kleinstem Raum entstehen.

Momentan werden die meisten Adidas-Produkti in Fernost bei Zulieferern gefertigt – das könnte sich allerdings ändern. dpa

Momentan werden die meisten Adidas-Produkti in Fernost bei Zulieferern gefertigt – das könnte sich allerdings ändern.

HerzogenaurachAdidas besitzt keine einzige nennenswerte Fabrik. Fast 100 Prozent der Turnschuhe, Shirts und Bälle des größten europäischen Sportkonzerns kommt von Lieferanten, die zumeist in Asien in riesigen Werken produzieren.

Das könnte sich in den nächsten Jahren allerdings ändern. „Wir werden näher an die Kunden heran rücken und die Ware dort fertigen, wo die Käufer sind“, sagte Forschungschef Gerd Manz dem Handelsblatt. Unter dem Namen „Speedfactory“ hat Manz ein Projektteam zusammengestellt, das die Voraussetzungen dafür schaffen soll. „Ziel ist es, flexibel, lokal und auf kleinstem Raum zu produzieren.“

Zu den Vordenkern des Adidas-Managers gehören nicht nur Spezialisten aus dem eigenen Haus. Mit am Tisch sitzt der Autozulieferer Johnson Controls, der Roboterbauer KSL Keilmann sowie Forscher der TU München und der Hochschule Aachen.

Es hat mehrere Gründe, dass Adidas nicht mehr nur in Fernost produzieren will. Der wichtigste: Die Löhne im wichtigsten Produktionsland China steigen stark. Noch etwas spricht dafür, die Produktion zu den Kunden zu bringen: Zahllose Handelshemmnisse weltweit.

Sportmesse Ispo: Adidas wird zum Ladenhüter

Sportmesse Ispo

Adidas wird zum Ladenhüter

Die Marke mit den drei Streifen verkauft sich in Deutschland immer schlechter. Die Franken müssen sogar Ware aus den Fachgeschäften zurücknehmen, weil die Regale überquellen. Der größte Konkurrent legt dagegen zu.

Adidas will daher künftig an jedem beliebigen Ort produzieren können. Chef-Forscher Manz: „Langfristig geht es darum, viel unabhängiger von den Arbeitskosten zu fertigen.“

Die neue Projektgruppe wird sich bis Frühjahr 2016 zunächst einmal die Schuhproduktion vornehmen. Manz: „Wir beginnen mit der Schaftfertigung, weil wir gerade bei den Schuhen enorm viele Varianten haben.“ Dabei geht es einerseits um neue Maschinen, andererseits aber auch um innovative Materialien und völlig neue Abläufe. Denn auch die Rohwaren-Lieferanten müssten sich komplett umstellen, weil sie dann viel kleinere Mengen an die einzelnen Fabriken liefern müssen.

Dazu kommt, dass die Marke mit den drei Streifen auch stärker auf die Kunden eingehen und ihnen individualisierte Produkte anbieten möchte. Das ist bei den großen Stückzahlen in Asiens Fabriken kaum möglich.

Von

jojo

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Susannsa

19.02.2014, 18:18 Uhr

Adidas hat es verstanden: Der Zukunftstrend geht zu Individuell anstatt Masse und zu National anstatt Global.

Kaesebrot

19.02.2014, 20:21 Uhr

Nach der Globalisierung folgt der Trend hin zur Regionalisierung. Adidas ist diesbezüglich ein Vorreiter. Find ich gut!

RalfLippold

20.02.2014, 09:36 Uhr

Regionalisiert global gehen. Adidas hat verstanden. #LeanThinking

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×