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11.11.2015

13:05 Uhr

Staubsauger-Testverfahren

Dyson scheitert mit Beutel-Klage

Dyson ist bekannt für seine Staubsauger ohne Beutel – und fühlt sich durch ein Testverfahren bei anderen Herstellern diskriminiert. Deren Modelle werden mit leerem Beutel getestet. Zu Recht, entscheidet ein EU-Gericht.

Rückschlag im Kampf um Marktanteile. PR

Dyson-Sauger

Rückschlag im Kampf um Marktanteile.

LuxemburgDer britische Staubsauger-Hersteller Dyson ist mit seiner Klage zur Energieverbrauchskennzeichnung von Staubsaugern in der EU gescheitert. Die EU-Richtlinie zum Test mit leeren Schmutzbeuteln sei rechtens, weil es kein zuverlässiges Verfahren zur Prüfung mit vollen Schmutzbeuteln gebe, entschied das Gericht der Europäischen Union in einem am Mittwoch in Luxemburg veröffentlichten Urteil. Dyson sah seine beutellosen Staubsauger durch die Prüfrichtlinie diskriminiert. (Az. T-544/13)

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Dyson ist der britische „Staubsauger-König“. Der Chef aber ist ein Deutscher: Vorstandsvorsitzender Maximilian Conze über neue Produktideen, den deutschen Mittelstand und den Generationswechsel im Konzern.

Dyson produziert Staubsauger ohne Filter. Mit der modernen Technik wird die staubhaltige Luft wie in einer Zentrifuge verwirbelt und die Partikel werden über die Fliehkraft im Schmutzbehälter abgetrennt. Weil der Energieverbrauch dabei etwa in den sogenannten Zyklonsaugern immer gleich bleibt, sieht Dyson in Tests mit leerem Beutel eine Täuschung der Verbraucher: Bei Beutelsaugern könne wegen der erhöhten Saugleistung mit vollerem Filterbeutel der Energiebedarf steigen – von den angegebenen 750 Watt auf bis zu 1600 Watt.

Das Gericht räumte nun ausdrücklich ein, „dass die Saugleistung und die Energieeffizienz eines Staubsaugers mit vollem Behälter wegen der Staubansammlung geringer sind“. Das von der EU-Kommission gewählte Testverfahren mit leeren Beuteln sei aber rechtens, weil es keine Test mit vollen Beuteln gebe, die „zuverlässig, genau und reproduzierbar sind“. Selbst Dyson habe solch einen zuverlässigen Test nicht nachweisen können.

Dass Dyson den Kampf um Marktanteile für seine Zyklon-Staubsauger auch über den Energieverbrauch austrägt, hat eine einfache Erklärung: Ab 2017 dürfen EU-weit keine Staubsauger mit einem Verbrauch von mehr als 900 Watt verkauft werden.

Der Weltmarkt für Staubsauger

Platz 10

Shark Ninja (vormals Euro-Pro-Operating, USA)

Absatz 2014: 3,6 Millionen Geräte

Platz 9

LG Electronics (Südkorea)

Absatz 2014: 3,7 Millionen Geräte

Platz 8

Panasonic (Japan)

Absatz 2014: 4,1 Millionen Geräte

Platz 7

Philips (Niederlande)

Absatz 2014: 4,2 Millionen Geräte

Platz 6

BSH Bosch & Siemens Hausgeräte (Deutschland)

Absatz 2014: 4,4 Millionen Geräte

Platz 5

Samsung Electronics (Südkorea)

Absatz 2014: 4,7 Millionen Geräte

Platz 4

Dyson (Großbritannien)

Absatz 2014: 6,4 Millionen Staubsauger

Platz 3

Bissell (USA)

Absatz 2014: 9,8 Millionen Geräte

Platz 2

Electrolux (Schweden)

Absatz 2014: 14 Millionen Geräte

Platz 1

Techtronic Industries (USA)

Absatz 2014: 16,9 Millionen Geräte

Quelle: Euromonitor International

Von

afp

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