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27.05.2012

09:48 Uhr

Steigende Dieselpreise

Spediteure üben sich im Kraftstoffsparen

VonAndreas Schulte

Um die steigenden Dieselpreise mit Müh und Not kompensieren zu können, drücken Spediteure derzeit ihren Spritverbrauch. Dazu gehört nicht nur der Kauf von Dieselkontingenten, sondern auch Fahrertrainings und Tempolimits.

Spediteure treten auf die Kostenbremse. dpa

Spediteure treten auf die Kostenbremse.

KölnBoris Schmidt muss scharf kalkulieren. Dem Geschäftsführer von Schmidt Transporte aus Mogendorf im Westerwald machen steigende Dieselpreise zu schaffen. Rund 400.000 Euro mehr als im Vorjahr hat er 2011 für den Kraftstoff ausgeben müssen. „Diesel macht 37 Prozent unserer Gesamtkosten aus“, sagt er. Im vergangenen Jahr stellte Schmidt gar einen Fuhrparkmanager ein, der die Fahrer der 45 Kipper auf wirtschaftliches Fahren schult. Außerdem sind alle Lkws auf maximal 85 Stundenkilometer gedrosselt.

Mit hohem Einsatz drücken Spediteure die Spritkosten. Neun von zehn Unternehmen sind dabei, ihren Kraftstoffverbrauch zu optimieren, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Reifenherstellers Goodyear Dunlop. Der Grund: Innerhalb von drei Jahren hat der Dieselpreis für Großverbraucher um über 50 Prozent zugelegt. Im März kostete der Liter ohne Mehrwertsteuer 1,21 Euro. Ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht in Sicht.

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Das bringt die Branche in eine Schieflage. „Wir rechnen bei anhaltend steigenden Kraftstoffpreisen mit einer Pleitewelle“, sagt Martin Wendlandt, Geschäftsführer von USL, einer auf das Speditionsgewerbe spezialisierten Unternehmensberatung.

Der Kreditversicherer Euler Hermes prognostiziert, dass in diesem Jahr 25 von 1.000 Transporteuren Insolvenz anmelden müssen. In keinem anderen Wirtschaftszweig liegt der Anteil der Pleiten höher. Mit unterschiedlichen Maßnahmen wehren sich die Speditionsunternehmer gegen den Preisdruck: Sie optimieren die Beschaffung und sorgen für mehr Kraftstoffeffizienz.

„Es steigt die Bereitschaft, projektbezogen Dieselkontingente auszuhandeln“, sagt Wendlandt. Dabei handeln Spediteure beispielsweise mit Mineralölkonzernen oder Genossenschaften Festpreise aus - etwa für ein ganzes Jahr. So machen sie sich unabhängig von den täglich wechselnden Preisen an der Tankstelle. Außerdem lassen sich Projekte verlässlicher kalkulieren.

Kommentare (1)

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27.05.2012, 10:41 Uhr

Da hat man sich einen Fuhrpark mit Dieselrossen angelegt und völlig übersehen, dass diese ohne Diesel nicht laufen.

Das ist in etwa so, als hätte sich ein Bauer vor hundert Jahren zehn Ackergäule in den Stall gestellt, obwohl er nicht eine einzige Wiese sein eigen nennen kann.

Ja, ja, Bildungsstandort Deutschland...

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