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24.06.2013

08:53 Uhr

Steigende Energiekosten

Deutsche Bahn plant Preiserhöhung

Seit einem Jahr fährt die ICE-Flotte der Deutschen Bahn mit Ökostrom - das dürfte sich bald auf die Preise auswirken. Man könne die „Zusatzkosten nicht einfach ignorieren“, sagt Bahn-Chef Rüdiger Grube.

Schrittweise Umstellung: Der ICE fährt nun mit Ökostrom. obs

Schrittweise Umstellung: Der ICE fährt nun mit Ökostrom.

BerlinWegen der Energiewende müssen die Kunden der Deutschen Bahn voraussichtlich bald tiefer ins Portemonnaie greifen. Das deutete Bahn-Chef Rüdiger Grube in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung (Montag) an. „Klar ist: Unsere Kostenbelastung steigt weiter - vor allem wegen der steigenden Umlage für Ökostrom und des jüngsten Tarifabschlusses. Diese erheblichen Zusatzkosten können wir nicht einfach ignorieren“, sagte Grube. Zu den Preisen könne aber erst im Herbst etwas gesagt werden.

Im Frühjahr sei die ICE-Flotte auf Ökostrom umgestellt worden. Grube kritisierte die Finanzierung des Umstiegs. Wer sich ökologisch verhalte, profitiere davon nicht: "Die Energiewende bestraft Bahnfahren", kritisierte der Konzernchef. Die Bahn hatte erst kürzlich den Ökostrom-Anteil für ihre Züge erhöht. "Aber statt diese vorbildliche Umstellung zu fördern, sollen wir künftig 100 Millionen Euro Umlage zahlen", kritisierte Grube. Damit würden Kunden, die ökologisch reisen wollten, auch noch bestraft. "So darf es nicht sein", sagte Grube.

So viel kosten die Tickets bei der Bahn

Letzter Preisanstieg im Dezember

Seit dem 9. Dezember 2012 ist Zugfahren teurer - im Durchschnitt stiegen die Preise um 2,8 Prozent. Je nach Strecke fiel die Erhöhung unterschiedlich stark aus.

ICE Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Fernverkehr mit ICE, ohne Ermäßigungen, zweite Klasse:

Frankfurt/Main-Mannheim: bisher 27 Euro, jetzt 28 Euro (+ 3,7 Prozent)

ICE Preisbeispiel II

Stuttgart-München: bisher 54 Euro, jetzt 55 Euro (+ 1,9 Prozent)

ICE Preisbeispiel III

Hamburg-München oder Berlin-Freiburg: bisher 135 Euro, jetzt 139 Euro (+ 3,0 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Regionalverkehr:

Schweinfurt-Haßfurt (24 Kilometer): bisher 5,50 Euro, jetzt 5,70 Euro (+ 3,6 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel II

Heilbronn-Stuttgart (53 Kilometer): bisher 11,10 Euro, jetzt 11,40 Euro (+ 2,7 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel III

Stuttgart-Ulm (94 Kilometer): bisher 18,10 Euro, jetzt 18,60 Euro (+ 2,8 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel IV

Hildesheim-Magdeburg (127 Kilometer): bisher 23,30 Euro, jetzt 24,00 Euro (+ 3,0 Prozent)

Der Ausbau der Ökostrom-Erzeugung wird in Deutschland durch die sogenannte EEG-Umlage durch alle Stromkunden subventioniert. Die Umlage fällt auch für Kunden an, die Ökostrom beziehen.

Von

dpa

Kommentare (19)

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vandale

24.06.2013, 09:12 Uhr

Wenn man die Kosten für die EEG Subventionen, Netzausbau, ca. 30 Mrd. €/a umlegt so ergibt sich bei ca. 42 Mio. Haushalten etwa 60 €/Monat Mehrkosten je Haushalt netto. Inklusive Gemeinkosten, Vertriebskosten, Marge und MwSt. ca. 120 €/Haushalt und Monat als Kosten einer religiös korrekten Stromversorgung.

Dadurch wird das Bahnticket, der Besuch im Solarium usw. eben ein wenig teurer. Das sollte nicht wundern.

Die Bahn ist besonders betroffen als diese einen Teil des umweltfreundlichen Kernkraftwerks Neckarwestheim I besass. Dieses wurde im Zuge des ökoreligiösen Amoklaufs der Kanzlerin 2011 entschädgungslos stillgelegt.

Vandale

Account gelöscht!

24.06.2013, 09:45 Uhr

Das ist schon verbrecherisch. Unter anderem wurde hier im HB berichtet, dass gerade die Bahn als Großunternehmen von den gesunkenen Strompreisen an der Strombörse profitiert.
Wieso werden dann steigende Energiepreise als Kleeblatt für Preiserhöhungen genannt?
Ist die Gier wiedermal groß? Und die Kartellbehörde greift nicht ein, man will ja die EE schlechtreden!

Generalissime

24.06.2013, 10:25 Uhr

"Seit April fahren Millionen Kunden der Deutschen Bahn in den Zügen des Fernverkehrs ganz automatisch mit Strom, der zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt. Alle BahnCard-Inhaber etwa, Kunden mit Streckenzeitkarten und bahn.corporate-Kunden" - so wirbt die Deutsche Bahn und stellt sich als innovativ-nachhaltiges okölogisch bewusstes Unternehmen dar. Dass das letzlich zu Lasten aller auf die Deutsche Bahn angewiesene Kunden (und zwar einschließlich der Nahverkehr-Pendler!) geht, steht dort und in den Werbeversprechen nicht dabei.

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