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21.07.2012

15:35 Uhr

Stellenabbau

Karstadt will 100 Manager-Stellen kürzen

Von dem massiven Stellenabbau bei Karstadt sind nicht nur die einfachen Angestellten betroffen, auch Dutzende Manager müssen wohl gehen. Die Führungsmannschaft soll im Krisenmanagement völlig versagt haben.

Karstadt-Zentrale in Essen: Weniger Hierarchie. dapd

Karstadt-Zentrale in Essen: Weniger Hierarchie.

EssenDer Stellenabbau beim Warenhauskonzern Karstadt betrifft fast ausschließlich die einfachen Angestellten. Während der Konzern bis Ende 2014 insgesamt 2000 Arbeitsplätze streicht, solle die Zahl der Abteilungsleiter "langfristig" um 100 verringert werden, sagte Personalchef Kai-Uwe Weitz der "WirtschaftsWoche" laut Vorabmeldung vom Samstag. Das Unternehmen, das vor zwei Jahren von dem Milliardär Nicolas Berggruen aus der Insolvenz gerettet worden war, wolle schlankere Strukturen und weniger Hierarchien.

Karstadt rutscht immer tiefer in die Krise. Um zwei Prozent sei der Umsatz binnen Jahresfrist eingebrochen, berichtet das Fachblatt "Lebensmittelzeitung". Mit einem voraussichtlichen Ertrag von weniger als 100 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liege Karstadt deutlich unter Plan. Experten machten dafür erst kürzlich Karstadts Führungsmannschaft verantwortlich.

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Karstadt kommt nicht aus der Krise.

Die Kürzungen, die Karstadt nach dem Auslaufen der vereinbarten Beschäftigungssicherung im Herbst beginnen kann, sollen sich nach den Worten des Managers gleichmäßig über zwei Jahre verteilen. "Wir gehen davon aus, das im ersten Jahr 1000 Stellen und im zweiten Jahr nochmals 1000 Stellen betroffen sind", sagte Weitz der Zeitschrift. Derzeit bietet der Konzern rund 25.000 Arbeitsplätze.

Betriebsbedingte Kündigungen wollte der Personalchef nicht ausschließen, bekräftigte aber, der Abbau solle möglichst sozialverträglich vonstatten gehen - etwa über natürliche Fluktuation und Frühverrentungen. Wenn das nicht genüge, "würden wir beispielsweise auch an Transfergesellschaften denken", sagte Weitz. "Wir werden keine Rasenmäher-Methoden anwenden."

Weitz wies die Kritik der Gewerkschaft Verdi zurück, die eine raschere Modernisierung statt des Stellenabbaus gefordert hatte. "Umsatzwachstum mit weniger Personal und Service erreichen zu wollen, das passt nicht zusammen", hatte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz erklärt. Das Vorhaben sei zudem ein ungutes Signal an die Beschäftigten, die seit Jahren durch Lohnverzicht zur Sanierung des Unternehmens beigetragen hätten.

Im deutschen Einzelhandel hatten allein durch die Pleite der Drogeriekette Schlecker in den vergangenen Monaten rund 25.000 Beschäftigte ihre Arbeit verloren. Beim Versandhändler Neckermann sind es durch die Aufgabe des Katalog-Geschäftes 1400 Jobs. Die angeschlagene Baumarktkette Praktiker hat ebenfalls einen Stellenabbau angekündigt und hat mit den Arbeitnehmervertretern Gehaltseinbußen für ihre 11.000 Mitarbeiter in Deutschland vereinbart. Auch der Handelskonzern Metro, dem die Schuldenkrise in Südeuropa zu schaffen macht, setzt den Rotstift an: Der Vorstand will bis spätestens 2015 rund 900 von insgesamt 11.0000 Stellen streichen. Von einer Krise der Branche will der Handelsverband HDE aber trotz Konjunkturabkühlung und Euro-Schuldenkrise nicht sprechen.

Kommentare (3)

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mmaaddooff

21.07.2012, 13:51 Uhr

berggruen und seine helfershelfer aus der SPD,bossgenosse schröder und seine trulla,hockt die nicht im aufsichtsrat,der SPD obereuropäer und präsident martin schwätz mich tot und all die handlanger aus den kommunen ,die bei der sanierung steuern geschenkt haben,von verdi ,die den beschäftigten märchen erzählt haben,werden den laden schon zugrunde richten,schließlich hat der nicolas eh nur strohmenn funktion für die golmanns und deutschbanker,die die immobilien halten und zuviel miete kassieren.

wenn man weiß ,daß schröder veranlaßt hat,daß die bundesregierung berggruens erbe,zu teuer,für schlapp 300 millionen aufgekauft hat,sollte man anfangen den augiasstall auszumisten.

die provisionen ,die zwischenzeitlich als wareneinkaufskickbacks geflossen sind,haben die sauberen
damen und herren schon weggesteckt

mal sehn ,ob verdi den mut aufbringt,der mitarbeiterverarsche die rote karte zu zeigen

Insider_KK

22.07.2012, 08:22 Uhr

Als Berggruen Karsdtadt übernahm, ging es mit der Konjunktur aufwärts. Das war abzusehen. Darauf setzte Berggruen.

Investitionen sind nicht erfolgt. Das Konzept wurde nicht verbessert.

Jetzt droht ein Konjunktur-Einbruch.

Kardstadt wird es wieder erwischen. Das einzige bekannte Rezept: Sparen, beim Personal.

Das wird aus diesmal nicht reichen. Das Konzept ist nicht überlebensfähig.

Account gelöscht!

23.07.2012, 14:45 Uhr

Ja, ja karstadt.
War tot, und Berggruen hat 5 Mio Euros als Kaufpreis bezahlt, 60 Mio Darlehen, die laut Geschäftsbericht zurückgeführt sind. -
Bei dem Investitionsstau, den Big M. verursacht hatte, kann sicherlich aus dem Cash Flow keine Sanierung gelingen. Und die Banken, werden einen Teufel tun, ungedeckte Darlehen ausreichen.
Meine Prognose: in 2 Jahren gibt es Karstadt ( in jetziger Form) nicht mehr!!!!! Denn die Kunden kaufen eh über Amazon/ E Bay und andere Internet Shops, denn keinen Service , keine
Bedienung und teuer geht nicht!!!

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