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13.08.2013

17:19 Uhr

Strategiepapier für Flughafen

BER-Teileröffnung soll kleiner ausfallen

Am neuen Hauptstadtflughafen sollen vorerst drei Flüge am Tag starten, das geht aus einem internen Strategiepapier hervor. Damit starten weniger Flieger als ursprünglich vorgesehen. Auch eine Genehmigung steht noch aus.

BER-Chef Mehdorn scheint sich im Machtkampf mit Technikchef Amann durchgesetzt zu haben. dpa

BER-Chef Mehdorn scheint sich im Machtkampf mit Technikchef Amann durchgesetzt zu haben.

BerlinDie Pläne für eine Teileröffnung des neuen Hauptstadtflughafens werden konkreter. Der Nordflügel soll nach Informationen der Wochenzeitung „Die Zeit“ für 5,9 Millionen Euro umgebaut werden. Auf diese Weise könne dort ab April 2014 eine Teileröffnung des Airports mit drei Abflügen täglich ermöglicht werden, berichtete das Blatt unter Berufung auf interne Strategiepapiere des Flughafens. Über einen möglichen Betriebsbeginn mit der Abfertigung von drei Germania-Maschinen pro Tag hatte zuvor bereits die „Bild“-Zeitung berichtet.

Will man den Nordpier künftig zur Abfertigung nutzen, müssen dort Schalter und Gepäckbänder installiert werden. Der Sprecher der Flughafengesellschaft wollte den „Zeit“-Bericht nicht kommentieren. An diesem Freitag kommt der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft zusammen. Es bleibe aber dabei, dass der Aufsichtsrat erst in seiner übernächsten Sitzung am 25. Oktober über den Zeitplan für die Flughafeneröffnung entscheiden werde, sagte Sprecher Ralf Kunkel. Diese war im Januar wegen schwerer Bau- und Planungsfehler auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Die von Flughafenchef Hartmut Mehdorn angeregten Pläne sehen vor, auf dem neuen Airport Berlin Brandenburg mit einem Teilbetrieb im Nordpier zu beginnen. Der für die Baugenehmigung zuständige Baudezernent Carl-Heinz Klinkmüller vom Landkreis Dahme-Spreewald wies in der „Zeit“ darauf hin, dass der Nordpier „die Anforderungen an den Flugbetrieb, wie er derzeit von der Flughafengesellschaft favorisiert wird, längst nicht“ erfülle. Kunkel sagte dazu, die erforderlichen Unterlagen würden derzeit zusammengestellt und „in den nächsten Tagen an die Bauordnungsbehörde übersandt“.

Der Vorteil einer Teileröffnung besteht nach früheren Angaben des Flughafens darin, dass die meisten Abläufe und technischen Systeme ohne großes Risiko getestet werden könnten. Im Gespräch waren zuletzt die Fluggesellschaften Germania und Condor. Easyjet wurde für eine Teileröffnung nicht mehr in Betracht gezogen, weil viele ihrer Fluggäste per Bahn nach Schönefeld anreisen und der unterirdische Bahnhof unter dem Hauptterminal wegen Brandschutzproblemen noch nicht genutzt werden kann.

Zahlen und Fakten zum Hauptstadtflughafen BER

Gesamtkosten

voraussichtlich 4,3 Milliarden Euro (2012)

Gesamtmehrbelastung

1,2 Milliarden Euro

Verschiebungsbedingte Baumehrkosten

67 Millionen Euro

Bisherige Baumehrkosten

276 Millionen Euro

Mindereinnahmen durch Verschiebung der Eröffnung

230 Millionen Euro

Risikovorsorge

322 Millionen Euro

Lärmschutz

305 Millionen Euro

Startkapazität des neuen Flughafens

27 Millionen Passagiere

Fläche

1.470 Hektar (etwa 2.000 Fußballfelder)

Finanzierung

Bislang sind 3,36 Milliarden Euro gesichert, davon rund 2,4 Milliarden Euro aus Krediten, 430 Millionen Euro vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg, 531 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Betreiber.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

13.08.2013, 11:27 Uhr

Waas? Drei Abflüge am Tag??
Und das völlig überstürzt schon in 2014?
Oh oh, wenn man sich da mal nicht übernimmt!
Vielleicht sollte man erst mal mit der feierlichen Eröffnung einer Toilette und eines Getränkeautomaten beginnen.

Schmalix

13.08.2013, 11:52 Uhr

Nach dieser Glanzleistung kann Herr Mehdorn sich um die Restrukturierung des Bahn-Stellwerks Mainz kümmern. Das ist doch alles wirklich lächerlich. Die Idee mit der Toiletteneröffnung finde ich gut. Ich würde dem Aufsichtsrat allerdings hier eine Zwangsteilnahme verordnen, um der ganzen Truppe eine mediale Blamage der feinsten Sorte zu bescheren.

Heinz

13.08.2013, 12:27 Uhr

Na wenn das kein Grund zum feiern ist. Auf zur Party nach Berlin.

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