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09.08.2011

10:20 Uhr

Streik abgewendet

Flugverkehr läuft fast reibungslos

Flugreisende können aufatmen - der für heute geplante Streik der Fluglotsen findet nun doch nicht statt. Das Zauberwort heißt nun Schlichtung. Im Flugverkehr kommt es nur vereinzelt zu Behinderungen.

Eine Maschine der Lufthansa landet in Hamburg. Quelle: dpa

Eine Maschine der Lufthansa landet in Hamburg.

FrankfurtDer Fluglotsenstreik in Deutschland ist abgewendet. Nur vereinzelt mussten sich Reisende am Dienstag dennoch auf Probleme im Flugverkehr einstellen. Am größten Flughafen in Frankfurt kam es zu kleineren Behinderungen. Aus Hamburg, Hannover, Bremen und Köln-Bonn wurden keine Einschränkungen gemeldet.

Der Flughafen Stuttgart hatte sich am Montag bereits eine Ausnahmegenehmigung geholt, bis zu zehn Starts und Landungen vor 06.00 Uhr durchzuführen. Auch in Köln wurde die Abflugzeit einiger Flüge in die Nacht vorverlegt. Die Lufthansa kündigte am frühen Dienstagmorgen an, im Falle von finanziellen Einbußen Ansprüche auf Schadenersatz zu prüfen.

Der Lotsenstreik konnte in der Nacht durch einen Schlichteranruf der Deutschen Flugsicherung (DFS) vermieden werden. Die DFS hatte den Schlichter angerufen, nachdem die Arbeitsgerichte in zwei Instanzen den Streikaufruf der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für rechtmäßig erachtet hatten. „Damit ist ein Streik der Fluglotsen innerhalb der nächsten Wochen ausgeschlossen“, sagte DFS-Sprecherin Kristina Kelek. Mit der Schlichtung beginnt sofort eine neue Friedenspflicht.

Die Gewerkschaft sagte, sie hätte den Schlichteranruf eher erwartet. „Wir sind davon ausgegangen, dass die DFS schon nach der ersten Instanz diese Karte hätte ziehen müssen, um Schaden abzuwenden“, sagte Gewerkschaftssprecher Markus Siebers. „Wir hoffen, dass wir in der Schlichtung durchkommen, da haben wir zumindest einen neutralen Dritten dabei.“.

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Der Flugbetrieb in Frankfurt lief am Dienstagmorgen mit kleineren Behinderungen an. Wie ein Sprecher des Betreibers Fraport berichtete, sei alles „fast normal, abgesehen von einigen Ausreißern“. Bei den „Ausreißern“ handele es sich um 30 bis 40 Flüge, die am Montag von den Fluggesellschaften vor oder nach die angekündigte Streikzeit verlegt worden seien. Bei allen anderen Flügen werde nun versucht, sie an den eigentlichen Flugplan anzupassen. „Dies gelingt erstaunlich gut“, sagte der Sprecher. Größere Verspätungen oder Ausfälle gebe es voraussichtlich nicht.

Auch in München kam es zu kleineren Behinderungen. „Bei uns läuft alles weitgehend nach Plan“, sagte ein Flughafensprecher, lediglich ein Dutzend Maschinen vor allem aus Übersee seien von der Streikankündigung betroffen und würden nun mit Verspätungen in München landen. Der Flughafen Stuttgart hatte sich am Montag bereits eine Ausnahmegenehmigung geholt, bis zu zehn Starts und Landungen vor 06.00 Uhr durchzuführen. Auch in Köln wurde die Abflugzeit einiger Flüge in die Nacht vorverlegt. Die Lufthansa kündigte am frühen Dienstagmorgen an, im Falle von finanziellen Einbußen Ansprüche auf Schadenersatz zu prüfen.

Kommentare (6)

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Beliehener

08.08.2011, 18:19 Uhr

Legt die DFS gegen den vor dem Arbeitsgericht gefallenen Entscheid Berufung ein, zieht die GdF vor dem Landesarbeitsgericht vor allem deshalb den Kürzeren, weil beruflich deformiertes Handeln der Arbeitgeber allenthalben bisher zwar entgolten hat. Dessen ungeachtet bleibt aber Arbeitnehmern solcherlei vorsätzlich betriebenes Fehlverhalten von vornherein verboten und begründete daher noch nie einen Streik.

Mollemopp

08.08.2011, 19:15 Uhr

Wir Deutschen sind schon ein ziemlich dummer Haufen von ehrfürchtigen Bücklingen. Erstmal fragen: "Darf ich das?" Die Antwort lautet natürlich: "Nein!". "Na gut, dann lass ich mich weiter ausbeuten." In anderen Ländern stehen die Paläste in Flammen, damit die Ausbeuter begreifen, dass irgendwann die Schmerzgrenze erreicht ist. Aber in Deutschland ist man immer schön lieb und gehorsam. Kein Wunder, dass Merkel und Konsorten die Steuerschraube immer fester anziehen und die Einnahmen in der EU verteilen. Der Deutsche Michel hält immer schön still. Dessen können sich Politiker, Bankster und Konzernbosse sicher sein. Die Welt lacht über uns.

Account gelöscht!

08.08.2011, 22:25 Uhr

*lol* "Schmerzgrenze erriecht"
Wenn jetzt schon Schmerzgrenzen erreicht werden, dann weiß ich nicht, wie dieses weinerliche Volk dann die nächsten 3 Jahre überstehen soll. Lächerlich - zumindest jetzt auf die Gewerkschaften und die 'unmenschlichen Arbeitsbedingungen' in Deutschen Firmen bezogen.
Was Sie zur Regierung sagen stimmt, aber das ist ja hier nicht Thema.

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