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20.02.2012

15:39 Uhr

Streik am Frankfurter Flughafen

Die Fronten sind verhärtet

Es hakt an Deutschlands Mega-Drehkreuz - nicht nur wegen des Streiks. Allein an den ersten beiden Streiktagen sind dem Betreiben und den Airlines Millionenbeträge entgangen. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht.

Vorfeld-Streik kostet Fraport Millionen

Video: Vorfeld-Streik kostet Fraport Millionen

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Frankfurt am MainZur pompösen Eröffnung der neuen Landebahn Nordwest schwebte die Kanzlerin persönlich ein. Aber seit dem Festakt im vergangenen Oktober läuft am Frankfurter Flughafen nur noch wenig rund. Deutschlands wichtigstes Drehkreuz für den Luftverkehr hakt derzeit - wegen einer kleinen Gruppe streikender Vorfeldmitarbeiter.

Diese 200 Beschäftigten legen auch am Dienstag die Arbeit nieder. Der Streik, mit dem die Gewerkschaft Lohnerhöhungen durchsetzen will, geht damit in den vierten Tag. Ein Ende ist nicht absehbar - Gewerkschaft GdF und Flughafenbetreiber Fraport reden nicht einmal miteinander.

Dabei sollte der Flughafenbetreiber auch aus wirtschaftlichen Gründen an einem zügigen Ende der Streiks interessiert sein. Allein durch den Streik am Donnerstag und Freitag gingen Fraport nach früheren Angaben zusammen 3,5 bis vier Millionen Euro Umsatz verloren. Die Lufthansa büßte nach Analystenschätzungen an den beiden Tagen insgesamt 40 Millionen Euro an Umsatz ein.

Am Montag - dem dritten Streiktag - fielen wieder Hunderte Verbindungen aus. Es würden 231 Flüge annulliert, sagte ein Fraport-Sprecher. Rund 70 Prozent der Starts und Landungen könnten gestemmt werden, alle Interkontinental-Flüge fänden statt. Für Entlastung sorge, dass am Rosenmontag nicht so viele Reisende unterwegs seien.

Zahlreiche Reisende sind wegen des Streiks auf die Bahn umgestiegen. Besonders auf den Nord-Süd-Strecken nach Stuttgart, München, Berlin und Hamburg seien mehr Fahrgäste unterwegs, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Es gebe dadurch aber keine Probleme. Am Hauptbahnhof und am Flughafen Frankfurt wiesen Mitarbeiter die neuen Passagiere ein, Züge seien verlängert worden. „Alles, was rollen kann, rollt“, sagte der Sprecher.

Was die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen fordern

Mehr Geld für weniger Arbeit

Mehr Geld für weniger Arbeit, so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport. Die GdF macht bisher keine genauen Angaben. (Quelle: dpa)

Vorfeldkontrolleure

Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht

Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale

Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bislang verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Lufthansa- und Air-Berlin-Passagiere, die wegen des Streiks am Frankfurter Flughafen nicht fliegen können, dürfen ihr Ticket kostenfrei gegen eine Bahnfahrkarte tauschen. Das regelt eine Vereinbarung der Unternehmen. Wie viele Fluggäste auf Züge umsteigen, lässt sich wegen der Abrechnungsformalitäten erst Wochen später sagen.

Fraport hat sich auf den Arbeitskampf eingestellt und Personal geschult, das einen Notbetrieb aufrecht erhält. Die Vorbereitungen für Dienstag liefen auf Hochtouren, sagte ein Fraport-Sprecher. Erwartet werde, dass wieder rund 230 Verbindungen gestrichen werden müssten.

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