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27.11.2015

14:28 Uhr

Streik bei der Fluggesellschaft

Platzeck schlichtet bei der Lufthansa

Nachdem er den Tarifstreit der Deutschen Bahn geschlichtet hat, soll der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck nun auch zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft UFO vermitteln.

Erst war er Schlichter bei der Deutschen Bahn, nun ist die Lufthansa dran. dpa

Matthias Platzeck

Erst war er Schlichter bei der Deutschen Bahn, nun ist die Lufthansa dran.

FrankfurtIm Tarifstreit zwischen der Flugbegleitergewerkschaft UFO und der Lufthansa wird als Schlichter der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) vermitteln. Platzeck habe als Schlichter zusagt, sagte UFO-Chef Nicoley Baublies am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Gewerkschaft und die Lufthansa hätten sich auf Platzeck geeinigt. Ein Lufthansa-Sprecher sagte am Freitag lediglich, das Unternehmen sei mit Platzeck im Gespräch und hoffe, ihn als Schlichter gewinnen zu können.

Weitere Einzelheiten der geplanten Schlichtung sind nach Angaben von Baublies und des Konzernsprechers noch unklar. Zunächst hatte der „Spiegel“ vorab über die Einigung auf Platzeck berichtet. Der ehemalige Ministerpräsident hatte bereits erfolgreich im erbitterten Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL im Frühsommer geschlichtet, und zwar zusammen mit Thüringens linkem Regierungschef Bodo Ramelow.

UFO hatte am Mittwoch überraschend einen für Donnerstag und Freitag geplanten Streik abgesagt, weil sich die Lufthansa im Streit um die Alters- und Übergangsversorgung der Flugbegleiter „deutlich“ bewegt habe. Die Annäherung kann nach Angaben der Lufthansa eine „Basis für eine Lösung“ sein. Beide Seiten einigten sich laut UFO auf das Zwischenergebnis der Schlichtung im Juni als Ausgangsbasis für eine Neuregelung der Versorgungsfragen. Diese erste Schlichtung war erfolglos geblieben.

UFO hatte in der laufenden Tarifrunde erstmals Anfang November gestreikt und der Lufthansa mit Arbeitsniederlegungen zwischen dem 6. und dem 13. November den längsten Streik in der Unternehmensgeschichte beschert. Insgesamt fielen dadurch rund 4700 Flüge aus; etwa 550.000 Passagiere waren davon betroffen.

Die Lufthansa befindet sich derzeit mit mehreren Gewerkschaften in einem langwierigen Tarifkonflikt. Sie will deshalb am kommenden Dienstag alle beteiligten Gewerkschaften an einen Tisch holen – neben UFO auch die Pilotenvereinigung Cockpit und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

In den Tarifkonflikten mit den verschiedenen Gewerkschaften geht es zwar zunächst um Löhne und die umstrittene Übergangsversorgung für ältere Arbeitnehmer. Im Hintergrund aber steht immer auch der Streit um das Sparkonzept „Wings“. Die Lufthansa will im Konkurrenzkampf mit den Wettbewerbern auf mehr Strecken Billigflüge anbieten. Das Personal der günstigen Billigtochter Eurowings soll nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter.

Von

afp

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